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Dahme-Spreewald Ex-FDP-Chef tritt gegen und für eigene Partei an
Lokales Dahme-Spreewald Ex-FDP-Chef tritt gegen und für eigene Partei an
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00:19 02.04.2019
FDP-Urgestein Raimund Tomczak ist im Kreis parteiloser Spitzenkandidat der Liberalen Wählergruppe und in Königs Wusterhausen parteiloser Spitzenkandidat der FDP. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

Die Entscheidungen der Wahlausschüsse für Dahme-Spreewald und für Königs Wusterhausen stürzen die FDP noch tiefer ins Chaos. Der früherer Kreisvorsitzende Raimund Tomczak wird gegen seine ehemaligen Parteifreunde als Spitzenkandidat der Unabhängigen liberalen Wählergruppe antreten, sie ist zur Kreistagswahl zugelassen worden. In Königs Wusterhausen ist Tomczak wiederum parteiloser Spitzenkandidat einer zwanzigköpfigen FDP-Liste, die zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung zugelassen wurde.

Ob die FDP-Kandidaten am 26. Mai tatsächlich auf dem Wahlzettel für die SVV stehen, ist aber noch unklar. FDP-Kreisvorsitzender Rico Kerstan hält ihre Zulassung nicht für rechtens. Er verweist auf einen Beschluss von Mitgliedern des Königs Wusterhausener Ortsverbandes, den Wahlvorschlag zurückzuziehen. „Das werden wir durchsetzen“, sagte Kerstan am Freitag der MAZ. Juristen der Bundespartei befassen sich inzwischen mit dem Fall. Gegen die Entscheidung des Wahlausschusses der Stadt kann noch Einspruch eingelegt werden. Der Landkreis und das Land sind die nächsten Instanzen.

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Für die Kreistagswahl sind aber nicht alle Vorschläge der liberalen Wählergruppe zugelassen worden. Zwei der drei Listen bekamen nicht die nötige Anzahl von Unterstützern. Nach Ansicht des FDP-Kreisverbandes haben sich FDP-Mitglieder schon mit dem Beitritt zur Wählergruppe selbst aus der Partei ausgeschlossen. Kreisvorsitzender Rico Kerstan sieht daher eher das Chaos bei der Wählergruppe, nicht bei der FDP: „Für uns ist klar, die sind raus aus der Partei.“ Die FDP tritt in den fünf Kreistagswahlkreisen mit 39 Kandidaten an, die liberale Wählergruppe ist nur im Wahlkreis II mit zehn Kandidaten vertreten.

Raimund Tomczak akzeptiert das Ende seiner 41-jährigen FDP-Mitgliedschaft: „Ich trage das mit Würde. Meine politischen Ansichten werde ich auch als Parteiloser vertreten.“ Er forderte die Kreis-FDP auf, die Zulassung der FDP-Liste für die SVV-Wahl in Königs Wusterhausen nicht anzufechten. „Wenn da noch was schief geht, brennt die Luft“, sagte er.

Der Landkreis Dahme-Spreewald hat auf seiner Internetseite bereits alle zugelassenen Wahlvorschläge für die Kreistagswahl veröffentlicht. Nutzer finden sie bei den Amtsblättern im Bereich Aktuelles. Die Stadt Königs Wusterhausen veröffentlicht die SVV-Wahlvorschläge in einem Amtsblatt am 8. April.

Von Frank Pawlowski