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Dahme-Spreewald Dahme-Spreewald: Zwei Pferde sterben an West-Nil-Fieber
Lokales Dahme-Spreewald

Dahme-Spreewald: Zwei Pferde sterben an West-Nil-Fieber

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15:30 22.09.2021
Eine Buschmücke. Sie ist Überträgerin von Krankheiten wie dem West-Nil-Fieber.
Eine Buschmücke. Sie ist Überträgerin von Krankheiten wie dem West-Nil-Fieber. Quelle: James Gathany
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Dahme-Spreewald

Im Landkreis Dahme-Spreewald wurde erstmals Ende August 2021 eine Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) bei einem Pferd in Märkisch-Buchholz bekannt. Nachfolgend wurden jetzt zwei weitere Fälle bei Luckau und Schönefeld vom Landkreis bestätigt. Die Untersuchungen ergaben bisher keinen Zusammenhang zwischen den Einzelfällen. Zwei der drei betroffenen Pferde waren schwer erkrankt. Ein Tier verstarb innerhalb von nur zwei Tagen. Das andere konnte trotz sofortiger intensivmedizinischer Behandlung in einer Tierklinik nur noch erlöst werden.

Stechmücken verbreiten West-Nil-Fieber in Dahme-Spreewald

Bei einer WNV-Infektion handelt es sich um eine Tierseuche und Zoonose. Das Virus wird primär über Stechmücken an Vögel als Hauptwirte verbreitet. Durch infizierte Mücken kann das Virus jedoch auch auf Menschen und Pferde, die Fehlwirte sind, übertragen werden. Infizierte Menschen oder Pferde stellen selbst keine Virusquelle dar. Durch sie besteht also, auch bei Nachweis einer WNV-Infektion, keine Gefahr für andere Menschen oder Tiere.

Erstmals in Deutschland 2018 nachgewiesen, wurden nachfolgend zunehmend Erkrankungsfälle des WNV insbesondere in den neuen Bundesländern festgestellt. Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass das WNV-Virus zirkuliert und in unseren Breitengraden überwintern kann. Die meisten Pferde zeigen nach einer WNV-Infektion meistens keine Krankheitszeichen. Es treten jedoch auch neurologische Symptome wie Lähmungen oder Muskelzittern auf. Schwere Verläufe können mit fieberhaften Allgemeinerkrankungen einhergehen oder tödlich enden.

Derzeitige Mückenbelastung führt zu erhöhtem Risiko

Bei Menschen verlaufen die Infektionen überwiegend klinisch unauffällig. Laut Robert-Koch-Institut können seltener, in 20 Prozent der Fälle, fieberhafte, grippeähnliche und in schweren Fällen neurologische Erkrankungen auftreten, an deren Folgen die Patienten im schlimmsten Fall versterben. Nähere Informationen sind auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes einsehbar unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/W/WestNilFieber/West-Nil-Fieber_Ueberblick.html.

Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop. Quelle: Cynthia Goldsmith

In Anbetracht der aktuell hohen Mückenbelastung und damit des erhöhten Risikos rät die Veterinärbehörde des Landkreises zu Mückenschutz- und Hygienemaßnahmen sowie zur Impfung von Pferden. Zur Infektionsvermeidung sind im Handel zahlreiche insektenabwehrende Schutzdecken oder Hauben sowie Insektenschutzmittel erhältlich. Auch Hygienemaßnahmen im Umfeld der Pferde wie die regelmäßige Beräumung von feuchten Stellen und unsauberer Einstreu helfen bei der Reduzierung von möglichen Brutstätten. Das wiederum trägt zur Eindämmung der Seuche bei.

Impfung gegen WNV schützt vor schweren Symptomen

Die Impfung, die bei Pferden ab einem Alter von fünf Monaten durchgeführt werden kann, schützt zwar nicht vor den Mückenstichen. Sie führt aber zu deutlich weniger schweren klinischen Symptomen im Falle einer Erkrankung. Weitere Informationen zur Tierseuche sowie die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission sind abrufbar unter https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/west-nil-virus.

Von MAZonline