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Dahme-Spreewald Bauland in Dahme-Spreewald immer teurer
Lokales Dahme-Spreewald Bauland in Dahme-Spreewald immer teurer
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10:39 21.03.2018
Landrat Stephan Loge (l.) und Gutachterausschussvorsitzender Jürgen Kuse stellten die aktuellen Bodenrichtwerte im Landkreis Dahme-Spreewald vor. Quelle: Uta Schmidt
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Königs Wusterhausen

Die Bodenpreise im Landkreis Dahme-Spreewald haben ein 20-Jahres-Hoch erreicht. In besonders begehrten Lagen im Norden – etwa in den Städten Wildau und Königs Wusterhausen – sind die Bodenrichtwerte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 40 Prozent gestiegen. „Damit registrieren wir im zweiten Jahr in Folge einen derart dynamischen Preisanstieg bei Wohnbauland“, sagte Jürgen Kuse, der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Landkreis in Königs Wusterhausen. Der Fachausschuss hatte insgesamt 2900 abgeschlossene Kaufverträge für baureifes Land sowie land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen des Jahres 2016 ausgewertet und jetzt seine Ergebnisse vorgelegt.

Insgesamt 450 Millionen Euro wurden umgesetzt. Allein in der Stadt Königs Wusterhausen wechselten 150 Bauflächen den Eigentümer, in Schulzendorf und Schönefeld waren es je 65. Von den insgesamt 423 Bodenrichtwerten sind 115 um durchschnittlich 21 Prozent gestiegen, 291 blieben unverändert. Vor allem beim Verkauf von Wohnbauland konnten Spitzenerlöse erzielt werden. „Kein einziger Wert im Segment Wohnen sank im vergangenen Jahr. Das hatten wir noch nie“, so Kuse. Die erneuten Steigerungen der Bodenrichtwerte um 20 Prozent im Durchschnitt erklärte er mit einer starken Nachfrage in Verbindung mit der spürbaren Angebotsverknappung bei weiter bestehendem Siedlungsdruck aus Berlin und dem Ausbau der Infrastruktur. Als Preistreiber machte er die allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen mit niedrigen Zinsen sowie die Flucht ins „Betongold“ aus.

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Bauflächen entlang Bahnlinien und Autobahnen immer begehrter

Die Gutachter registrieren allerdings auch erste Indizien für das Stoppen dieser Entwicklung. „Das oberste Level dürfte erreicht sein“, sagte Kuse. Weil der Grundstückmarkt in der Region vor allem aber von Käufern geprägt sei, die eine eigene Wohnnutzung beabsichtigen, sehe er keine Gefahr für eine „Immobilienblase“. Der Landkreis sei Wohnstandort. Wohnbauflächen im Berliner Umland wechselten durchschnittlich für 105 Euro pro Quadratmeter den Besitzer. Spitzenwerte wurden erneut in den Uferlagen am Zeuthener See mit 350 Euro pro Quadratmeter sowie im Schönefelder Ortsteil Großziethen mit 250 Euro pro Quadratmeter erzielt. Bei Ufergrundstücken auf dem Miersdorfer Werder in Zeuthen kletterten die Quadratmeterpreise von 180 auf 250 Euro.

„Die meisten Baulücken sind weg“, so Jürgen Kuse. Immer begehrter würden in der Folge Wohnungsbauflächen entlang der Eisenbahnlinien und Autobahnen. So wurden allein in der Gemeinde Bestensee im vergangen Jahr 70 Bauplätze verkauft und in guten Lagen 100 Euro je Quadratmeter erzielt werden. Wie in den Vorjahren wären die Befürchtungen signifikanter Preisrückgänge für Wohnbauflächen in den Gemeinden des Flughafenumfelds anhand der vorliegenden Kaufverträge nicht beobachtet worden, so Kurse weiter zur Arbeit im ehrenamtlichen Gremium. Insbesondere in den betroffenen S-Bahn-Gemeinden wies das Preisniveau bei kräftiger Nachfrage Steigerungen ebenso um 20 Prozent auf.

Markt ist Süden ist stabil

Eine Sonderstellung nimmt nach wie vor der Immobilienmarkt in der Flughafengemeinde Schönefeld ein, wo im vergangenen Jahr Bauland, Häuser und Gewerbeflächen für insgesamt 180 Millionen Euro den Besitzer wechselten. Der Preis für Gewerbeflächen liegt dort mittlerweile bei 450 Euro pro Quadratmeter. In Waßmannsdorf sank der Bodenrichtwert auf 100 Euro. In Waltersdorf stiegen hingegen die Baulandpreise weiter – trotz des Fluglärms.

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Der Markt für Wohnbauland im ländlich geprägten Süden des Landreises, im sogenannten „weiteren Metropolenraum“, wird von den Gutachtern als „ sehr stabil mit nur sporadischen Preisansteigen“ beschrieben. Die Spitzenwerte sind in Lübben mit 65 Euro je Quadratmeter Wohnbauland zu finden. Gerade in der Kreisstadt sieht Landrat Stephan Loge (SPD) noch viel Potenzial für Bauherren mit Wohnungsbauabsichten. Im unmittelbaren Bahnhofsumfeld wäre noch Platz für 700 Wohneinheiten. „Über die Regio-Anbindung kommt man aus Lübben binnen einer halben Stunde nach Berlin. Das ist eine interessante Lage“, so Loge. Angesichts der Nachfrage an Wohnraum würde Kommunen bei der Entwicklung von Baufeldern eine wachsende Verantwortung zukommen. In dörflichen Lagen des Südkreises verharren die Bodenrichtwerte konstant zwischen fünf und zehn Euro je Quadratmeter. Bodenrichtwerte für Gewerbeflächen stiegen durchschnittlich nur um fünf Prozent.

Die Bodenrichtwerte werden von Gutachterausschüssen landeseinheitlich bereitgestellt und sind unter www.boris-brandenburg.de kostenfrei einsehbar. Die aktuellen Werte stehen ab März im Netz. Die Bodenrichtwerte seien ein Ausdruck der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung im Landkreis und dienten den Kommunen als wichtige Planungsgrundlage. Der Siedlungsdruck sei groß in der gesamten Hauptstadtregion, so Kuse.

Von Uta Schmidt