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Dahme-Spreewald Baustellen-Besichtigungstour am BER
Lokales Dahme-Spreewald Baustellen-Besichtigungstour am BER
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16:04 31.07.2014
Der Flughafen in Schönefeld ist, bis auf die Handwerker, ein Zeugnis der Leere. Gelegentlich besichtigen Touristen die Groß-Baustelle. Quelle: MAZ
Schönefeld

„Ich finde es wichtig, dass ich mir als Berliner selbst ein Bild darüber mache, was auf der BER-Baustelle passiert – oder besser nicht passiert“, sagt Konstantin Schneider. „Ich bin oft im Ausland unterwegs und werde überall gefragt, warum der Flughafen nicht fertig wird.“ Deshalb startete auch er dieser Tage in Schönefeld zur Flughafentour „Erlebnis BER“. Vier Mal pro Woche laden die Guides des Besucherservices der Berliner Flughäfen am Terminal C zu dieser informativen Rundfahrt ein. 2006 als Baustellen-Besichtigungstour erstmals im Programm, nahmen mittlerweile insgesamt 1,1 Millionen Berliner und Touristen daran teil. Und das Interesse ist ungebrochen groß.

Das Terminal gehört seit Anfang Juli zu den gefragten Haltepunkten bei der Erlebnis-Tour über den neuen Flughafen. Quelle: Uta Schmidt

Erster Anlaufpunkt: Info-Tower

Erster Haltepunkt der zweistündigen Fahrt in klimatisierten Reisebussen ist dabei stets der Info-Tower. „Der Turm soll auch nach der Inbetriebnahme des BER als Aussichtsplattform erhalten bleiben“, sagt Sanja Ristic vom Besucherservice. Von dort aus können sich die Besucher einen ersten Eindruck vom 960 Hektar oder 2000 Fußballfelder umfassenden Areal zwischen dem alten Schönefelder Flughafen und dem neuen Airport BER verschaffen. Der Weitblick auf der Terrasse reicht über die Bahn- und Straßenanbindungen, den 72 Meter hohen Tower der Deutschen Flugsicherung, die beiden Feuerwachen sowie die nördliche und südliche Start- und Landebahn. Gästeführerin Laura Lekei beschreibt im Turm anschaulich, wie sich die einst größte Baustelle in den neuen Bundesländern zum quirligen Airport für 27 Millionen Passagiere entwickeln soll.

Terminals führen zu neuen Einsichten

„Seit Beginn dieses Monats zeigen wir bei unseren Touren erstmals die Abflug-Ebene im Terminal“, berichtet Sanja Ristic. Man wolle den Besuchern immer wieder neue Ausstiegspunkte und Einblicke bieten. Stopps gebe es auch auf der neuen Start- und Landebahn, an den Fluggastbrücken, den Hangars, an den Feuerwachen und bei der Bundespolizei. Der Besuch des 32 Meter hohen, nahezu menschenleeren Terminals führt bei vielen Tour-Teilnehmern zu neuen Einsichten. „Hier war ich schon vor zwei Jahren als Komparse, um den reibungslosen Check-In zu testen“, berichtet Manfred Meydorn aus Berlin. „Damals hatten wir mitten in einer Übung einen Fehlalarm und unser Programm wurde abgespeckt. Da hatte ich schon ein ungutes Gefühl, ob der Eröffnungstermin gehalten werden kann.“

Welche Einblicke brachte Ihnen die Erlebnis-Tour?

„Jetzt ist mir klar, dass der BER schnell an seine Grenzen stoßen wird. Das bestärkt mich darin, mich weiter für den Flughafen Tegel einzusetzen.“
Waldemar Sprick, Berlin

„Die Abflughalle und die Größe der Anlage haben mich beeindruckt. Bevor man den BER schlechtredet, sollte man ihn besuchen.“
Martina Brinkmann, Berlin

„Ich habe mal auf dem Flughafen gearbeitet und wollte Verwandten das Areal zeigen. Einige technische Informationen waren neu für mich.
Matthias König, Berlin

„Ich möchte mich über den Bau informieren. Das Konzept des Single-Flughafens für die große Hauptstadtregion überzeugt mich aber weiterhin nicht.“
Klaus Lieberwirth, Auerbach

„Ich hatte keine Ahnung wie groß das Gelände und die Bauten sind. Ich dachte, der BER ist nur eine Erweiterung des Schönefelder Flughafens.“
Silvia Buhl, Berlin

Leere in der Abflughalle

Beim Gang durch die Abflughalle, in der die Rolltreppen und Gepäckbänder wie von Geisterhand einmal pro Woche betrieben werden, wandert der Blick über 150 Shops ohne Ware und die First-Class-Check-In-Insel von Lufthansa bis zur umstrittenen Installation, der „Fliegende Teppich“. Der zieht sich in leuchtendem Rot an der Decke der Halle entlang. „Diesem Kunstwerk kann ich nichts abgewinnen“, sagt Sabine Schulze.

Zu klein konzipiert

Und auch Zweifel werden laut, ob denn die Abflughalle im Vergleich zu anderen großen, internationalen Airports nicht schon zu klein konzipiert sei. Sanja Ristic räumt ein, dass angesichts von 26 Millionen Fluggästen pro Jahr auf den Berliner Flughäfen die Kapazitätsgrenze von 27 Millionen prognostizierten Passagieren auf dem BER wohl schnell erreicht werden dürfte. „Deshalb gibt es schon Überlegungen für ein Ausbaumodul mit einem zweiten Terminal für weitere zehn Millionen Passagiere.“ Dazu könnte das Terminal des alten Schönefelder Flughafens ertüchtigt und mit einer Brücke über dem Rollfeld angebunden werden, so Ristic. Fit ist sie auch bei der Beantwortung von Fragen über die noch nicht funktionstüchtigen Brandschutzanlagen. Nur eine Frage kann sie nicht beantworten: Wann der neue Flughafen öffnet.

Von Uta Schmidt

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