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Dahme-Spreewald Nur knapp besser als 2018: Getreideernte bestenfalls mittelmäßig
Lokales Dahme-Spreewald Nur knapp besser als 2018: Getreideernte bestenfalls mittelmäßig
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17:51 08.08.2019
Winterroggen brachte noch halbwegs gute Ergebnisse, der Weizen stand fast so schlecht wie im Vorjahr. Quelle: Frank Bürstenbinder
Dahme-Spreewald

Auch dieser Sommer schlägt Kapriolen, die Spuren in der Landwirtschaft hinterlassen. Das zeigen die nun vorliegenden Erntezahlen für den Landkreis Dahme-Spreewald. Nachdem die Wintergerste bereits in den Silos und die Ernte von Roggen, Weizen und Triticale in den letzten Zügen liegt, lässt sich konstatieren: Die Erträge der Landwirte sind maximal mittelmäßig, was dem nach wie vor geringen Niederschlag geschuldet ist.

„Im Schnitt liegen wir 20 Prozent über den Erträgen des vergangenen Jahres“, sagt Manfred Schuhmann, Leiter des Landwirtschaftsamtes in Dahme-Spreewald. Aber das vergangenen Jahr ging als extremes Dürrejahr in die Bücher ein, die Ernte war miserabel. Da ist ein Plus von 20 Prozent nichts, was die Bauern zu Purzelbäumen veranlassen würde. Im Vergleich zum fünfjährigen Mittel – das ebenfalls nicht berauschend ist – liegt die diesjährige Ernte deutlich im Minus.

Roggen mit den besten Ergebnissen

Die besten Ergebnisse lieferte noch der Winterroggen – immerhin die Getreideart, die am häufigsten auf den Feldern des Landkreises steht. Dort liege der Ertrag 30 Prozent über dem Vorjahresergebnis, sagt Manfred Schuhmann. Die Gerste hingegen liegt neun Prozent über dem Vorjahresergebnis. Der Weizen sogar nur sechs Prozent darüber.

Ganz düster sieht es beim Raps aus. Dass die Zahlen nicht gut werden würden, war schon im Herbst des Vorjahres abzusehen. Die Ölfrucht braucht zum Keimen feuchte Böden, nach Monaten ohne Regen bestanden die landwirtschaftlichen Flächen im August letzten Jahres aber fast nur aus heißem und trockenem Sand. „Viele haben da gleich auf das Ausbringen verzichtet“, sagt Manfred Schuhmann. Entsprechend liegt das Ernteergebnis noch einmal 20 Prozent unter dem des ebenfalls schlechten Vorjahresergebnis. „Das ist eine der schlechtesten Rapsernten der Nachwendezeit, wenn nicht die schlechteste“, so Schuhmann.

Ökolandbau weiter unter Druck

Für den Landkreis kommt hinzu, dass besonders im Lübbener Raum riesige Flächen ökologisch bewirtschaftet werden, was die Erträge naturgemäß weiter drückt. „Der ökologische Landbau ist noch stärker auf Regen angewiesen als der konventionelle Anbau, weil dort nicht mit Stickstoff gearbeitet wird“, sagt Manfred Schuhmann. Und Regen gab es insbesondere im Süden des Landkreises kaum. Die Folge: Die Erträge auf den Ökoflächen liegen nur bei rund 40 Prozent des konventionellen Anbaus. 50 Prozent wäre bei optimalen Bedingungen normal.

Der Landkreis Dahme-Spreewald gehört dabei zu denen, die am stärksten gebeutelt sind. Im Norden Brandenburgs, in der Prignitz etwa oder der Uckermark, gilt die diesjährige Getreideernte durchaus als Erfolg. In Spree-Neiße hingegen beklagen die Landwirte ein zweites Dürrejahr infolge mit Verlusten, die noch deutlich höher ausfallen dürften als in Dahme-Spreewald. „Der Regen war einfach sehr ungleich verteilt in diesem Jahr. Wir waren die letzten, die noch etwas abbekommen haben. Der Süden hat gelitten“, sagt Manfred Schuhmann.

Wohl kein zweites Mal Dürrehilfen vom Bund

Auf Dürrehilfen vom Bund werden die Bauern allerdings kaum hoffen können. Die habe es im vorigen Jahr nur gegeben, weil es sich um einen nationalen Notstand handelte, so Schuhmann. „In diesem Jahr hat es im Süden Deutschland aber massenhaft geregnet, da kann man nicht von einem nationalen Dürreereignis sprechen.“

Das Landwirtschaftsjahr könnte durchaus noch eine positive Wendung nehmen. Zum einen läuft die Gurkenernte noch, und Gurken gedeihen bei trockenem und heißem Wetter üblicherweise ausgezeichnet. Zum anderen stehen noch die Kartoffeln auf den Feldern, die erst im Herbst geerntet werden. Und auch der Mais ist erst im September dran. Eine Prognose lasse sich da derzeit kaum wagen. „Die Felder sehen sehr unterschiedlich aus“, sagt Manfred Schuhmann. „Wo es geregnet hat, stehen die Pflanzen gut. Wo es nicht geregnet hat, ist der Mais verkümmert.“

Von Oliver Fischer

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