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Dahme-Spreewald Was der neue Geschäftsführer für den Tropenpark plant
Lokales Dahme-Spreewald Was der neue Geschäftsführer für den Tropenpark plant
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00:23 11.04.2019
Der neue Geschäftsführer des Tropical Islands, Wouter Dekkers Quelle: Oliver Fischer
Krausnick

In einigen Details seines neuen Arbeitsortes sei er noch etwas wackelig, räumt Wouter Dekkers ein. Dekkers, 47 Jahre alt und neuer Geschäftsführer des Tropical Islands, hat sich zwar über die vergangenen drei Monate hinweg durch Unterlagen gearbeitet, Pläne studiert, mit Mitarbeitern gesprochen und alle möglichen Geschäftspartner in seinem vollverglasten Büro empfangen. Aber weshalb das Verwaltungsgebäude des Tropenparks LTA genannt wird, kann er nicht sagen. „So etwas wissen die Mitarbeiter viel besser als ich“, winkt er ab.

Die großen Linien aber seien inzwischen für ihn und den neuen Eigentümer klar. Es werde keine großen Veränderungen am Tropical Islands geben. „Wir werden den bisherigen Weg weitergehen“, sagt Dekkers. „Und wir wollen investieren, um diesen großartigen Park weiter zu entwickeln.“

Umsatz mehr als verdoppelt

Es ist die erste grundlegende Aussage zur Zukunft des Tropical Islands nach dem Verkauf an den spanischen Freizeitparkbetreiber Parques Reunidos. Der hatte den Tropenpark bei Krausnick im Januar für knapp 230 Millionen Euro erworben. Ein guter Kauf, sagt Dekkers. Das Tropical Islands sei hochprofitabel. Allein in den vier Jahren seit Eröffnung des Außengeländes „Amazonia“ sei der jährliche Umsatz von 30 Millionen auf 70 Millionen Euro gewachsen. Darauf lasse sich gut aufbauen.

Ein Tropenpark in einer ehemaligen Luftschiffwerft? So sieht das aus.

Und auch dafür wurden schon unter dem alten Eigentümer schon Grundlagen gelegt. Die Surfanlage etwa, die Anfang Mai eröffnet werden soll, ist schon länger in Vorbereitung. Und 100 neuen Ferienwohnungen, die bis Anfang 2020 auf dem Außengelände errichtet werden sollen, sind dank früherer Planungen problemlos umsetzbar. „Es gibt für das Gelände bereits viele genehmigte Bebauungspläne“, sagt Dekkers. Das erleichtert das Wachstum ungemein.

Dekkers: Werden nie 9000 Betten haben

Mit 1900 Betten ist das Tropical Islands schon jetzt der größte Beherbergungsbetrieb weit und breit. Mit den rund 100 neuen Chalets, wie Dekkers die geplanten Sechs-Mann-Bungalows nennt, sollen 600 weitere dazu kommen. Die Auslastung gebe es her, sagt Dekkers. Zu den 9000 Betten, die einst genehmigt wurden, fehlt dann aber immer noch ein großes Stück, und Dekkers glaubt auch nicht, dass es jemals so weit kommt. „Wenn es einmal 4000 werden, haben wir alle einen sehr guten Job gemacht“, sagt er.

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Ziel sei es eher, die Leute länger im Park zu halten. Bislang beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei Übernachtungsgästen zwei bis drei Tage. Besser wären vier bis fünf Tage, sagt Dekkers. Aber dafür müsse man noch mehr bieten. Einen höheren Wohnkomfort etwa. Im vorigen Jahr wurden deshalb schon Luxus-Zelte angeschafft. Die neuen Unterkünfte sollen nun auch geräumiger werden als die Bungalows, die bisher zur Verfügung stehen.

Segway-Touren geplant

Hinzu müssen laut Dekkers aber auch weitere Angebote auf der großen Außenfläche kommen. Dort wurde gerade schon ein Niedrigseilgarten eröffnet. Als künftige Attraktionen bringt Dekkers Strecken für Segway- und Zieseltouren ins Spiel. „Aber das Gelände ist kompliziert, die Naturschutzauflagen sind sehr hoch.“

Teile der Hülle müssen ersetzt werden. Quelle: Oliver Fischer

Die größte Investition ist am Gebäude selbst nötig. In den nächsten Jahren muss die Außenhülle an den Stirnseiten der Halle erneuert werden. Die Stirnseiten bestehen aus zwölf Toren, jedes wird rund eine Million Euro kosten.

Sanierung wird Mammutaufgabe

Eines dieser Tore wurde 2017 bei einem großen Herbststurm beschädigt. Der Wind riss damals ein Stück der Verkleidung ab, der Flicken ist weithin sichtbar. Aber auch über die anderen Segmente zeigen nach 15 Jahren deutliche Verschleißerscheinungen. Die Sanierung ist eine Mammutaufgabe. Das Projekt werde mindestens sechs Jahre in Anspruch nehmen, sagt Dekkers.

Anderes werde dafür künftig leichter gehen. Unter dem früheren Eigentümer, der malayischen Tanjong Gruppe, die vor allem Kraftwerke und Kinos betreibt, war die Tropenhalle immer ein Exot im Portfolio. Parques Reunidos hingegen besitzt weltweit mehr als 60 Freizeitparks. In Deutschland gehören noch der Movie Park in Bottropp, der Belantis Park bei Leipzig und der Vogelpark Walsrode dazu. Dekkers: „In einer solchen Gruppe lassen sich Synergien nutzen. Egal, ob es um den Einkauf oder den Bau neuer Wasserrutschen geht: Es muss nicht alles neu erfunden werden.“

Eine der neusten Attraktionen: der Rutschturm. Quelle: Oliver Fischer

Ein kleiner inhaltlicher Wandel deutet sich im 15. Jahr des Bestehens ebenfalls an. Am Wochenende lud Wouter Dekkers erstmals den früheren Cargolifter-Geschäftsführer Carl-Heinrich von Gablenz ein, um öffentlich von der Geschichte der Halle zu berichten (s. rechts). Möglicherweise bekennt sich der Tropenpark künftig zu seiner Vorgeschichte. Unter Tanjong hatte man noch vorgezogen, den Mantel des Schweigens über die Mega-Pleite der Hallen-Erbauer von Cargolifter zu decken.

Von Oliver Fischer

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