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Bestensee Wildschweine wühlen Sportplatz um – und richten 35.000 Euro Schaden an
Lokales Dahme-Spreewald Bestensee Wildschweine wühlen Sportplatz um – und richten 35.000 Euro Schaden an
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10:14 02.10.2019
Der Sportplatz am Todnitzsee ist gezeichnet vom Besuch der Wildschweine. Quelle: privat
Bestensee

Als die Fußballer von Grün/Weiß Union Bestensee am 10. September zum Sportplatz am Todnitzsee kamen, trauten sie ihren Augen nicht. Schon in der Nacht zuvor waren Wildschweine auf dem Platz gewesen und hatten an einigen Stellen das Spielfeld aufgewühlt, um dort nach Engerlingen und Gewürm zu suchen. Im Rasen hatten kleinere Löcher geklafft, es hatte einige Zeit gekostet, den Schaden notdürftig zu reparieren.

Aber angesichts dessen, was die Wildschweine in der Folgenacht auf dem Platz veranstaltet hatten, war an eine Reparatur nicht mehr zu denken. Der Platz sah aus wie eine einzige Schweinesuhle: zertrampelt, aufgerissen, umgebuddelt. Rund 2000 Quadratmeter sorgsam umhegter Sportrasen waren komplett zerstört.

Die Ironie dabei: Der Verein hatte auch in den Vorjahren immer mal Wildschweinschäden zu beklagen, wenn auch meistens ungleich kleiner. „Um dem vorzubeugen hatte die Gemeinde schon einen Wildzaun bestellt“, sagt der Vereinsvorsitzende Danny Pajak. Der Zaun stand bereit, er war nur noch nicht aufgebaut. Es wirkte so, als hätten die Wildschweine ihre letzte Möglichkeit ergriffen, um maximalen Schaden anzurichten.

Verein muss 21 Partien umplanen

Mit den Folgen müssen sich nun sowohl der Verein als auch die Gemeinde auseinandersetzen. Für den Verein bedeutet das Ganze jetzt vor allem: viel Organisation. Denn der Platz ist derzeit unbespielbar. Er muss nach Einschätzung einer Fachfirma großflächig saniert werden und das braucht je nach Variante mindestens sechs Monate. So lange kann das Spielfeld nicht genutzt werden.

>> Alles zum Thema Wildschweine in Brandenburg lesen Sie auf unserer Themenseite.

Die Grün-Weißen haben aber fünf Teams, die auf dem Großfeld spielen. Macht allein bis zur Winterpause 21 Heimspiele, für die Ausweichmöglichkeiten gefunden werden müssen. Danny Pajak hängt deshalb momentan viel am Telefon. „Wir sind dabei, alle Spiele zu verlegen“, sagt er. Für die erste Männermannschaft ist immerhin schon eine feste Lösung gefunden, sie zieht komplett ins Stadion der Freundschaft in Königs Wusterhausen um. Für die anderen Teams kamen bereits Hilfsangebote aus Motzen, Schenkendorf und anderen Orten, wo jetzt Spiele der Bestenseer in die örtlichen Spielpläne eingepasst werden müssen.

Gemeinde muss 35.000 Euro aufbringen

Die Gemeinde hingegen muss ein finanzielles Problem lösen. Eigentlich sei zwar der Verein als Nutzer für den Zustand des Platzes verantwortlich. „Wir haben aber erst vor kurzem vier Kabinen am Vereinshaus angebaut, weil uns der Verein am Herzen liegt. Deshalb werden wir uns auch um dieses Problem kümmern“, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos). Allein: Die Reparatur wird ersten Schätzungen zufolge rund 35.000 Euro kosten. Soviel Geld hat die Gemeinde derzeit nicht übrig.

16.000 Euro könne man aus dem Haushalt aufbringen. Für den Rest sei man auf externe Unterstützer angewiesen. Gespräche dazu seien bereits geführt worden, sagt Quasdorf. Fünf bis sechs Firmen hätten schon zugesagt, sich zu beteiligen. Gemeinsam wolle man nun eine Lösung dafür finden, dass auf dem Sportplatz am Todnitzsee wieder regulär gespielt werden kann.

Wildzaun steht inzwischen

Danny Pajak geht allerdings davon aus, dass das frühestens im Frühjahr möglich sein wird. „Selbst wenn Firmen aktuell den nötigen Rollrasen im Angebot haben, muss die Grasnarbe auch anwachsen, damit nicht beim ersten Spiel gleich wieder alles rausgerissen wird“, sagt er.

Immerhin ist aber Vorsorge getroffen, dass sich ein solches Rasenmassaker nicht mehr wiederholen kann. Der Wildzaun ist in den vergangenen zwei Wochen aufgestellt worden. Vereinsmitglieder halfen beim Eingraben.

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