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Dahme-Spreewald Tourismusexpertin wird Sorbenbeauftragte – Kritik am Auswahlverfahren
Lokales Dahme-Spreewald Tourismusexpertin wird Sorbenbeauftragte – Kritik am Auswahlverfahren
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08:11 04.12.2019
Sorben beim Zampern. Quelle: Ronny Heim
Dahme-Spreewald

Der Landkreis Dahme-Spreewald wird erstmals eine hauptamtliche Sorbenbeauftragte benennen. Dafür stellt sich bei der kommenden Sitzung des Kreistages Sabrina Kuschy zur Wahl. Sabrina Kuschy arbeitet bereits in der Kreisverwaltung. Sie war bislang in der Tourismusförderung tätig – eine Erfahrung, die sie laut Verwaltungsspitze auch in ihrer Arbeit als Sorben- und Wendenbeauftragte einsetzen kann. Laut Kreisverwaltung verfügt sie zudem über sorbische Wurzeln.

Sofern das Gremium zustimmt, wird Sabrina Kuschy damit Dieter Freihoff ablösen, der seit fünf Jahren ehrenamtlicher Sorbenbeauftragter des Landkreises ist. Freihoff hatte sich ebenfalls für die Stelle als hauptamtlicher Sorbenbeauftragter beworben, kam aber nicht zum Zuge. Darüber äußerte sich enttäuscht.

Freihoff: „Bin enttäuscht und erstaunt“

„Ich war davon ausgegangen, dass fünfjährige Arbeit in diesem Zusammenhang etwas zählt“, sagt er. Erst vor kurzem war er in den Rat für sorbische und wendische Angelegenheiten beim Landtag gewählt worden – als erster Vertreter aus Dahme-Spreewald. „Dass das nicht ausreicht, muss ich akzeptieren. Aber ich bin schon sehr enttäuscht und auch erstaunt, wie der Landkreis, der so viel Wert auf Ehrenamt legt, mit seinem eigenen Ehrenamt umgeht“, so Freihoff.

Bisher ehrenamtlicher Sorbenbeauftragter: Dieter Freihoff. Quelle: Privat

Er kritisiert auch, dass der Landkreis explizit Sabrina Kuschys Vernetzung im Tourismus als Qualifikation hervorhebt. „Eine Konzentration auf den Tourismus wäre ein Fehler. Das ist nicht das, was wir wollen. Wir wollen nicht als eiermalende, Trachten tragende Folkloregruppe gesehen werden. Das gehört dazu, aber das ist nicht alles“, so Freihoff.

Früherer Sorbenbeauftragte kritisiert Auswahlverfahren

Kritik am Auswahlverfahren äußert auch der frühere Sorbenbeauftragte des Landkreises, Bernd Pittkunings. In einem Beitrag einer sorbischen Zeitung schreibt er, dass der Regionalverband Niederlausitz der Domowina und der Sorbenrat Freihoffs Kandidatur unterstützt hätten. Die nun vorgesehene Sabrina Kuschy hingegen sei in der sorbischen Gemeinschaft weitgehend unbekannt.

Laut Pittkunings wurde die sorbische Gemeinschaft auch nicht in die Wahl des Sorben- und Wendenbeauftragten einbezogen. „In der Findungskommission des Kreises war niemand von der Domowina oder des Sorbenrats“, so Pittkunings. „Ich meine, dass den Mitgliedern der Findungskommission des Landkreises Dahme-Spreewald das richtige Gefühl für die Wichtigkeit dieser Arbeit unter den Sorben fehlte“, schreibt er. Die Entscheidung gegen Dieter Freihoff bezeichnet er als „Ohrfeige“.

Loge: Domowina wollte nicht mitentscheiden

Landrat Stephan Loge (SPD) weist die Kritik zurück. Er habe bei der Geschäftsführung der Cottbusser Domowina angefragt. „Dort wollte man uns die Entscheidung selbst überlassen“, so Loge.

Die Wahl eines hauptamtlichen Sorben- und Wendenbeauftragten geht auf eine Novelle des Sorben/Wenden-Gesetzes im vorigen Jahr zurück. Alle Landkreise, die im Sorben- und Wendengebiet liegen, sind demnach verpflichtet, einen hauptamtlichen Sorben- und Wendenbeauftragten einzustellen.

Im Landkreis Dahme-Sprewald liegen neun Gemeinden im Sorbengebiet. Die einwohnerstärkste davon ist Lübben. Außerdem gehören dazu Märkische Heide, Schlepzig, Alt-Zauche-Wußwerk, Neu Zauche, Schwielochsee, Spreewaldheide, Straupitz und Byhleguhre-Byhlen.

Von Oliver Fischer

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