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Dahme-Spreewald Der Campus steht allen Bürgern offen
Lokales Dahme-Spreewald Der Campus steht allen Bürgern offen
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07:30 14.08.2015
Das neue Seminargebäude bietet ausgezeichnete Studienbedingungen. Quelle: Franziska Mohr
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Königs Wusterhausen

Steuerrecht, Arbeit im Finanzamt – das klingt staubtrocken. „Von wegen“, entgegnet die Juristin Bettina Westphal, die seit Juni offiziell nicht nur die Fachhochschule für Finanzen mit etwa 650 Studenten, sondern auch die Landesfinanzschule mit 450 Azubis in Königs Wusterhausen leitet. Schließlich seien Steueroasen sowie die individuelle Steuerbelastung der Bürger in der Öffentlichkeit nicht selten die Aufregerthemen schlechthin. Wer hier aber nicht nur auf dem Niveau der Stammtische, sondern mit Sach- und Fachkenntnis agieren will, der kann sich im Aus- und Fortbildungszentrum in der Schillerstraße für ein dreijähriges Studium zum Diplom-Finanzwirt beziehungsweise für eine zweijährige Ausbildung zum Finanzwirt entscheiden. Ein gutes Abitur, logisches Denken, die Liebe zur Genauigkeit sowie eine Empathie gegenüber anderen Menschen vorausgesetzt.

Leiterin Bettina Westphal (M.), ihre Stellvertreterin Gabriele Gößling und Dozent Heinz-Georg Hanke. Quelle: Franziska Mohr

„Allein die Verlockung schon zu Beginn der Ausbildung als Beamte eingestellt und besoldet zu werden, genügt für diese Berufsentscheidung allerdings bei weitem nicht“, sagt Dozent Heinz-Georg Hanke. Interessenten, die zu einer solchen beruflichen Karriere mehr erfahren möchten, sind am Freitag, dem 4. September, von 11 bis 16 Uhr, auf dem Campus herzlichen willkommen. Neben interessanten Rundgängen über das Gelände werden die Berufsbilder mit dem späteren Einsatz in Finanzämtern von den Bereichen Veranlagung über die Betriebsprüfung bis zur Vollstreckung ausführlich vorgestellt. Mit von der Partie ist an diesem Tag auch die Justizakademie, die ihre vier Ausbildungsberufe – Rechtspfleger, Justizfachangestellter, Justizwachtmeister sowie Justizvollzugsbeamter – präsentiert.

„Der Campus öffnet sich für alle Bürger der Stadt und dies übrigens nicht nur am „Tag der offenen Tür“. Auch für Spaziergänger entlang der Notte sind jetzt alle Tore geöffnet“, lädt Leiterin Bettina Westphal zu einem Besuch ein. Die Bibliothek oder die Mensa stehen allen Bürgern offen, die beiden Bowlingbahnen kann jeder mieten. Ein Anruf genügt.

Visitenkarte

Auf dem Areal des heutigen Aus- und Fortbildungszentrums Königs Wusterhausen in der Schillerstraße befand sich von 1971 bis Ende 1990 das Schülerinternat „Otto Winzer“ des Außenministeriums der DDR, in dem bis zu 270 Kinder und Jugendliche lebten, deren Eltern im Ausland tätig waren.

Das sechs Hektar große Gelände wurde im April 1991 an das Finanzministerium übergeben. Im Juli nahmen der Vorläufer der Fachhochschule für Finanzen, die Landesfinanzschule und das Fortbildungszentrum der Finanzverwaltung ihre Arbeit auf. Im September startete der erste Ausbildungsjahrgang.

Von 2004 bis 2011 entstanden auf dem Gelände für etwa 33 Millionen Euro ein neues Hörsaal- und ein modernes Seminargebäude sowie eine Mensa. Auch der Umbau des Apartmenthauses fand statt.

Im Mai 2008 wurde das zum Teil neu errichtete Aus- und Fortbildungszentrum feierlich eröffnet.

Auf dem Campus befinden sich jetzt: die Fachhochschule für Finanzen, die Landesfinanzschule, das Fortbildungszentrum der Finanzverwaltung, die Landesakademie für öffentliche Verwaltung und die Justizakademie. 500 Unterkünfte wurden geschaffen, davon 300 für Studenten und Azubis.

Gemeinsam mit der Justizakademie wird demnächst auch eine interessante Ausstellung mit Bildern von Strafgefangenen gezeigt, die allen Bürgern offensteht.

Im nächsten Jahr feiert der Campus sein 25-jähriges Bestehen. Noch davor aber will Bettina Westphal zu öffentlichen Vorlesungen zum, wie sie sagt, „spannenden Steuerrecht“ einladen. Interessante Bürgerthemen wären beispielsweise „Wie vererbe ich richtig?“ oder „Kann einen Betriebsprüfer noch etwas erschüttern?“.

Von Franziska Mohr

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