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Dahme-Spreewald Landrat erteilt Oberschule klare Absage
Lokales Dahme-Spreewald Landrat erteilt Oberschule klare Absage
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14:58 15.05.2019
Will nicht klein beigeben: Bestensees Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos). Quelle: Andrea Müller
Bestensee

Die Gemeinde Bestensee will nach dem Abgang der privaten Gesamtschule „Villa Elisabeth“ eine neue weiterführende Schule im Ort einrichten. Einen entsprechenden Beschluss haben die Gemeindevertreter im Februar gefasst – aber ein Spaziergang wird es nicht. Landrat Stephan Loge (SPD) erteilte dem Ansinnen jetzt erstmal eine deutliche Absage.

In einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage im Kreistag erklärte Loge, die Gemeinde Bestensee könne nur dann Trägerin einer weiterführenden Schule werden, wenn die notwendige Anzahl an Schülern aus dem eigenen Gemeindegebiet aufgebracht und andere Schulstandorte nicht gefährdet würden. Beides sei nicht gegeben.

Betrieb muss fünf Jahre lang gesichert sein

Konkret müsse im Falle von Bestensee abgesichert sein, dass fünf Jahre lang mindestens 50 Schüler pro Jahr in die neue weiterführende Schule überführt werden. Die Zahlen des statistischen Landesamts geben das aber laut Loge nicht her.

Laut Landesamt – das für gewöhnlich konservativ schätzt und mit seinen Annahmen unter den reellen Zahlen liegt – verlassen zwar jedes Jahr mehr als 50 Schüler die Bestenseer Grundschule. Aber: Ein Teil davon wechselt aufs Gymnasium. Und ein anderer Teil besucht danach die Oberschule in Groß Köris. Und deren Bestand hat für den Landrat Priorität, weil sie den ländlichen Raum stärkt.

Loge: Oberschule Groß Köris wäre massiv gefährdet

Die restlichen Schüler, die eine Oberschule in Bestensee besuchen könnten, reichen laut Loge nicht aus, um einen geordneten Betrieb einer weiterführenden Schule in Bestensee abzusichern. Aber selbst wenn es genügend Kinder gäbe, würde das laut Loge als Argument nicht ausreichen. Denn im Amt Schenkenländchen werde ein Einwohnerrückgang erwartet, deshalb sei die Oberschule Groß Köris auch künftig auf Bestenseer Schüler angewiesen. „Eine Oberschule in der Gemeinde Bestensee würde die Oberschule Groß Köris somit trotz steigender Schülerzahlen in Bestensee massiv gefährden“, so Loge.

Bestensees Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos) versteht das als Kampfansage. „Ich glaube, dass wir die Voraussetzungen erfüllen und ich werde weiter um die Schule kämpfen“, sagt er. Zuletzt seien vier erste Klassen in die Bestenseer Grundschule eingeschult worden, in zwei Jahren werden es allen Prognosen zufolge fünf sein. „Damit habe ich die Garantie, dass ich die Schülerzahlen erreiche. Wenn der Landrat allerdings die Schüler rausrechnet, die jetzt nach Groß Köris gehen, dann begeben wir uns auf den Kriegspfad“, so Quasdorf.

Quasdorf: „Groß Köris nicht mein Problem“

Das Schicksal der Groß Köriser Schule sei für ihn nicht relavant. „Ich bin in Bestensee gewählter Bürgermeister. Womöglich hat die Schule in Groß Köris keine Daseinsberechtigung mehr, wenn unsere Schüler dort wegfallen. Aber das kann nicht mein Problem sein“, so Quasdorf.

Noch vor den Sommerferien will der Bestenseer Bürgermeister auf die Eltern der örtlichen Grundschüler zugehen und Fragebögen verteilen. Darin will er die Erwartungen der Eltern an eine weiterführende Schule im Ort abfragen. „Dann wissen wir, wo wir stehen und können weiter planen“, sagt Quasdorf.

Die private Gesamtschule „Villa Elisabeth“ hatte sich erst kürzlich aus Bestensee zurückgezogen. Die Schule hatte gehofft, in das jetzige Rathaus einziehen zu können. Weil die Bestenseer sich aber bislang nicht auf den Bau eines neuen Rathauses einigen konnten, zog die Schule nach Eichwalde.

Von Oliver Fischer

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