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Dahme-Spreewald Landkreis prüft Bahnanbindung von Mittenwalde und Verlängerung von RB 22
Lokales Dahme-Spreewald Landkreis prüft Bahnanbindung von Mittenwalde und Verlängerung von RB 22
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17:36 21.11.2019
S-Bahn nach Mittenwalde oder RB22 nach Lübben? Eine neue Studie untersucht, ob diese Ideen von Königs Wusterhausen aus machbar sind. Quelle: Frank Pawlowski
Dahme-Spreewald

Der Mittenwalder Bahnhof ist zwar nicht tot, aber er hat auch schon mal bessere Tage gesehen. Aktuell wird er vor allem von Ausflüglern, Familien und Partygruppen aufgesucht, die sich einen netten Nachmittag mit einer Draisinentour machen wollen. Angesichts von Wachstum und stetig steigenden Pendlerzahlen halten einige diese Nutzung inzwischen aber für verschenkt.

Reaktivierung der Linie wird überprüft

Schließlich hat Mittenwalde auch eine echte Bahntradition. Zwischen 1894 und 1974 pendelten Züge zwischen Königs Wusterhausen und Mittenwalde, sie transportierten erst Ziegel, dann Müll, dann Ausflügler und schließlich Pendler. 1974 entschied man, dass es diese Strecke nicht mehr braucht. Aber angesichts der wachsenden Herausforderungen im Flughafenumfeld will man nun im Landkreis prüfen, ob die Linie nicht auch wieder reaktiviert werden könnte. Eine entsprechende Studie hat die Kreisverwaltung beim Berliner Planungsbüro Spreeplan in Auftrag gegeben. Dabei gehe es darum, Daten an die Hand zu bekommen, mit denen man später auch in Verhandlungen mit dem Land und dem VBB treten könne, heißt es.

Eine Frage der Wirtschaftlichkeit

In dieser Woche hat Spreeplan-Chef Bertram Teschner seine Herangehensweise erstmals Kreistagsabgeordneten vorgestellt. Demnach wird die Studie vor allem zeigen, welche Systeme auf der Strecke überhaupt machbar wären. Das könnte etwa eine Verlängerung der S-Bahn sein, wie sie zuletzt in der Diskussion um den Umbau des Königs Wusterhausener Bahnhofs öfter ins Spiel gebracht wurde. Das könne auch Verlängerung der Regionalbahn sein oder eine autarke Bedienung mit einem Pendelzug. „Entscheidend ist dann bei jedem dieser Modelle die Frage der Wirtschaftlichkeit“, so Teschner. Geprüft werde auch, ob der Bedarf günstiger mit einer Buslinie abgefangen werden kann. Die hätte mehrere Vorteile, so der Planer. Busverkehr ist deutlich billiger als Bahnverkehr und man muss keine Schienen legen. Für eine Bahnanbindung wäre das nötig, denn die alten Schienen, auf denen heute teilweise Draisinen fahren, lassen sich nicht mehr für den Bahnverkehr nutzen.

Halbstundentakt möglich

Die Ergebnisse der Studie sollen bis Ende Mai vorliegen. Bis dahin soll auch eine zweite Untersuchung fertig sein, nämlich die zu einer möglichen Verlängerung der Regionalbahn 22. Die Pendelt derzeit zwischen Potsdam und Königs Wusterhausen, blockiert beim Wenden in Königs Wusterhausen aber acht Minuten lang den Bahnhof. Während dieser Zeit kann der Bahnhof, weil er nur eingleisig ist, nicht von anderen Zügen befahren werden. Mit einer Verlängerung der Linie bis Lübben könnte das vermieden werden. Für die kleinen Haltepunkte auf der Strecke wäre das charmant, weil sie einen Halbstundentakt bekämen. Aber auch da sind aber viele Fragen zu klären.

Neben der Nachfrage müsse vor allem geprüft werden, ob die RB 22 noch in den ohnehin schon dichten Bahnverkehr auf der Linie eingetaktet werden kann, so Teschner. Sollte die Studie belegen, dass die Verlängerung wirtschaftlich darstellbar und technisch möglich ist, hat der Landkreis in Gesprächen mit dem Verkehrsministerium und dem VBB gute Karten. Allerdings müsste die Bahn wohl zwei zusätzliche Züge samt Lokführer einsetzen. „Und die Frage ist, ob sie das leisten kann“, so Teschner.

Beim Verkehrsministerium hatte man sich zuletzt in Bezug auf eine RB 22-Verlängerung grundsätzlich offen gezeigt. Man will aber auch dort erst einmal die Ergebnisse der Studie abwarten.

Von Oliver Fischer

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