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Dahme-Spreewald Landkreis denkt schon über Gigabit-Ausbau nach
Lokales Dahme-Spreewald Landkreis denkt schon über Gigabit-Ausbau nach
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18:21 30.09.2019
Mit Glasfaserkabeln können theoretisch Übertragungsraten von mehreren Gigabit realisiert werden. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Dahme-Spreewald

Seit sechs Monaten ziehen die Tiefbauer in Dahme-Spreewald Kabelschächte und legen Breitbandkabel in die Erde. Ziel: Bis Ende nächsten Jahres sollen die weißen Flecken von der Landkarte verschwinden. 95 Prozent der Haushalte im Landkreis sollen dann so weit ertüchtigt sein, dass sie über Verbindungsraten von mindestens 50 Megabit verfügen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Wie Wirtschaftsförderer Gerhard Janßen jetzt im Wirtschaftsausschuss des Landkreises offenbarte, denkt man bereits über die folgende Ausbaustufe nach, mit der auch die so genannten grauen Flecken getilgt werden sollen – und die sich der Landkreis noch einmal einiges kosten lassen will.

Denn bei der bisherigen Ausbaustufe basieren viele Anschlüsse noch immer auf Kupferkabeln. Weil eine komplette Umstellung auf Glasfaser zu langwierig und zu teuer gewesen wäre, hatte man bei der Planung entschieden, das Netz erst einmal so auszubauen, dass die Signale zwar via Glasfaser in die Dörfer geleitet werden. Dort aber schließt man häufig noch das vorhandene Kupfernetz an, mit dem die letzten Meter in die Haushalte zurückgelegt werden. Grundsätzlich sollen im Landkreis aber auf lange Sicht alle Haushalte direkt mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden, sagt Gerhard Janßen.

Geschätzte Kosten: 30 Millionen Euro

Bund und Land haben bereits angekündigt, dass im kommenden Jahr ein weiteres Förderprogramm aufgelegt werden soll, um genau das zu ermöglichen. „Wir bereiten deshalb schon jetzt den Antrag vor und werden demnächst dafür auch eine Ausschreibung in die Wege leiten“, sagte Janßen. Erste Kostenschätzungen gehen davon aus, dass die zweite Ausbaustufe dann noch einmal rund 30 Millionen Euro kostet. Damit könnten Privathaushalte dann aber Downloadgeschwindigkeiten von einem Gigabit und mehr erreichen.

Ganz fix wird das allerdings nicht gehen. Da erst einmal der Antrag erarbeitet, gestellt und genehmigt werden muss, rechnet Gerhard Janßen nicht vor 2024 mit der Umsetzung. Es könnte durchaus auch noch länger dauern, im Vorfeld der aktuellen ersten Ausbaustufe gab es immerhin auch schon unerwartete Verzögerungen.

Zu wenig Tiefbaufirmen

Laut dem ursprünglichen Plan sollte die erste Ertüchtigung des Netzes im Landkreis längst abgeschlossen sein. Bei Land und Bund gab es aber noch Unstimmigkeiten, so dass sich die Fördermittelzusage zwei Jahre hinzog.

Auch der tatsächlich Ausbau geht nicht so reibungslos vonstatten, wie man sich das im Landkreis vorgestellt hatte. „Wir hätten in diesem Jahr gern schon mehr gemacht, aber wir finden keine Tiefbaufirmen“, sagt Gerhard Janßen. Für das kommende Jahr sind die Verträge aber bereits unterzeichnet, Ende 2020 sollen flächendeckend mindestens 50 Megabit in den Haushalten anliegen. Schulen und Gewerbegebiete werden schon jetzt mit Glasfaser ausgestattet.

Perspektivisch ein Gigabit und mehr

50 bis 100 Megabit gelten derzeit für Privathaushalte mit normaler Streaming und Internetnutzung als völlig ausreichend. Mit Glasfaser lassen sich technisch leicht Übertragungsraten von mehreren Gigabit erzielen. Die größten Pakete, die derzeit angeboten werden, betragen laut Telekom-Bereichsleiter Sven Nitze derzeit aber nur ein Gigabit. „Und wir werden noch Jahre brauchen, bis der durchschnittliche Haushalt diese Raten ausreizt“, so Nitze. Allerdings sollen die Glasfaserkabel dann auch möglichst ein paar Jahrzehnte lang genutzt werden. „Und wir wissen natürlich heute noch nicht, was in einigen Jahren für Datenmengen übertragen werden müssen“, so Nitze.

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist der erste Landkreis in Brandenburg, der ein flächendeckendes Breitbandnetz ausbaut. Ob jemals eine Glasfaser-Abdeckung von 100 Prozent erreicht wird, ist aber fraglich. Denn abgelegene Gehöfte oder Forsthäuser anzuschließen, sei so unverhältnismäßig teuer, dass sich das auch mit Förderung oft nicht rechne, so Janßen. Dort erwäge man dann eher andere Möglichkeiten eines Breitbandanschlusses.

Von Oliver Fischer

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