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Dahme-Spreewald Beitragsfreies Kitajahr in Heidesee: Darum schreiben Kommunalpolitiker einen offenen Brief an die Landesregierung
Lokales Dahme-Spreewald

Brandbrief der Gemeinde Heidesee an Landespolitiker: Beitragsfreies Kitajahr muss kommen

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17:18 22.09.2021
Kita Wolzig.
Kita Wolzig. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Heidesee

In dem vereinbarten Koalitionsvertrag von SPD, CDU und Grünen in Brandenburg ist auf Seite 32 zu lesen. „Die Koalition wird im Jahr 2022 das vorletzte Kita-Jahr beitragsfrei stellen“. Aufgrund der Corona-Pandemie kommt es nun zu Einsparungen, unter anderem wurde die Beitragsfreiheit für das vorletzte Kita-Jahr verschoben.

Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke

In einem Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bildungsministerin Britta Ernst drückt die Gemeinde Heidesee mit ihrer Gemeindevertretung, ihrem Sozialausschuss sowie ihren Kitaausschüssen ihr Bedauern darüber aus, dass die Entscheidung das vorletzte Kita-Jahr beitragsfrei zu gestalten, verschoben wurde. Man könne diese Entscheidung aus verschiedenen Gründen nicht nachvollziehen und auch nicht empfehlen. „Die Familien standen und stehen coronabedingt vor schwierigen Herausforderungen und tragen eine große Verantwortung, den Alltag und die Zukunft ihrer Kinder unter den aktuellen Bedingungen zu meistern“.

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In dem Brief wird unter anderem aufgezeigt, dass es ein hohes Maß an Vergleichbarkeit in politischen Entscheidungen zu Berlin gibt. Zugezogene aus Berlin seien nicht selten verwundert über die Unterschiede in der Bezahlung von Kitagebühren. Zudem gibt es in den einzelnen Kommunen teilweise gravierende Unterschiede in der Höhe der Elternbeiträge. „Finanzschwächere Gemeinden sind daher stärker auf Elternbeiträge angewiesen, als Kommunen mit hohen Gewerbeeinnahmen, die es in Heidesee nicht gibt und auch in der aktuellen Planungslage nicht entwickelt werden dürfen“.

Und es heißt auch: Die bestmögliche Qualität für die Kinder in unseren Kindertageseinrichtungen und die Unterstützung der Familien als Investition in die Zukunft sind uns ein großes Anliegen. Um diese Struktur betreiben zu können, sind wir gezwungen, höhere Beiträge als andere Kommunen zu erheben. Zu diesen Beiträgen steuert die Gemeinde dann noch einmal aus dem Gesamthaushalt die fast 3-fache Summe der Elternbeiträge zur Finanzierung der Kitas bei.

Der Brief endet damit, dass man davon ausgehe, dass die Landesregierung im Namen der Kinder und ihrer Familien die Bedenken der Gemeinde zur Kenntnis nehme und dies auch bei zukünftigen Entscheidungen Berücksichtigung finden werden. „Es ist uns bewusst, dass Corona auch die Landespolitik vor schwierige Aufgaben und Entscheidungen stellt. Wir bitten jedoch darum, nicht an den Kindern und den Familien zu sparen“. Unterzeichnet ist er von Björn Langner, Bürgermeister, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Kersten Haase und Torsten Kietz, Vorsitzender des Sozialausschusses.

Von Gerlinde Irmscher