Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Bekenntnisse auf Facebook
Lokales Dahme-Spreewald Bekenntnisse auf Facebook
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:50 04.02.2014
So sieht das Facebookprofil von Landrätin Kornelia Wehlan aus. Quelle: Screenshot

Hätten Sie gedacht, dass Landrat Stephan Loge (SPD) auf das Maggie-Kochstudio steht, der CDU-Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum im Dschungelcamp-Fieber steckt und „Die Muppets“ mag? Solche Informationen geben Prominente und Politiker aus der Region Dahmeland-Fläming nicht unbedingt im Pressegespräch preis – dafür verkünden sie es ganz öffentlich auf ihren Facebook-Seiten.

Sehr freigiebig ist Ludwigsfeldes Bürgermeister Frank Gerhard (SPD). Regelmäßig gibt es neue Bilder – mal sind sie ganz politisch, wie beim jüngsten Parteitag der SPD, mal ist er als Privatmann beim Neujahrsfeuerwerk oder auf dem Knutfest auf den Fotos zu entdecken. Über seine Freizeitinteressen lässt sich ebenfalls einiges auf Gerhards Facebook-Seite erfahren – sei es der Musikgeschmack (Jonny Cash, Udo Lindenberg, Böhse Onkelz und Falco) oder seine Lieblingsfilme (von „Rocky“ über „No country for old men“ bis hin zu den Streifen von Regisseur Quentin Tarantino).

Einen ähnlichen Filmgeschmack legt Klaus Ness an den Tag. Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion teilt der Welt aber auch gerne mit, was ihn in Sachen Musik beschäftigt: „Höre endlich mal in Ruhe die neue Scheibe von Bruce Springsteen ,High Hopes’. Schon nach fünf Stücken sage ich, die muss Mensch einfach haben.“ Facebook eignet sich aber auch dafür, um Farbe zu bekennen. Gleichgesinnte können sich in Gruppen zusammenschließen – Klaus Ness ist zum Beispiel Mitglied von „Die, für die Merkel unerträglich ist“. Der Landrat von Dahme-Spreewald ist da weniger politisch. Er hat sich der Gruppe angeschlossen, die sich für einen „Gefällt-mir-nicht-Button“ stark macht, Björn Lakenmacher, Landtagsabgeordneter der CDU, gehört zu den Mitgliedern der „Partynews“ und die Bundestagsabgeordnete Jana Schimke outet sich als Fan des Motorsports durch ihre Mitgliedschaft in „Motocross Haenchen“.

Björn Casapietra braucht keine Gruppen, um seine Standpunkte klar zu machen. Der Sänger hat in seinem Profil unter politischer Einstellung folgendes eingegeben: „Die Zukunft ist multikulturell“. Der Sänger nutzt seine Facebook-Präsenz vor allem, um Tourbilder zu zeigen und auf seine Arbeit aufmerksam zu machen.

Lokaler Facebook-Auftritt

Seit einigen Wochen hat die Märkische Allgemeine auch für die Region Dahmeland-Fläming einen Facebook-Auftritt. Dort finden sie ganz schnell und ohne lange zu suchen die wichtigsten, schönsten und kuriosesten Nachrichten aus unseren vier Lokalausgaben, dem Dahme Kurier, der Luckenwalder und Zossener Rundschau und dem Jüterboger Echo.

Wir posten zum Beispiel regelmäßig aktuelle Polizeimeldungen und Nachrichten und verweisen immer direkt auf unseren regulären Internetauftritt. Außerdem können Sie bei uns schon am Abend einige Geschichten lesen, die erst am nächsten Tag in der Zeitung stehen.

Mit unserem Facebook-Auftritt haben sie so immer den Überblick, was gerade in der Region zwischen Königs Wusterhausen und Jüterbog passiert und vor allem darüber, über was die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet. Deswegen freuen wir uns, wenn sie unserer Seite folgen, sie ihren virtuellen Daumen heben und uns liken. Sie können unsere Posts dann mit ihren Freunden teilen, Kommentare schreiben oder Nachrichten an uns senden.

Wir wünschen uns aber, dass nicht nur Sie von unserem Facebook-Auftritt profitieren. Denn das Netzwerk lebt hauptsächlich von Interaktion. Wir freuen uns deswegen, wenn Sie uns über unsrere Facebook-Seite Hinweise geben, was gerade bei Ihnen passiert und ob es Geschichten gibt, denen wir einmal nachspüren sollten. Sie können aber auch gerne eine Diskussion zu einem Thema anstoßen in dem sie einen Kommentar zu einem unserere Artikel hinterlassen.

Ähnlich macht es auch Stefan Krähe, Sänger der Band „Six“. Neuerdings zeigt er sich auf seinem Profilbild mit nacktem Oberkörper und Baseball-Kappe. 2252 Fotos hat er bereits ins Netz gestellt, um Eindrücke vergangener Auftritte zu teilen. Und seine Anhänger hinterlassen gerne Nachrichten auf der Pinnwand: „Es war soooooo schön, Die Stimmung war super. Danke Six für den tollen Abend. Danke für euren bunten Strauß voller Musik“, schrieb kürzlich ein weiblicher Fan.
Auch Teltow-Flämings Landrätin bekennt sich auf Facebook zur Jüterboger Band. „Six mag ich sehr“, postete Kornelia Wehlan (Linke) gemeinsam mit dem Youtube-Video zu „Geliebt und verletzt“. Auch auf anderen Konzerten treibt sie sich privat gerne herum, wie sich aus ihrer Chronik ablesen lässt: „Komme grad vom Prinzen-Konzert in der Jakobikirche in Luckenwalde. Einfach toll und am Schluss noch Julimond. Rio, du fehlst.“

Ludwigsfelde hat die meisten Fans

Daumen hoch! Dieses Zeichen bedeutet in der Welt von Facebook Zustimmung, Wertschätzung oder schlicht: gefällt mir. Mit einem Mausklick kann man auch der Verbundenheit zur eigenen Heimat Ausdruck verleihen. Denn im sozialen Netzwerk lassen sich nicht nur Menschen finden, sondern auch die Städte und Gemeinden aus der Region Dahmeland-Fläming. Die meisten Fans kann dabei die Stadt Ludwigsfelde für sich verbuchen. 3813 „Gefällt mir“-Angaben sind derzeit auf dem offiziellen Facebook-Auftritt zu finden. Auf der Seite verkündet die Stadtverwaltung die neuesten Termine, zeigt Fotos vergangener Veranstaltungen oder bittet die Bürger um Unterstützung – sei es als Wahlhelfer oder bei der Suche nach vermissten Haustieren.

Neben Ludwigsfelde ist Trebbin die einzige Stadt in der Region, die sich ihren eigenen Facebook-Auftritt gezimmert hat. 448 Leuten bekunden ihre Sympathie zur Clauertstadt. Genutzt wird die Seite, um Trebbiner Ereignisse und Dorfansichten zu dokumentieren. Gerne macht die Stadtverwaltung auf diesem Wege auch auf Vandalismus aufmerksam und hofft so auf Hinweise zu den Tätern.

Die übrigen Kommunen in der Region sind nicht mit eigenen Seiten auf der Internetplattform vertreten – zu finden sind sie trotzdem. Denn Facebook generiert automatisch Einträge von Orten und bestückt diese mit Informationen aus dem Internetlexikon Wikipedia. Besonders oft wurde bisher für Königs Wusterhausen der „Gefällt mir“-Button gedrückt. Die Stadt darf sich über 1529 Fans freuen. Dicht auf den Fersen sind die Städte Jüterbog (1376) und Luckenwalde (1307). Das war es dann auch schon im vierstelligen Bereich. Blankenfelde-Mahlow ist zumindest knapp davor, die 1000-Marke zu knacken. Im Moment gefällt 938 Nutzern die Gemeinde in Teltow-Fläming. Etwas weniger beliebt – zumindest aus Facebook-Perspektive – sind Großbeeren, Rangsdorf, Wildau, Zeuthen und Zossen. Sie haben jeweils zwischen 500 bis 650 Fans. Eichwalde schafft es auf 423. Danach reihen sich Schulzendorf (274), Schönefeld (269), Am Mellensee (163), Baruth (139), Nuthe-Urstromtal (125) und der Niedergörsdorfer Ortsteil Altes Lager (118) ein.

Weniger als 100 Sympathie-Daumen kommen für Niedergörsdorf (87) und Niederer Fläming (18) zusammen. Auf den ersten Blick sieht es auch schlecht für das Amt Schenkenländchen aus: nur elfmal „gefällt mir“. Doch wer weiter klickt merkt, dass Halbe (206), Teupitz (149), Groß Köris (155), Schwerin (135), Märkisch Buchholz (98) und Münchehofe (58) sich ganz selbstständig auf Facebook behaupten. Ähnlich wie die Ortsteile der Gemeinde Heidesee: Die meisten Fans hat Prieros (290) gefolgt von Friedersdorf (72), Blossin (56), Wolzig (32), Bindow (26) Gräbendorf (23), Streganz (16) und Dolgenbrodt (9). Bleibt noch das Dorf Dannenreich: Mit sieben Fans übernimmt es das Schlusslicht im Vergleich.

Ganz andere Töne gibt es auf der Seite von Stefan Bengs aus Bestensee. Der Motorradkünstler nahm kürzlich an der TV-Show „Die Millionärswahl“ teil – ein Ereignis, das nicht nur das Fernsehen, sondern auch die Internet-Gemeinschaft dokumentiert hat. Zu sehen ist derzeit ein Foto mit Moderator Elton, aber auch ein Schnappschuss mit Extremsportler Felix Baumgartner. Dazu folgende Zeilen von Stefan Bengs: „Sein Spruch beim Verabschieden: Stefan, pass auf dich auf, dein Sport ist gefährlich! Das von dem Mann zuhören, der aus dem Weltall gesprungen ist!“

Nicht alle Facebook-Mitglieder sind aber so rege aktiv, wie die bereits genannten. Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU) ist eher sparsam im Netzwerk unterwegs, drückt „gefällt mir“ bei Trebbiner Gastronomie-Betrieben und Musikbands – das war’s. Seit dem Ende des Wahlkampfs passiert auch auf der Seite von Staatssekretärin Tina Fischer (SPD) recht wenig. Eines der jüngsten Bilder zeigt eine Weihnachtskeksdose bei der Kreistagssitzung. Und nun? Funkstille.

Das denken die MAZ-Mitarbeiter über Facebook

Versprechen gehalten 

von Martin Küper

Kurz vor dem Abi hatte ich meinen Schulfreund schon abgeschrieben. Nach der Hochzeit mit einem Mädchen aus seiner Gemeinde würde er bei den Zeugen Jehovas sicher endgültig versumpfen. Dass die Trauung geplatzt und er über ein paar Umwege als Barkeeper in Melbourne gelandet war, davon erfuhr ich erst Jahre später – über Facebook.

Auf den ersten Blick wirkt Mark Zuckerbergs Vision von der totalen Vernetzung wie die Vorhölle der totalen Überwachung. Wenn jeder jeden kennt und alle alles teilen, gibt es kein Geheimnis mehr. Schon gar nicht vor dem Datenkraken an der Spitze, der jede Statusmeldung und jedes „like“ seiner Mitglieder als potentielle Kaufentscheidung genau registriert.

Aber das ist der Unterschied zum großen Bruder: Bei Facebook entscheide ich, was andere von mir erfahren. Niemand zwingt mich, auf dem Marktplatz der Eitelkeiten blank zu ziehen und meine erlesenen Konsumentscheidungen aller Welt unter die Nase zu reiben – zu schweigen von durchzechten Nächten und sexuellen Vorlieben. Es stimmt: Mark Zuckerbergs Geschäftsmodell basiert auf eben diesem Exhibitionismus, der sich über personalisierte Werbung zu Geld machen lässt. Doch das verpflichtet mich zu gar nichts. Facebook ist das Versprechen, in Kontakt zu bleiben: mit vergessenen Schulfreunden, früheren Kollegen oder einer flüchtigen Bekanntschaft. Und das Versprechen hat Facebook gehalten.

Viel zu leichtsinnig

von Elinor Wenke

Auch wenn das manche für altmodisch halten, ich nutze Facebook (noch) nicht. Der ganze Hokuspokus darum ist übertrieben. Alles und jeder wird leichtsinnig ins Netz gestellt. Wen interessiert es denn, ob ich gerade in Berlin shoppen gehe, Kartoffelsuppe koche oder ein Radieschen ernte? Ob die Hose zu eng ist oder vor meiner Haustür die Sonne scheint? Und wo ich mit wem Urlaub mache, geht auch nur die Leute etwas an, die mir am Herzen liegen. Wer sein Urlaubsziel vielfach und sorglos kund tut, muss sich nicht wundern, wenn in der Zeit die Einbrecher die Kartoffelsuppe löffeln.
Ich will nicht mit jedem oberflächlich „befreundet“ sein, der sich gerade auf mein Profil verirrt hat oder meine Freunde kennt. Ich will nicht massenelektronisch zur Party einladen, sondern von Angesicht zu Angesicht. Dass Leute Fotos von ihren Kindern oder Enkeln ins Netz stellen, halte ich nicht nur für unsensibel, sondern für gefährlich. Wer garantiert, dass die Daten nicht missbraucht werden? Und wenn jemandens Nase oder Meinung nicht passt, kann virtuell eine Hetzjagd auf ihn veranstaltet werden. Nein danke!
Ich bin ja nicht generell gegen soziale Netzwerke. So habe ich über Stayfriends mit wenigen Mausklicks alte Mitschüler wiedergefunden, wofür ich sonst Monate gebraucht hätte. Aber ich nutze die Kontakte sparsam und achte sorgfältig darauf, keine Fotos ins Netz zu stellen.

Von Nadine Pensold

Mehr zum Thema

Facebook-Nutzer können ihr Profil künftig nicht mehr von der Suchfunktion des Netzwerkes verbergen. Bisher konnten sie festlegen, dass sie bei einer namentlichen Suche über die Webseite nicht auftauchen wollen.

11.10.2013

Können Nutzer künftig per Facebook bezahlen? Daran arbeitet das weltgrößte Online-Netzwerk. Facebook will demnächst in den USA einen Dienst testen, mit dem es Zahlungen bei ausgewählten Handelspartnern abwickeln kann, berichtete am Donnerstag das "Wall Street Journal"-Blog "All Things D".

15.08.2013

Facebooks Suchfunktion schließt künftig alle Mitglieder ein, ein Ausklinken ist nicht mehr möglich. Wer die entsprechende Funktion noch nutzt, soll extra informiert werden.

11.10.2013
Dahme-Spreewald Die Balz der Tiere hat bereits begonnen - einen Monat früher - 200 Kraniche werden vermisst

Zwischen Ragow und Deutsch Wusterhausen kann zurzeit wieder ein Naturschauspiel beobachtet werden. Auf den Feldern haben sich balzende Kraniche niedergelassen. Wesentlich früher als sonst. Vogelexperten sind begeistern. Aber auch ratlos. Denn bei ihren Zählungen kommen sie auf 200 Kraniche weniger als sonst.

03.02.2014
Dahme-Spreewald Gemeinde Zeuthen vermietet in Eigenregie - Die Wohnungssuche führt über Wartelisten

In Zeuthen gibt es viele Villen. Klar, die Lage am See ist attraktiv. Dennoch: In der Gemeinde gibt es auch 327 kommunale Wohnungen. Sie werden von der Gemeinde selbst verwaltet. In diesen Wohnungen leben hauptsächlich ältere Menschen.

03.02.2014
Dahme-Spreewald Ladenschließung schadet Mittenwaldes Innenstadt - Suche nach Mieter für die Nahkauf-Halle bisher erfolglos

Seit Jahresbeginn gibt es in Mittenwaldes Innenstadt keinen Lebensmittel-Laden mehr. Für die Ende Dezember geschlossene Nahkauf-Halle wird immer noch ein Nachmieter gesucht. Darüber sind besonders die Anwohner enttäuscht. Hoffnung auf einen neuen Laden sind eher vage.

03.02.2014