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Dahme-Spreewald Alkohol bleibt Droge Nummer eins
Lokales Dahme-Spreewald Alkohol bleibt Droge Nummer eins
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01:15 04.04.2019
Zwei Drittel der Menschen, die in die Beratung kommen, haben Probleme mit Alkohol. Quelle: Armin Weigel/ dpa
Königs Wusterhausen

Die Tannenhof-Suchtberatung bietet einen neuen Service an. Im Fontane-Kiez in Königs Wusterhausen wird eine externe Beratung eingerichtet. „Der Kiez ist einer der Orte, in denen viele Suchtgefährdete wohnen“, sagt Beratungsstellenleiter Michael Leydecker. „Wir haben festgestellt, dass fußläufige Erreichbarkeit ein Kriterium ist, dass Menschen zu uns bringt. Derzeit fehlt sie in Königs Wusterhausen“, so Leydecker.

Der Tannenhof hatte mehr als 20 Jahre lang seine Suchtberatungsstelle im Königs Wusterhausener Schulweg. Im vorigen Jahr zog sie aber aufs Wildauer Hochschulgelände um. „Dadurch hat unser Publikum etwas gewechselt“, sagt Leydecker. Es kommen nun zwar mehr Studenten. Die Zahl der Königs Wusterhausener habe sich aber reduziert. Ab 15. April werden deshalb jeden Montag von 11 bis 12.30 Uhr Ansprechpartner für Suchtfragen in Mehrgenerationenhaus der Diakonie am Fontaneplatz 12b für Beratungen bereitstehen. „Wenn das Angebot angenommen wird, ist auch eine Ausweitung vorstellbar“, so Leydecker.

Die meisten, die kommen, sind Männer

Die Suchtberatung ist nach wie vor zentrale Anlaufstelle für Betroffene und deren Angehörige. Im vorigen Jahr suchten 722 Menschen Rat in den neuen Räumen, 527 davon kamen mehrfach.

Michael Leydecker, Leiter der Tannenhof Suchtberatung Wildau. Quelle: Oliver Fischer

Auffällig: Noch immer besteht das Klientel hauptsächlich aus Männern, ihr Anteil liegt bei etwa drei Viertel. Aber der Anteil der Frauen nimmt zu. Michael Leydecker glaubt aber nicht, dass das eine Entwicklung in der Gesellschaft abbildet. „Ich denke schon, dass es einen höheren Männeranteil unter Süchtigen gibt, aber nicht so, wie er sich in unseren Zahlen spiegelt“, sagt er. Ursache für den hohen Männeranteil sei eher ein unterschiedliches Selbstverständnis. „Frauen trinken immer noch heimlicher.“

Cannabis auf Rang zwei

Alkohol ist bei zwei Dritteln des Klientels die Hauptdroge. Auf Platz zwei folgt Cannabis (19 Prozent), dann Amphetamine (6 Prozent) und Opiate (5 Prozent). „Wir wissen aus Studien, dass mehr Frauen abhängig von Medikamenten sind als Männer“, sagt Leydecker. Gerade in diesem Bereich sei aber die Dunkelziffer sehr hoch. „Nur ein Bruchteil kommt tatsächlich in die Beratung.“

Weitere Entwicklungen: Metamphetamine wie Crystal Meth spielen laut Leydecker nach wie vor im Norden des LDS keine Rolle, und auch im Süden scheint der Höhepunkt der Welle überwunden. Was dagegen zunimmt, ist der Mischkonsum von Drogen. Leydecker: „Wer unter 30 ist und zu uns kommt, konsumiert in der Regel mehrere Drogen gleichzeitig. Die reinen Trinker gibt es in dieser Generation kaum noch.“

Handysucht: 15 Prozent der Kinder gefährdet

Ein Thema, das in naher Zukunft dringlich werden könnte, ist exzessive Mediennutzung. Laut einer neuen Studie sind 15 Prozent der Kinder suchtgefährdet. „Ein enorm hoher Wert“, so Leydecker. Die psychischen Effekte von Computerspiel- oder Handysucht seien sehr vergleichbar mit denen anderer Süchte. Auch körperliche Folgen seien zu befürchten.

Das Problem sei nach wie vor, dass Kinder und Jugendliche aus der Elterngeneration zu wenig Hilfestellung bekommen. Leydecker: „Eltern und Schulen müssen Medienkompetenz entwickeln und Regeln aufstellen. Letztlich hilft da nur Begrenzung.“

Von Oliver Fischer

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