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Bestensee Streit um Ampel an Bestenseer Bahnübergang
Lokales Dahme-Spreewald Bestensee Streit um Ampel an Bestenseer Bahnübergang
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15:28 14.08.2019
Wenn sich die Schranke am Bahnübergang in Bestensee senkt, bilden sich regelmäßig lange Staus, weil dann auch die Ampel an der Kreuzung automatisch auf Rot umstellt. Quelle: Andrea Müller
Bestensee

Die Ampel am Bahnübergang in Bestensee sorgt im Ort immer wieder für Staus. Nur wenn sie abgeschaltet ist, flutscht der Verkehr. Deswegen wollen die Bestenseer nur eins: Weg mit dem Ding! Daraus wird wohl nichts, aber jetzt ist immerhin klar, wer für die Errichtung der Ampel verantwortlich ist.

Rückstaus auf Bahnübergang vermeiden

Noch vor zwei Wochen hieß es vom Pressesprecher der Gemeinde, Roland Holm, die Ampel sei vom Eisenbahn-Bundesamt angewiesen worden. Die Deutsche Bahn teilte dazu mit: „Die Notwendigkeit der Lichtsignalanlage sowie der Ampel ergibt sich aus dem erforderlichen regelmäßigen Räumen des Straßenknotens B 246/L 743 und damit der Unterbindung eines Rückstaus auf den vorhandenen Bahnübergang.“ Es wird auch auf die Anweisung aus dem Eisenbahn-Bundesamt verwiesen.

Quelle: Andrea Müller

Bürger wandte sich an die Bahn

Das ließ Matthias Rackwitz nicht los. Er wandte sich an das Eisenbahn-Bundesamt. Heino Roßmann antwortete ihm in einem langen Schreiben. Darin heißt es: „Die Ampelanlage an der Einmündung der Motzener Straße in die Hauptstraße wurde nicht durch das Eisenbahn-Bundesamt gefordert.“ Der Umbau der Kreuzung habe der Planung und dem Wunsch des Straßenbaulastträgers entsprochen. In Zusammenarbeit mit der DB Netz AG habe man sich darauf verständigt, die Ampelanlage mit der Sicherung des Bahnübergangs zu verbinden.

Landesbetrieb verweist auf Landkreis

Auf Anfrage, wer diese Ampel denn nun eigentlich auf den Weg gebracht hat, antwortete Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen in Brandenburg, dass Lichtsignalanlagen grundsätzlich einer verkehrsrechtlichen Anordnung bedürfen. „Diese kommt in der Regel von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises“, teilt sie mit.

Abschluss einer Kreuzungsvereinbarung

Landkreissprecherin Janet Grund dazu: „Es ist richtig, dass das Straßenverkehrsamt des Landkreises Dahme-Spreewald diese Ampel angeordnet hat.“ Die Sicherungsmaßnahme des Bahnübergangs sei in einer Kreuzungsvereinbarung zwischen der DB Netz AG, dem Landesbetrieb und der Gemeinde Bestensee geregelt worden.

Zur Geschichte des Bahnübergangs

Die Lichtsignalanlage an der Kreuzung sei Bestandteil dieser Vereinbarung, so Landkreis-Sprecherin Grund. Diese sei 2007 getroffen worden. Es ist das selbe Jahr, in dem im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bahnstrecke Cottbus-Berlin seitens der DB Netz AG mechanische durch moderne elektronische Stellwerkstechnik ersetzt wurde. Verbunden mit dem Ausbau der Bahnstrecke war auch der Umbau des Bahnübergangs in Bestensee.

Die Ampel am Bahnübergang wurde vom Landkreis Dahme-Spreewald angewiesen, nachdem eine Kreuzungsvereinbarung abgeschlossen wurde – in Zusammenarbeit mit der DB Netz AG und der Gemeinde Bestensee. Quelle: Andrea Müller

Sicherheit hat Vorrang

Trotz der regelmäßigen Staus am Bahnübergang hat der Landkreis eine klare Meinung zur Ampelanlage: „Die Sicherheit des Bahnübergangs hat hierbei zweifelsfrei Vorrang vor der Leichtigkeit des Verkehrsablaufes am Knotenpunkt.“ Im Jahre 2009 seien Messungen durchgeführt worden, um herauszufinden, wie hoch die Verkehrsbelastung im Bereich des Bahnübergangs ist. Dabei, so Grund, habe man am Nachmittag 631 Fahrzeuge pro Stunde gezählt.

Zu wenig Platz im Kreuzungsbereich

Auf Grund dieser hohen Verkehrsbelastung sei damals ein Rückstau auf den Bahnübergang nicht auszuschließen gewesen. Die Gründe hierfür seien insbesondere der nicht unerhebliche Teil der Linksabbieger von der Hauptstraße in die Motzener Straße sowie die unzureichende Aufstellfläche an der Tankstelle gewesen.

Abschaltung wird ausgeschlossen

Der Landkreis schließt eine Abschaltung der Ampel kategorisch aus. Die Aussage, dass bei einer abgeschalteten Lichtsignalanlage, der Verkehr besser „läuft“ sei zu allgemein und zu subjektiv gedacht. Bereits im Jahr 2009 sei diese Idee intensiv diskutiert worden. Von Seiten der DB-Netz AG sei diesem Vorschlag aber im Rahmen eines Nachtrags zur Kreuzungsvereinbarung nicht zugestimmt worden. Ein Abschalten der Lichtsignalanlage führe zu nicht unerheblichen Risiken hinsichtlich der Verkehrssicherheit und darf deshalb nicht in Betracht gezogen werden, so die Landkreis-Sprecherin.

Immer mehr Verkehr

Auch aufgrund des immer dichter werdenden Verkehrsstromes auf der B 246 und der damit geringeren Zeitlücken für den Linksabbieger in der Hauptstraße in die Motzener Straße dürfe und könne die dauerhafte Abschaltung der Lichtsignalanlage nicht in Betracht gezogen werden, so Grund.

Abbiegespur kommt

Deswegen habe man sich laut der Sprecherin darauf geeinigt, die Zufahrt B 246 mit einer Rechtsabbiegerspur sowie die Zufahrt L 743 (Süd) mit einer Linksabbiegerspur zu versehen. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Herbst beginnen.

Von Andrea Müller

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