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Dahme-Spreewald Bahnhof Schönefeld wird wieder wichtiger
Lokales Dahme-Spreewald Bahnhof Schönefeld wird wieder wichtiger
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00:19 30.10.2017
Am Schönefelder Bahnhof könnten künftig mehr Regionalzüge und sogar eine U-Bahn fahren. Quelle: Foto: Oliver Becker
Schönefeld

Die Gemeinde Schönefeld will ihren Bahnhof wieder mehr in den Fokus der Bürger rücken. Geplant ist der U-Bahn-Ausbau von Berlin-Rudow nach Schönefeld – auch mehr Regional- und Fernzüge sollen nach den Vorstellungen der Verwaltung wieder über Schönefeld fahren. Das teilte Bürgermeister Udo Haase (parteilos) auf MAZ-Anfrage mit. Mit dem regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und den Bezirksbürgermeistern von Treptow-Köpenick, Oliver Igel, und von Neukölln, Franziska Giffey, habe man sich darauf verständigt, das Vorhaben prüfen lassen zu wollen. Der Bau-Boom im Norden Schönefelds mit allein 2000 neuen Wohnungen in den nächsten vier Jahren und der mit der BER-Eröffnung erwartete Zuzug, stellen die Gemeinde vor große Probleme im Verkehrsbereich. Mit der Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs will die Gemeinde den Druck von der Straße nehmen.

Gespräche mit Berliner Senat zum U-Bahnausbau

„Es gab einmal den Plan der Bahn, den Bahnhof in Schönefeld zu schließen. Da sollte nur noch die S-Bahn fahren“, sagte Bürgermeister Haase. Zwei von vier Bahnsteigen würden derzeit nicht genutzt und seien von der Bahn gesperrt worden, weil dort keine Fernzüge mehr fahren. Nur noch Regionalzüge und die S-Bahn fahren dort. „Da haben wir gesagt: Das ist ja wunderbar, diese Bahnsteige können von der U-Bahn genutzt werden. Wenn jetzt unsere Pläne verwirklicht werden, hätten wir die U-Bahn, die S-Bahn und die Fernbahn vor Ort“, so Haase. Damit würde der Bahnhof wieder große Bedeutung erlangen. Jetzt müsse der Berliner Senat einer Machbarkeitsstudie zum U-Bahn-Bau zustimmen. Derzeit liefen die Gespräche mit Berlin.

250 Millionen soll die Anbindung kosten

Die Ausgangslage sei gut, doch werde Berlin von drei Parteien in einer Koalition regiert. „Die Grünen möchten am liebsten nur Straßenbahnen von Rudow nach Schönefeld haben, was wir aber nicht mittragen“, sagte Haase. „Der Senat hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beauftragt, vier mögliche Erweiterungen des U-Bahnnetzes zu prüfen. Dazu gehört auch die Verlängerung der U7 von Rudow bis zum Bahnhof Schönefeld“, teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit. Auch die Deutsche Bahn sei laut Haase nicht gegen das Projekt. „Jetzt muss man schauen, wie man das technisch umsetzt, wie viel das kostet und wer das bezahlt“, sagte der Bürgermeister. Rund 250 Millionen Euro soll das Bauvorhaben laut vorläufigen Schätzungen kosten. „Wenn die Bahn merkt, dass der Bedarf da ist, lässt sie auch wieder mehr Züge fahren“, so Haase. „Die Entwicklung des Bahnhofs Schönefeld hängt von der zukünftigen Nutzung des Flughafens SXF ab, welche wiederum von der Eröffnung des BER sowie des Nutzungskonzepts des Terminals SXF abhängt“, teilte ein Bahnsprecher auf MAZ-Anfrage mit.

Empfangsgebäude am Bahnhof bleibt geschlossen

„Was uns Sorge bereitet ist der Personennahverkehr, wenn der BER in Betrieb geht und Schönefeld-Alt weiter in Betrieb bleibt“, sagte der Schönefelder Gemeindevertreter Robert Rust (AfE). Das Problem sei, dass die Flughafengesellschaft noch keinen Eröffnungstermin mitgeteilt habe und man nicht wisse, wie lange der alte Schönefelder Airport noch genutzt wird. „Ich gehe davon aus, dass dieser noch rund zehn Jahre offenbleibt. Das heißt, wir müssen etwas tun“, so Rust. Wenn die Gemeinde es nicht schaffe, 60 bis 70 Prozent des Verkehrs in Richtung Schönefeld auf den Nahverkehr umzulenken, werde der Autoverkehr in der Gemeinde zusammenbrechen – so seine Prognose.

„In dem Moment wo der BER eröffnet, hält kein Regionalzug mehr in Schönefeld“, sagte Wolfgang Katzer (Linke) mit Blick auf den neuen Haltepunkt am BER-Terminal. Zehn Millionen Menschen nutzten schon heute die Strecke über Schönefeld – wenn sie mit S-Bahn und Regionalbahn fahren. Katzer schlägt daher die Wiederbelebung des Bahnhofs und des alten Bahnhofsgebäudes vor: „Hier steht ein Bahnhofsgebäude, das nur mit einem kleinen Anstoß wiederbelebt werden könnte“, sagte er. Das Bahnhofsgebäude, das Mitte der 80er Jahre erbaut wurde, hat die Bahn stillgelegt. „Service, Gastronomie, Toiletten, Büros – dort ist alles drin“, sagte Katzer. Der Bürgermeister müsse mehr Druck machen. „Wir werden über unsere Landtagsfraktion und den VBB Druck machen“, sagte Katzer. Das Empfangsgebäude am Bahnhof ist jedoch laut Bahn aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr nutzbar.

Von Oliver Becker

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