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Dahme-Spreewald Ausflug in die Stratosphäre
Lokales Dahme-Spreewald Ausflug in die Stratosphäre
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10:00 29.01.2014
Uwe Schierhorn mit einem Modell der Sofia-Forschungsmaschine. Quelle: Gerlinde Irmscher
Mittenwalde

Es sind nur noch wenige Tage, die Uwe Schierhorn aus Mittenwalde vor dem Abenteuer seines Leben trennen. Der 47-Jährige wird in der kommenden Woche mit einem Forschungsflugzeug der Nasa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) abheben, um den Sternenhimmel zu erforschen.

„Ich bin schon sehr aufgeregt“, gibt der Mathematik- und Astronomielehrer zu, als er über seine bevorstehende Mission berichtet. Sofia heißt der Flieger, der ihn bald in luftige Höhen bringen wird. Auf seinem Laptop hat er alle wichtigen Informationen und Hinweise für seine Reise in die USA zusammengestellt. Den tragbaren Computer zieren mehrere Aufkleber der Forschungsmission, am Revers seines Sakkos befindet sich ein Button dieses astronomischen Unterfangens – Uwe Schierhorn ist voll im Sofia-Fieber.

Und das schon, seit das Projekt in Fahrt gekommen ist. 1997 begann die Planung für den Umbau einer ehemaligen Passagiermaschine zum fliegenden Observatorium. Beteiligt sind an dem Unternehmen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa. Da es in den USA üblich ist, das aus Steuern finanzierte Forschung Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben muss, wurde das Konzept auch für Deutschland übernommen. Das bedeutet, dass sowohl Journalisten, Schüler aber vor allem Lehrer davon profitieren können und als Gäste die Wissenschaftler auf ihren Flügen begleiten können.

Ein fliegendes Observatorium

Die Abkürzung Sofia bedeutet Stratosphären Observatorium für Infrarot-Astronomie. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der National Aeronautics and Space Administration (Nasa). Das gesamte Projekt wird zu 80 Prozent von der Nasa und zu 20 Prozent vom DLR finanziert.

Das Deutsche Sofia-Institut an der Universität Stuttgart ist für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb des 20 Tonnen schweren Infrarot-Teles kops verantwortlich. Damit es auch bei Minus 60 Grad Außentemperatur und rund 650 Kilometern Geschwindigkeit scharfe Bilder von den Sternen erstellen kann, mussten die deutschen Ingenieure eine hydrostatische Lagerung entwickeln, damit das Teleskop trotz der widrigen Umstände in einer stabilen Position verharren kann.
Bei der Sofia-Maschine handelt es sich um eine Boeing 747, Baujahr 1977. Der Umbau begann 1999, erstmals startete das Forschungsflugzeug Ende 2009. In den kommenden 20Jahren wollen deutsche und amerikanische Wissenschaftler damit zum Beispiel junge Sterne und Planetensysteme beobachten.
Im Jahr 2011 durfte zum ersten Mal ein Lehrer mit an Bord des Forschungsfliegers. Am Wochenende startet neben Uwe Schierhorn aus Mittenwalde ein weiterer Lehrer aus Brandenburg in das Astronomie-Abenteuer.
Das brandenburgische Landesinstitut für Schule koordiniert die Projekte der drei brandenburgischen Partnerschulen und unterstützt das Deutsche Sofia-Institut bei der Darstellung des Projektes und der Infrarot-Astronomie in den Medien.

In Deutschland wurde deshalb vor einigen Jahren ein Schulnetzwerk gegründet – mittlerweile gibt es 33 Sofia-Partnerschulen. Uwe Schierhorn bewarb sich gleich zu Anfang um eine Mitgliedschaft – heute ist das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen Teil des Netzwerks. Der Pädagoge hatte sich aber nicht nur um die Mitgliedschaft seiner Schule gekümmert – er bewarb sich auch selbst, um einmal im Forschungsflugzeug mitfliegen zu können.

Kurz vor Weihnachten hat Uwe Schierhorn erfahren, dass er nun an Bord des Forschungsfliegers gehen darf. „Das Ganze gleicht eher einer Weltraummission als einem normalen Flug“, erläutert der Pädagoge. Denn Sofia fliegt mehr als 13 Kilometer über dem Boden – normale Passagiermaschinen reisen auf einer Flughöhe von rund zehn Kilometern. Die Forschungsflüge finden in der sogenannten Stratosphäre statt. Dort haben die Wissenschaftler einen guten Blick, um den Weltraum zu untersuchen. Dafür kommt ein in Deutschland mitentwickeltes Infrarot-Teleskop zum Einsatz, das langwelliges Licht aus dem All empfangen kann. „Dieses Licht kommt nicht bis zur Erde, da es vom Wasserdampf in der Atmosphäre aufgehalten wird“, sagt Schierhorn. Er wird an Bord der umgebauten Boeing 747 in der kommenden Woche den Astronomen über die Schultern schauen sowie ein Auge auf hochtechnisierte Instrumente und Geräte haben dürfen. Derzeit paukt er noch fleißig, um so viel wie möglich von dem interpretieren zu können, was er auf den Bildschirmen zu sehen bekommen wird. „Wie viel ich verstehen werde, weiß ich noch nicht“, sagt Uwe Schierhorn.

Am Sonnabend wird der Mittenwalder von Berlin aus in Richtung Vereinigte Staaten starten. Die eigentliche Mission beginnt am Dienstag um 17 Uhr kalifornischer Ortszeit. Die Sofia-Maschine wird dann vom Nasa-Airforce-Stützpunkt in Palmdale in der Nähe von Los Angeles zu seinem mehrstündigen Forschungsflug aufbrechen. „Die Landung ist zwischen 2 und 5Uhr früh vorgesehen“, entnimmt Uwe Schierhorn aus seinem Zeitplan durchgeht. In 13 Kilometer Höhe und bei einer Geschwindigkeit von rund 650Stundenkilometern wird auch das Infrarot-Teleskop zum Einsatz kommen. Dieses befindet sich am hinteren Teil des Flugzeugs. „Wir fliegen quasi mit offenem Rumpf“, erläutert Uwe Schierhorn. Mit dieser Technik können die Forscher entstehende Sterne finden, Staubwolken und Nebel beobachten, die man sonst nicht sehen kann. „Das ist so ähnlich wie ein Röntgenblick“, verdeutlicht der Pädagoge.

Insgesamt wird er zweimal mit Sofia abheben. Seine Erlebnisse will er später mit seinen Schülern in Königs Wusterhausen teilen. „Ich hoffe, dass ich auch viel für unsere Schule mitnehmen kann“ Zum Beispiel könne er so die Anwendung des Lichtspektrums verdeutlichen und auch den Astronomieunterricht bereichern. „Vielleicht kommen dabei auch ein paar Facharbeiten heraus.“

Nun steht aber erst einmal der Flug nach Los Angeles an. Uwe Schierhorn muss dafür noch die Koffer packen. Zwei Sachen müssen dabei unbedingt mit ins Gepäck, sagt der 47-Jährige:„Mein Pass und eine Kamera mit viel Speicherplatz.“

Von Nadine Pensold

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