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Dahme-Spreewald Brandenburger Biomilch für das ganze Land
Lokales Dahme-Spreewald Brandenburger Biomilch für das ganze Land
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14:24 02.09.2014
Peter Knopp mit Produkten aus der Molkerei. Quelle: Aileen Hohnstein

„Wir grenzen niemanden aus“, sagt Peter Knopp, Geschäftsführer der Gläsernen Molkerei in Münchehofe. So kommt es, dass die Milchsammelwagen der Molkerei nicht nur an Höfen Halt machen, in denen 200 Milchkühe stehen. Wenn ein Biobetrieb nur Milch von sechs Kühen anbieten kann, wird auch die genommen. Worauf es ankomme, sei die Regelmäßigkeit der Lieferungen, nicht die Masse. „Die kleinen Mengen summieren sich ja“, erläutert Knopp.

Alles Bio, oder was?

In den kommenden Wochen widmet sich die MAZ dem Thema Bio. Woher kommen die ökologisch hergestellten Lebensmittel, welche Rolle spielt diese naturnahe Landwirtschaft in der Region Dahmeland-Fläming und was bedeutet der Bio-Trend für unseren Alltag? Mit diesen Themen haben wir uns in der Serie beschäftigt.

Folge 1 : Region ist bundesweit Spitzenreiter

Folge 2 : Schrot und Korn – Ökologischer Getreideanbau

              Regionaler Kreislauf - Bio-Mehl aus Gottsdorf

Folge 3 : Von wegen alles Käse – Bio-Milchwirtschaft

              Brandenburger Biomilch für Deutschland

Folge 4 : Von der Weide auf den Teller – Ökologische Viehzucht

Folge 5 : Auf dem Einkaufszettel – Bio-Produkte in der Region erwerben

Folge 6 : Bio ist nicht gesünder - Lebensmittel unter der Lupe

Folge 7 : Bio auf der Speisekarte – Kleine Kochschule und Gastro-Tipps

Immer neue Anfragen zum Umstellen auf Öko-Landwirtschaft

Und das zu einer beachtlichen Zahl: Bis zu fünf Mal steuern Sammelwagen, die 25000 Liter fassen können, Tag und Nacht die Milchtanks der Molkerei an. Zusammengenommen mit dem zweiten Standort in Mecklenburg Vorpommern kommt das Unternehmen auf 35 Millionen Liter Milch, die im Jahr verarbeitet werden. Geliefert wird die von rund 130 Bauern, die sich allesamt nach den Richtlinien von Bio-Anbauverbänden wie Bioland richten. „Und die Nachfrage steigt“, erzählt Knopp. Auf Seiten der Kunden wie auf Seiten der Bauern. 15 Prozent der angebotenen Milch in Supermärkten sei mittlerweile in Bioqualität zu haben. Jedes Jahr kämen Anfragen von Bauern, die ihre Höfe auf ökologische Landwirtschaft umstellen wollen. „Wir haben ein spezielles Programm, mit dem wir diese Landwirte unterstützen“, sagt Peter Knopp. Denn auch, wer auf Bio umstellt – es dauert zwei Jahre, bis die Produkte als solche verkauft werden dürfen. In der Gläsernen Molkerei gebe es für die Milch, die in dieser Übergangsphase produziert wird, einen Zuschlag. Sie wird dann als konventionelle verkauft, aber speziell gekennzeichnet. Denn Gentechnologie darf dort ebenso wenig wie bei Biomilch zum Einsatz kommen.

Tipps der Redaktion

Preise auf dem Bio-Milchmarkt stabil

Seit 2001 gibt es die Molkerei im Spreewald. „Im Jahr 2000 gab es im Norden und Osten Deutschlands keine einzige Biomolkerei“, erzählt Knopp. Für Biomilchbauern gab es also keine geeigneten Abnehmer. Anders als beim konventionellen Milchmarkt sind die Preise in der Biobranche seit Jahren stabil. „Das liegt daran, dass der Markt regional ausgerichtet ist. Der ist stabiler als der Weltmarkt“, sagt Peter Knopp. Um die sieben bis zwölf Cent mehr gibt es für Biomilchbauern. Bei der Gläsernen Molkerei liegt der Literpreis zurzeit bei 50 Cent.

Die größte Herausforderung liegt darin, dass die Molkerei das ganze Jahr über die Milch vermarkten muss. So gibt es Zeiten, in denen weniger Milch getrunken wird – im Hochsommer oder zur Weihnachtszeit. Daher werden in der Molkerei verschiedene Butter- und Käsesorten oder Milchpulver hergestellt. Und die gehen auf Reisen. So kommt es vor, dass Käselaibe aus Brandenburger Biomilch nach Bayern geliefert oder Milchpulver in einer Schweizer Schokoladenfabrik verarbeitet wird.

Interview mit Sascha Philipp

Sascha Philipp, agrarpolitischer Sprecher des Ökolandbaus Brandenburg, betreibt in Dahme-Spreewald einen Demeter-Hof.

MAZ: Herr Philipp, wie unterscheidet sich die Bio-Milchwirtschaft von der konventionellen?
Sascha Philipp: Da gibt es gewaltige Unterschiede, die auch in die Kosten gehen. Zum Beispiel müssen Biohöfe eine größere Stallhaltung gewährleisten. Eine 100-prozentige Install-Haltung ist nicht erlaubt. Je nach Bioverband gibt es Richtlinien, nach denen Grünfutter und Weidegang vorgeschrieben sind. Weidegang wird bei konventionellen Betrieben eher gemieden. Und es dürfe1n möglichst keine Antibiotika gegeben werden. Die Heilung von Krankheiten ist dadurch aufwendiger und langwieriger.

MAZ: Warum ist der Weidegang bei konventionellen Milchbauern nicht gern gesehen?
Philipp: Im Stall kann durch standardisierte Futtergabe ausgerechnet werden, wie viel Milch die Kuh erzeugt. Auf der Weide ist das nicht möglich. Durch Regenwetter oder brütende Hitze bricht die Milchleistung ein. Die Milchmenge schwankt dann stark.

MAZ: Leben Biokühe länger?
Philipp: Tendenziell werden sie schon älter. Die Leistung, die den Tieren in Biobetrieben abverlangt wird, ist eine andere. Im Schnitt geben Kühe in Brandenburg 9000Liter Milch im Jahr. Bei Biokühen liegt die Leistung um etwa 1500Liter niedriger. Und wenn eine Kuh weniger Milch gibt, wird ihr Kreislauf auch weniger belastet und sie lebt länger.

MAZ: Meinen Sie, dass es irgendwann auch Biomilchseen geben wird?
Philipp: Seit 1983 gibt es ein Milchkontingent, das nicht überschritten werden darf. Das wurde eingeführt, weil es damals Butterberge und Milchseen gab. Diese Regelung wurde in den vergangenen vier Jahren immer weiter reduziert. Ab nächstem Jahr wird es das nicht mehr geben. Dann dürfen Biobauern so viel produzieren, wie sie wollen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es eine Milchschwemme geben wird, weil wir einen anderen Absatzmarkt haben. Dieser ist 100-prozentig regional. Bei der Molkerei, die ich beliefere, ist alles transparent. Bauer, Molkerei und Händler kennen sich. Das schützt uns vor solchen Kapriolen.

Sie sind gefragt!

Während die einen konsequent Bio-Lebensmittel kaufen, sind andere misstrauisch. Denen kommt Bio nicht in die Tüte. Wir wollen wissen, welchen Stellenwert Bio-Produkte bei Ihnen einnehmen. Nutzen Sie dazu unsere Umfrage unter www.maz-online.de/bio-umfrage.

Erste Umfragewerte haben wir bereits ausgewertet.

Haben Sie außerdem Tipps, Anregungen oder leckere Bio-Rezepte? Wir tragen sie gerne zusammen! Senden Sie dazu einfach eine E-Mail an desk.df@maz-online.de. Oder beteiligen Sie sich an Diskussionen auf unserer Facebook-Seite.

Von Aileen Hohnstein

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