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Bestensee Bau-Boom: Plan Bestensee spielt nicht mehr mit
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16:16 29.10.2019
In Bestensee wird viel gebaut. Soll es so weiter gehen? Plan Bestensee will dem einen Riegel vorschieben, solange es keinen Ortsentwicklungsausschuss gibt. Quelle: Andrea Müller
Bestensee

Bestensee platzt förmlich aus allen Nähten. Es wird gebaut, was das Zeug her hält, und es kommen stets neue Wohngebiete dazu. Dem will die Fraktion Plan Bestensee jetzt einen Riegel vorschieben, solange es für die Gemeinde keinen Ortsentwicklungsplan gibt.

Die Vorhaben

Erst im jüngsten Bauausschuss ging es um nächste Bauvorhaben wie etwa im Bauernweg oder auf dem Gelände neben der Waldkita im Ortsteil Pätz. Aber auch im Wustrocken wird weiter gebaut, sowie an der „Fischerei“ gehen die Bauarbeiten voran. Dieses Wohngebiet soll ebenfalls über das bereits bestehende Maß hinaus wachsen.

Im Wustrocken wird weiter gebaut. Das bestehende Wohngebiet wird deutlich größer. Quelle: Andrea Müller

Neuer Zuzug unverantwortlich

„So kann es nicht weiter gehen, solange wir keinen Ortsentwicklungsplan haben“, formuliert es Jürgen Ostländer von Plan Bestensee. Deswegen hatte sein Fraktions-Kollege im jüngsten Bauausschuss ein Schreiben vorgetragen. Darin heißt es: „Wir, die Fraktion Plan Bestensee, halten eine weitere Erschließung von neuen Bauvorhaben, die einen weiteren Zuzug von Bürgern nach sich ziehen, für unverantwortlich.“ Denn dadurch könnte die weitere Entwicklung von Bestensee gefährdet sein; zudem würden die Belange aller Bürger nicht berücksichtigt.

Bauernweg contra Gewerbegebiet?

Im Einzelnen wird auf die geplanten Projekte eingegangen. So könne nach Auffassung von Jürgen Ostländer und Anhängern das Bauvorhaben Bauernweg der Entwicklung eines möglichen Gewerbegebietes in Richtung Autobahn entgegen stehen.

Gemeinbedarf gemeinsam nutzen

Die Planungen an der B 179 in Pätz dürften einer Erweiterung der bestehenden Waldkita zuwider laufen. „Diese Fläche ist eigentlich als Fläche für Gemeinbedarf ausgewiesen“, erklärt Jürgen Ostländer. Deswegen solle sie auch so genutzt werden.

Verkehr schon heute problematisch

Den Einleitungsbeschluss für den „Waldweg – Mittelweg“ halte Plan Bestensee für kaum machbar, da dies eine weitere Verstärkung des Verkehrs nach sich ziehen würde. „Der ist bereits heute problematisch“, so der Plan-Bestensee-Chef. In diesem Zusammenhang weist er auf die „katastrophale Situation“ im Bereich des Bahnübergangs hin.

Vorgaben schon jetzt kaum einhaltbar

„Den Bürgern der Gemeinde ist ein weiterer Zuzug von Einwohnern ohne die Stärkung der Infrastruktur nicht zuzumuten“, heißt es in dem öffentlich verlesenen Schreiben. Bereits jetzt könnten die gesetzlich vorgeschriebenen Maßgaben hinsichtlich der Bereitstellung von Kindergarten- und Schulplätzen kaum noch eingehalten werden.

Darüber hinaus fehlten Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Bus- und Zugverbindungen, Parkplätze, Radwege. „Vor diesem Hintergrund sind die Motivation und die Absicht des Bürgermeisters, eine Einwohnerzahl von 12.000 zu erreichen, dringend zu hinterfragen“, betont Ostländer und besteht auf einem Ortsentwicklungsplan, der von der Gemeindevertretung beschlossen worden war.

Bonava baut auch im Bestenseer Ortsteil Pätz. Die ersten Häuser stehen inzwischen und stehen vor der Fertigstellung. Quelle: Andrea Müller

Flächennutzungsplan bindend

Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos) sieht das Papier von Plan Bestensee politisch gesehen als „polemische Attacke auf die Entwicklung von Bestensee“. Für ihn sei der Flächennutzungsplan bindend, auf dessen Grundlage Bauvorhaben bearbeitet werden. Würde die Verwaltung dem Rat von Plan Bestensee folgen, hieße das, ein Mehr an Arbeit vor allem für die Planer bei der Organisation und Bearbeitung, doch am Ende würde nichts heraus kommen.

Verweigerung der Zustimmung

Dennoch kündigte Plan Bestensee an, in der Gemeindevertretung, in den Ausschüssen und im Ortsbeirat weiteren Bauvorhaben nicht mehr zuzustimmen, bis Maßnahmen zur Entwicklung der Gemeinde und Infrastruktur verbindlich eingeleitet wurden.

Von Andrea Müller

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