Besuch der dänischen Königin Margrethe: Was am BER bei einem Staatsbesuch passiert
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Dahme-Spreewald Besuch der dänischen Königin Margrethe: Das passiert am BER bei einem Staatsbesuch
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Besuch der dänischen Königin Margrethe: Was am BER bei einem Staatsbesuch passiert

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17:18 10.11.2021
Margrethe II., Königin von Dänemark, bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) in Schönefeld.
Margrethe II., Königin von Dänemark, bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) in Schönefeld. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Schönefeld

Wenn Staatsgäste wie an diesem Mittwoch die dänische Königin Margrethe II. und ihr Sohn, Kronprinz Frederik, am BER eintreffen, landen ihre Maschinen auf der selben Landebahn wie alle anderen Fluggäste. Aber damit hören die Gemeinsamkeiten dann auch schon auf.

Ein Staatsbesuch dieser Größenordnung ist, anders als etwa ein Arbeitsbesuch eines ausländischen Ministers, auch für den Flughafen kein alltägliches Ereignis. Höchstens vier mal im Jahr empfängt die Regierung ein ausländisches Staatsoberhaupt zu einem offiziellen Besuch mit allen dazugehörigen Ehren.

Luftraum über dem BER nur für wenige Minuten abgesperrt

Die beinhalten bei hochrangigen Staatsvertretern, wenn gewünscht, auch eine Eskorte der Luftwaffe. Die Maschine von Königin Margrethe und Kronprinz Frederik etwa – ein Jet der Dänischen Luftwaffe – wurde am Mittwoch an der deutsch/dänischen Grenze von Eurofightern in Empfang genommen und bis zur Landung auf dem BER begleitet. Die Eurofighter blieben auch bei der Landung der königlichen Maschine in der Luft, überflogen anschließend das Rollfeld noch einmal und kehrten dann zu ihrem Heimatflugplatz zurück, wie ein Sprecher der Deutschen Luftwaffe erklärte.

Das Flugzeug von Margrethe II bei ihrer Ankunft auf dem BER. Quelle: Monika Skolimowska/dpa

Die Flugsicherung sperrte dafür den Luftraum über dem BER ab, allerdings nur für einige wenige Minuten, wie es bei der Deutschen Flugsicherung heißt. „Die Zeiten sind vorher bekannt und werden eingetaktet.“ Eine Beeinträchtigung des normalen Flugverkehrs gebe es dadurch nicht.

Roter Teppich für Königin Margrethe ausgerollt

Die Flieger der Staatsoberhäupter – häufig Militärmaschinen – rollen nach der Landung auf den militärischen Teil des Flughafens direkt vor das zweistöckige Regierungsterminal des BER. Dort werden die Staatsgäste dann auf dem Rollfeld vom Wachbataillon des Verteidigungsministeriums in Empfang genommen. Dafür wird vor dem Flugzeug ein roter Teppich ausgerollt. Königin Margarethe wurde am Mittwochvormittag sogar mit Salutschüssen begrüßt.

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Für den Empfang auf dem Flughafengelände gibt es ein Protokoll, das sowohl die Abläufe als auch die äußeren Gegebenheiten penibel regelt. Für die Organisation von Staatsbesuchen ist eine Abteilung im Auswärtigen Amt verantwortlich, die rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Diese sorgen beispielsweise dafür, dass an den Fahnenmasten neben dem Stellplatz des Flugplatzes die Flaggen des Gastlandes, die Europaflagge und die Flagge des Gastgeberlandes gehisst werden. Und zwar immer direkt nebeneinander, es darf kein Fahnenmast dazwischen frei bleiben.

Sicherheitskontrollen auch im Regierungsterminal

Im Regierungsterminal sind grundsätzlich Sicherheitskontrollen möglich und vorgesehen, die ähnlich ablaufen wie im normalen Terminal. Dass sich die Dänische Königin am Mittwochvormittag durchleuchten lassen musste, ist allerdings unwahrscheinlich. Für Staatsgäste und hochrangiges politisches Personal ist es durchaus möglich, sich von Sicherheitskontrollen befreien zu lassen.

Das Regierungsterminal/Interimsterminal am BER. Quelle: Günter Wicker

Falls schon am Flughafen mehr ausgetauscht werden soll als nette Grußworte, können sich Gäste am Regierungsterminal auch zurückziehen. Das Terminal ist mit Konferenzräumen und abhörsicheren Besprechungsräumen ausgestattet. Und es ist dicht an der Autobahn gelegen, so dass die Gäste zügig vom Flughafen abfahren können. Für Königin Margrethe und Kronprinz Frederik ging es am Mittwoch vom BER mit Polizeieskorte direkt zum Empfang des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue.

Bislang kaum Staatsgäste am BER gelandet

Das Regierungsterminal ist im Oktober 2020 eine Woche dem BER in Betrieb genommen worden. Es handelt sich eigentlich nur um ein vorläufiges Terminal, der Bau des tatsächlich geplanten und wesentlich teureren Terminals ist aber auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Genutzt wird das Regierungsterminal üblicherweise von Botschaftern, Ministern oder anderen Regierungsmitarbeitern. Staatsgäste sind seit der Eröffnung noch nicht allzu viele dort gelandet – denn wegen der Corona-Pandemie hat auch die internationale Politik ihre Reisetätigkeit eingeschränkt.

Elon Musks Jet rollt zum Businessterminal GAT

Gar nicht so viel anders geht es übrigens zu, wenn VIPs am BER in ihren Privat- oder Chartermaschinen landen. Diese haben ebenfalls ihren eigenen Check-In-Bereich, nur nicht am Regierungsterminal, sondern am Businessterminal GAT. Auch Tesla-Chef Elon Musk etwa muss für Start und Landung weder warten noch anstehen. Wenn ihm ein roter Teppich ausgerollt werden soll, wird er aber wohl dafür bezahlen müssen.

Von Oliver Fischer