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Bestensee Historischer Friedhof bleibt erhalten
Lokales Dahme-Spreewald Bestensee Historischer Friedhof bleibt erhalten
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12:24 07.01.2020
Der Heimatverein Pätz mit Britta Beyer an der Spitze kümmert sich um die Erhaltung der historischen Grabstätten. Quelle: Andrea Müller
Pätz

Der historische Teil des Pätzer Friedhofs soll nicht nur erhalten werden; er soll wieder so hergerichtet werden, dass ihn Besucher besichtigen können. „Jedes Grab hier erzählt die Geschichte eines Menschenlebens“, sagt Britta Beyer. Sie leitet den Heimatverein in dem Bestenseer Ortsteil.

Die Umzäunung des „Totengärtchens“ soll erneuert werden, aber so, dass man ihr Alter dennoch erkennen kann. Quelle: Andrea Müller

Der hat die Aufgabe übernommen, sich um den historischen Teil des Friedhofs zu kümmern. Das sind zum einen die alten Gräber im hinteren Bereich, das ist aber auch die Mauer gleich am Eingang der Grabanlage. Dort sind die prächtigsten Grabmale zu finden – und eine kleine weiße Kapelle. Links von der großen Kapelle liegen versteckt die Gräber von Kriegs-Gefallenen. Ein kleines Holzkreuz mit der Inschrift „Den Gefallenen, 5. Mai 1945“ erinnert an diese Zeit.

Ein Kreuz für die Gefallenen vom Mai 1945 auf dem Friedhof in Pätz. Es steht fast versteckt in einer Nische. Quelle: Andrea Müller

Britta Beyer hat sich mit ihren Vereinsmitgliedern stark gemacht für den Erhalt des historischen Teils auf dem Pätzer Friedhof. Eigentlich war dort vor fast drei Jahren vorgesehen, die alten Grabsteine – von denen viele wackelten – einfach auf die Seite zu legen. Nach Meinung des Bürgermeisters Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos) wären so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen worden: Die Grabsteine wären erhalten geblieben, und niemand hätte durch umstürzende Grabplatten zu Schaden kommen können. Zudem wäre es eine kostengünstige Variante gewesen.

Blick auf den Friedhof in Pätz. Rechts von der Kapelle befindet sich der historische Teil, der Schritt für Schritt wieder begehbar gemacht werden soll. Quelle: Andrea Müller

Diese Meinung teilten die Mitglieder des Heimatvereins nicht. Auch Jürgen Ostländer (Plan Bestensee) hatte sich für den kompletten Erhalt eingesetzt. So wurden finanzielle Mittel im Bestenseer Haushalt eingestellt, mit denen Schritt für Schritt das in Ordnung gebracht wurde, was nicht standfest war. Während im Jahr 2017 noch auf vielen der Gräber gelbe Aufkleber leuchteten, die auf die Sturzgefahr hinwiesen, ein Teil der Anlage gar mit rot-weißem Trassierband abgesperrt war, so kann man diesen Teil jetzt wieder sicher passieren. Zudem wurden Inschriften wieder in Ordnung gebracht.

Alte Verzierungen sind an vielen Stellen zu entdecken. Man muss nur etwas Zeit und wache Augen mitbringen. Quelle: Andrea Müller

In diesem Jahr soll ein Weg durch das Gelände angelegt werden. Wildwuchs von Büschen und Bäumen wurde bereits beseitigt. Eine Fliederhecke grenzt den alten Teil vom neuen ab. Ende des vergangenen Jahres gab es noch einen Arbeitseinsatz der Mitglieder im Heimatverein. „Im neuen Jahr wollen wir auch noch Schilder aufstellen, die wichtige Informationen zu den Gräbern liefern“, verrät die Vereinsvorsitzende. Vorgesehen ist die Fertigstellung im Mai dieses Jahres.

Das kleine Porzellan-Bild auf dem Grab von Hermann Becker. Es zeigt einen verwegenen jungen Mann in kecker Schirmmütze. Quelle: Andrea Müller

Der Rundgang soll an dem Grab von Hermann Becker gleich am Eingang vorbei führen, auf dessen Grabplatte noch eines der wertvollen Porzellan-Bilder erhalten ist. Es zeigt einen jungen Mann in verwegener Schirmmütze, die Hände keck in die Hüften gestützt. Nur wenige Schritte weiter sind die Kinder-Gräber. Kaum einen Meter lang erzählen sie die wohl traurigsten Geschichten von Menschen, die kaum zur Welt gekommen, schon wieder gehen mussten. Das älteste Grab stammt von 1904.

In einer Reihe liegen die Kindergräber, die wohl die traurigsten Geschichten auf dem Friedhof erzählen. Quelle: Andrea Müller

Im hinteren Teil befindet sich ein „Totengärtchen“, in dem Wilhelm und Caroline Fischer begraben liegen. „Die Umzäunung soll ebenfalls saniert werden, aber so, dass man ihr das Alter dennoch ansieht“, erläutert Britta Beyer. Wie ein zusammengehörendes Paar wirkt eine Grabanlage mit zwei Gräbern, von denen nur eines noch eine Inschrift trägt. Es sind die Gräber von einem Vater mit seinen Kindern – von Wilhelm Briesenick sowie Karl und Lydia Briesenick. Ein Grabstein unter der großen Eiche wurde stabilisiert und umgedreht, so dass die Inschrift nun vom Weg aus zu lesen ist. Wilhelm Möbis wurde dort begraben.

Die Gräber der Briesenicks – ein Vater und seine zwei Kinder liegen hier begraben. Von Wilhelm Briesenick fehlt die Grabplatte. Quelle: Andrea Müller

Die Eiche selbst lief Gefahr, gefällt zu werden. „Aber sie bleibt stehen“, berichtet die Vereinsvorsitzende.

Die Gräber unter der alten Eiche wurden stabilisiert und umgedreht, damit man ihre Inschriften vom künftigen Weg aus besser lesen kann. Quelle: Andrea Müller

Von Andrea Müller

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