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10:28 20.07.2018
Peter Neumann gießt die Blumenampeln an der Bestenseer Hauptstraße
Peter Neumann gießt die Blumenampeln an der Bestenseer Hauptstraße Quelle: Andrea Müller
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Bestensee

Wenn es heiß ist, macht sich Peter Neumann jeden Tag mit seinem Wägelchen Marke Eigenbau auf den Weg entlang der Bestenseer Hauptstraße. Darin befindet sich ein 50-Liter-Wassertank, eine Autobatterie, eine Pumpe und ein langer Wasserhaken. Peter Neumann gießt damit die Geranien an den Straßenlaternen.

Ein Tüftler vor dem Herrn

„Damit komme ich bequem an die Blumenampeln“, erklärt Peter Neumann. Der Mittsiebziger blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Bis heute schafft er in der lange selbst geführten Firma Gas-Neumann, ist Vorsitzender des Bestenseer Gewerbevereins und engagiert sich bei den Unabhängigen Bürgern in der Gemeindevertretung. Zudem ist er ein Tüftler, einer, der aus Stroh Gold macht. In seinem Fall aus einem Einkaufskorb auf Rädern einen Gießwagen. Auch einen alten Trabbi hat der Mann gerade wieder flott gemacht. Zwei Jahre habe er daran geschraubt.

In Ungarn Gefallen daran gefunden

Vor Jahren hat Peter Neumann während einer Ungarn-Reise Gefallen an den Blumenampeln gefunden, die bei den Magyaren entlang der Straße den Ort verschönerten. Zurück in der Heimat machte er der Gemeinde den Vorschlag, eben solche Blumenkörbe aufzuhängen. Doch anfangs habe man sich schwer getan. „Die wollten im Ernst von mir eine statische Berechnung, ob die Laternen das aushalten“, sagt Neumann und lacht. Er sei nicht weiter auf diese Forderung eingegangen. Stattdessen habe er einfach Blumenkörbe gekauft, die notwendigen Aufhängevorrichtungen selbst gebaut und sie an den Laternen in der Hauptstraße aufgehängt. Die Gärtnerei Koch habe sie bepflanzt.

Ein 50-Liter-Wassertank, eine Autobatterie, der Gießhaken und ein Eimerchen für den Müll, den Peter Neumann unterwegs aufsammelt. Quelle: Andrea Müller

Gemeinde zog nach

Inzwischen hängen in fast allen Straßen der Gemeinde an den Laternen solche Blumenampeln mit roten Geranien. In der Regel kümmert sich der Bestenseer Bauhof um sie. Per Joystick wird ein Arm mit einer Art Dusche daran hochgefahren. Ist alles in der richtigen Position, wird das Wasser dazu geschaltet. Alles hochmodern.

Arbeit per Hand

Bei Peter Neumann passiert das alles weiterhin per Hand. Für seine 14 Ampeln betankt er den großen Wassertank. Damit läuft er von seinem Grundstück aus erst nach rechts in Richtung Friedhof, um dort die Blumen mit Wasser zu versorgen. Er schaltet die Pumpe ein, die über die Autobatterie mit Strom versorgt wird. Nach wenigen Sekunden schießt aus dem gebogenen Rohr das Wasser. Peter Neumann hält es in die Blumenampeln, bis die Pflanzen darin versorgt sind. Dann schaltet er die Pumpe ab und zieht zur nächsten Laterne. Später geht er links weiter in Richtung Dorf, bis die Arbeit erledigt ist. Das dauert eine dreiviertel Stunde. „Mit Quatschen“, ergänzt Neumann. Das müsse schon sein in einem Dorf.

Mit dem gebogenen Rohr kommt Peter Neumann gut an die Blumenampeln an der Bestenseer Hauptstraße heran. Quelle: Andrea Müller

3700 Liter Wasserverbrauch im Jahr

Im Jahr verteilt der Bestenseer auf diese Weise mehr als 3700 Liter Wasser. Das kommt aus einem Brunnen auf seinem Grundstück. Neuerdings hat er in dem Gießwagen noch ein Eimerchen platziert. Da hinein kommt der Müll, den Peter Neumann unterwegs aufsammelt.

Die Geranien gedeihen prächtig in den Blumenampeln an den Laternen in der Hauptstraße, die Peter Neumann gestiftet hat und seither pflegt. Quelle: Andrea Müller

Von Andrea Müller

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