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Dahme-Spreewald Bahnhof Königs Wusterhausen soll 2014 fertig sein
Lokales Dahme-Spreewald Bahnhof Königs Wusterhausen soll 2014 fertig sein
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18:36 22.11.2013

Die Stadt Königs Wusterhausen wollte mit ihren Wahrzeichen schon immer hoch hinaus, spotten derzeitig Witzbolde über den neuen Personenzugang zum S-Bahnsteig. Sie müsse arg aufpassen, dass diese Brücke nicht mit dem Funkmast in Konkurrenz trete. Und ihren Spitznamen hat sie auch schon weg – „Asthmatreppe“.

Noch wird am Bahnhof in Königs Wusterhausen kräftig gebaut. Dort soll bis Oktober 2014 ein Fußgängertunnel entstehen. So können die Fahrgäste dann zu den Bahnsteigen gelangen. Im Dezember sollen der neue Busbahnhof, ein Park-and-ride-Parkplatz und ein Bike-and-ride-Parkplatz eröffnet werden.

Gerald Springer von der DB Projektbau kann darüber allerdings überhaupt nicht lachen – nicht einmal schmunzeln. „Wir bauen in Königs Wusterhausen einen komplett neuen Personentunnel, sodass wir für die Fahrgäste einen provisorischen Zugang zum Bahnsteig gewährleisten mussten“, betont er. Dabei sei ein Sicherheitsabstand zum Fahrtrand mit seinen 15.000 Volt einzuhalten. Das erkläre die für die Bahnkunden beschwerliche Höhe. Entwarnung kann Springer diesbezüglich erst im Oktober nächsten Jahres geben. Dann nämlich soll der neue Personentunnel komplett fertig sein. Somit bleibt den Fahrgästen auf dem Bahnhof Königs Wusterhausen noch reichlich Zeit, um täglich ihre Fitness zu verbessern.
Gebaut wird, wie die Experten sagen, „unter rollendem Rad“. Und dies ist bei einem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Baukörper alles andere als einfach. Die Bauleute stießen auf alte Fundamente ebenso wie auf zahlreiche unbekannte Leitungen aus den unterschiedlichsten Epochen vom Kaiserreich bis zur Nach-Wendezeit. Projektingenieur Thomas Meyer charakterisiert daher allein das Schaffen der Baufreiheit für das bereits im Sommer erfolgte Einhängen der Gleishilfsbrücken als eine Herkulesaufgabe. Erst danach konnten hunderte Kubikmeter Erdreich bewegt werden, um den Hohlraum für den neuen Personentunnel mit dem Durchstich zur Storkower Straße und den neuen Zugängen zu den Bahnsteigen auszuheben. Allein die dafür notwendigen Spundwände mussten 16 Meter tief gesetzt werden. In diesen Hohlraum wird der neue, 38 Meter lange und 3,60 Meter breite Tunnel reinbetoniert. Er wird in Anlehnung an den neuen Bahnhofsvorplatz auf der Ostseite in der Storkower Straße magmafarbend sowie der Boden in einem Grauton gefliest. Den S-Bahnsteig erreichen die Fahrgäste künftig auch mit einem Aufzug sowie auf der Ostseite mit einer Rampe. Bis Oktober 2014 soll alles fertig sein. Ein Ziel, dass Bahningenieur Meyer „als sportlich“ bezeichnet.

Für die Zugangsbereiche zum Bahnhof ist die Stadt zuständig, die hier kräftig investiert. Die Fahrgäste können sich an der Ostseite des Bahnhofs in der Storkower Straße über einen neuen Busbahnhof mit vier Stellplätzen und einem 125 Quadratmeter großen, überdachten Wartebereich freuen. Er geht mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember offiziell in Betrieb. Komplettiert wird der neue Busbahnhof durch eine öffentliche Toilette sowie einen 50 Quadratmeter großen Pavillon, in dem später unter anderem Zeitungen sowie ein kleiner Imbiss angeboten werden sollen. Noch allerdings sucht die Stadt dafür einen Betreiber. Wenige Schritte weiter befindet sich der neue Bike & Ride-Parkplatz, der zur Freude der Fahrradfans komplett überdacht ist. „Er kommt allerdings erst voll zum Tragen, wenn die Fahrgäste mit dem neuen Personentunnel direkt zu den Bahnsteigen gelangen“, schränkt der zuständige Fachbereichsleiter Rene Klaus von der Stadtverwaltung ein.

Hinter den Fahrradständern entstand unweit der Kurve an der Storkower Straße auch ein neuer Parkplatz, auf dem 90 Fahrzeuge abgestellt werden können. Außerdem ist hier ein Stellplatz für Busse vorgesehen, sodass die Busfahrer auf einer Bank auch mal eine Pause einlegen können. Auch diese Park & Ride-Anlage wird am 15. Dezember freigegeben.

Eine spürbare Entlastung der angespannten Parksituation rund um den Bahnhof tritt dadurch allerdings nicht ein. Der Grund: Auf der „wilden Holperpiste“ im Kleeweg können künftig keine Fahrzeuge mehr abgestellt werden. Hier lässt die kommunale Wohnungsbaugesellschaft neue Wohnungen errichten.

Abgerundet wird das Ensemble rund um den Bahnhof durch neue Mittelinseln, die den Fußgängern das Queren der Straße erleichtern sollen. Ärgerlich ist allerdings, dass Rene Klaus zufolge leider keine Einigung mit dem zuständigen Landesbetrieb für Straßenwesen zum Komplettausbau der Storkower Straße von der Kurve bis zur Ampel erzielt werden konnte. Dem Landesbetrieb fehlt dafür das Geld. So ist rundum alles schmuck, aber das Stück Buckelpiste bleibt erhalten. „Schade“, sagt Rene Klaus.

Insgesamt werden am und um den Bahnhof Königs Wusterhausen 12,5 Millionen Euro investiert. Davon trägt 9,5 Millionen Euro die Stadt Königs Wusterhausen, die sich dabei über eine 75-prozentige Förderung freuen kann.
Ein Sorgenkind bleibt aber die Bahnüberführung, die aufgrund ihrer geringen Höhe weder Busse noch Lkw passieren können. Projektleiter Springer rechnet hier mit dem Ausbau nicht vor 2018.

Von Franziska Mohr

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