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Dahme-Spreewald So will sich der Landkreis gegen die Schweinepest wappnen
Lokales Dahme-Spreewald So will sich der Landkreis gegen die Schweinepest wappnen
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18:22 02.12.2019
Wildschweine sind von der Afrikanischen Schweinepest bedroht. Und von Jägern. Quelle: dpa
Dahme-Spreewald

Seit mehreren Jahren schon nähert sich die Afrikanische Schweinepest von Osten her. Erst wütete sie in der Nähe der Weißrussischen Grenze, dann haben Fälle in der Nähe von Warschau die ostdeutschen Jäger aufhorchen lassen. Die jüngsten Fälle in der polnischen Woiwodschaft Lebus allerdings haben die Bedrohungslage für den Landkreis Dahme-Spreewald noch einmal drastisch verschärft. Mehr als 20 tote Tiere sind dort Ende November gefunden worden, alle verendet an der gefährlichen und hoch ansteckenden Tierseuche. Lebus grenzt direkt an das Land Brandenburg an, die Fundstellen liegen rund 95 Kilometer vom Landkreis Dahme-Spreewald entfernt.

Die Seuche ist damit so nahe gerückt, wie nie zuvor. Laut dem Friedrich-Löffler-Institut hat sich das Risiko einer Einschleppung nach Brandenburg und in den Landkreis damit deutlich erhöht. Im Landkreis will man deshalb die Vorkehrungen noch einmal drastisch verschärfen. Die Kreisverwaltung hat dafür mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, die der Kreistag nun beschließen muss.

Kreis will Zäune und Kühlzellen kaufen

Vor allem will der Landkreis nun eigenes Equipment kaufen, um effektiver Vorbeugen und im Ernstfall auch die Seuchenzone abschirmen zu können. Unter anderem sollen 20 Kilometer Sicherheitszaun gekauft werden. Zudem sollen Kühlzellen angeschafft und strategisch im Landkreis verteilt werden, damit Jäger gefundene Tierkadaver und Innereien unverzüglich und problemlos entsorgen können. Das sei wichtig, denn die Erreger der Afrikanischen Schweinepest zeichnen sich dadurch aus, dass sie extrem widerstandsfähig sind und in toten Tieren mehrere Jahre überleben können, heißt in der Beschlussvorlage aus dem Veterinäramt.

Die Kühlzellen sollen möglichst so aufgestellt werden, dass Jäger nicht weiter als 20 Kilometer zur nächsten Zelle fahren müssen. Als Standorte kämen etwa der Bauhof in Schulzendorf, der Schulweg in Königs Wusterhausen und die Landeswaldoberförsterei Hammer in Betracht.

Abschussprämie soll weiterhin gezahlt werden

Darüber hinaus sollen Maßnahmen weitergeführt werden, die sich als erfolgreich herausgestellt haben. Die erste: Jäger sollen weiterhin kostenlos die Trichinen (Fadenwürmer) von geschossenen Wildschweinen untersuchen lassen. Die 5 Euro, die die Untersuchung eigentlich kostet, hatte man im Mai 2018 ausgesetzt. Die Zahl der eingereichten Trichinenproben ist danach deutlich angestiegen. Ende Oktober zählte man im Veterinäramt bereits 5400 Proben. Zum Vergleich: im gesamten Jahr 2016 wurden nur rund 4000 Proben eingereicht. Heißt: Die Jäger nehmen das Angebot der kostenlosen Untersuchung dankbar an.

Die zweite: Für jedes im Landkreis erlegte Wildschwein soll weiterhin eine so genannte „Pürzelprämie“ in Höhe von 20 Euro gezahlt werden. Das scheint die Jäger anzuspornen. Von Januar bis September hat der Landkreis schon 66.580 Euro Prämie ausgeschüttet. Im vorigen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt nur knapp 50.000 Euro. Es wurden demnach deutlich mehr Wildschweine erlegt. Das könnte auch auf eine starke Vermehrung der Tiere hindeuten. Beim Landkreis geht man aber davon aus, dass die beiden Maßnahmen die Jagd attraktiver macht, und dass sich damit letztlich auch die Zahl der Wildschweine reduzieren lässt. Bei einem tatsächlichen Fall von Afrikanischer Schweinepest müssen allerdings sämtliche Wildschweine in einem bestimmten Schutzradius getötet werden. In diesem Fall werde man die Prämien noch deutlich erhöhen müssen, heißt es in der Beschlussvorlage des Veterinäramts.

Von Oliver Fischer

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