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Dahme-Spreewald „Beide Landkreise müssen sich keine Sorgen machen“
Lokales Dahme-Spreewald „Beide Landkreise müssen sich keine Sorgen machen“
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14:15 29.05.2019
Stefan Jörg Zundel, Professor an der BTU Cottbus-Senftenberg. Quelle: BTU
Dahmeland-Fläming

Stefan Jörg Zundel ist Professor an der BTU Cottbus-Senftenberg und entwickelt Zukunftsszenarien für die Flughafenregion. Dafür hat er auch den Ist-Zustand untersucht.

Herr Zundel, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald belegen in journalistischen Wirtschaftsrankings oft vordere Plätze. Wie sehen Sie das als Wissenschaftler?

Stefan Zundel: Ganz ähnlich, wobei man bei Bewertungen dieser Landkreise ein Problem hat. Der Norden unterscheidet sich jeweils stark vom Süden. Man kann davon ausgehen, dass etwa das Bruttoinlandsprodukt im Norden deutlich über dem Durchschnittswert liegt, während der Süden darunter bleibt.

Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen beider Kreise?

Im LDS ist das Hinterland wirtschaftlich interessanter, weil die Dahme-Seenplatte und der Spreewald großes touristisches Potenzial haben. Zudem können sich Berliner den Landkreis über die S-Bahn besser erschließen. Das führt dazu, dass 34 Prozent der Bruttowertschöpfung über Tourismus, Handel und Dienstleistung kommen. Das sind elf Prozent mehr als im Landesschnitt.

Und Teltow-Fläming?

Dort hat das produzierende Gewerbe dank Unternehmen wie Daimler oder Rolls-Royce einen großen Anteil. Es werden überdurchschnittlich hohe Umsätze im Ausland erzielt. Auch das ist eine Stärke.

Was heißt das für die Zukunft?

Beide Landkreise müssen sich keine Sorgen machen. Es geht eher um die Frage, wie man Wachstum kanalisiert. Künstlich anschieben muss man die Wirtschaft jedenfalls nicht, das kommt allein.

Braucht es dann überhaupt Wirtschaftsförderung?

(lacht) Natürlich. Aber sie hat andere Aufgaben als anderswo. Man muss die Entwicklung in LDS und TF aus der Berliner Mangelsituation heraus betrachten. Es gibt in Berlin kaum mehr Gewerbeflächen. Die Preise für Wohnbau und Mieten schießen in die Höhe. Da ist es völlig klar, dass es eine Bewegung nach außen gibt, und das wird auch so bleiben. Man muss im Speckgürtel nur die Frage beantworten, wo diese Bewegung gewollt ist und wo nicht.

Und was die berlinferneren Regionen angeht?

Der Spreewald muss sich auch keine Sorgen machen. Für den Süden von Teltow-Fläming bin ich da nicht ganz so optimistisch. Dort wird die Entwicklung unter anderem davon abhängen, ob es mal eine Zugverbindung gibt, die bis Elbe-Elster durchgeht.

Der Wirtschaftsförderer von Dahme-Spreewald, Gerhard Janßen, bemängelt, dass das Einkommensniveau in der Region noch immer unter dem Bundesschnitt liegt. Glauben Sie, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert?

Da wäre ich gedämpft optimistisch. Ein Anstieg wird sich langsam entwickeln, aber der Unterschied zwischen Nord und Süd wird bleiben.

Wo sehen Sie die größten Potenziale in beiden Landkreisen?

Anders als noch vor zehn oder 15 Jahren sind vor allem die mittelgroßen Städte nicht mehr von Bevölkerungsschwund gebeutelt. Luckenwalde, Jüterbog oder Lübben sind Orte, die sich positiv entwickeln können. Ich glaube auch, dass man in ländlichen Regionen wie Dahme noch mehr für ernährungsbewusste Berliner machen kann. In Dahme-Spreewald sehe ich die größten Potenziale beim Tourismus.

Gibt es ungenutzte Potenziale?

Als Lausitz-Spezialist will ich mir eine solche Aussage nicht anmaßen. Ich beobachte lediglich, dass sich zwischen Potsdam und Wildau eine Wissenschaftslandschaft entwickelt, auf der man etwas aufbauen kann.

Von Oliver Fischer

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