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Dahme-Spreewald Die Kuhbrücken sollen wieder gangbar werden
Lokales Dahme-Spreewald Die Kuhbrücken sollen wieder gangbar werden
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05:27 26.10.2017
Die Kuhbrücken bei Gallun sind marode und sollten keinesfalls benutzt werden – weder zu Fuß und erst recht nicht mit einem Fahrzeug. Quelle: Privat
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Gallun

Die alten Kuhbrücken von Gallun sind marode und sollten deswegen nicht mehr benutzt werden. Es besteht akute Einsturzgefahr. Zuletzt wurden sie aber noch von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Kühe und Fahrzeuge – vor allem der Landwirtschaft – können schon lange nicht mehr über die Kuhbrücken fahren. Benutzer von Drahteseln und der eigenen Füße konnten damit in der Vergangenheit jedoch größere Umwege in Richtung Telz vermeiden. Deswegen soll nun geprüft werden, ob die Brücken wieder fit gemacht werden können beziehungsweise andere Lösungen in Frage kommen.

Das Alter ist den Bauwerken anzusehen

Den Kuhbrücken nahe Gallun ist ihr Alter anzusehen. Verrottete Holzbalken liegen auf Stahlträgern. Bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Bau- und Ordnungsamt der Stadt Mittenwalde sowie Mitgliedern der Ortsbeiräte von Gallun und Telz machten sich die Anwesenden ein Bild vom Zustand der alten Bauwerke. Ein Abriss der beiden Brücken sei derzeit aber nicht geplant, hieß es dort.

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Auch die zweite Brücke ist nicht mehr begehbar, wurde aber mit Betonblöcken abgesperrt.

Für die Brücke über den Galluner Kanal liege, so der Ortsvorsteher Hans-Ullrich Beese (CDU) ein TÜV-Bericht aus dem Jahr 2014 vor. Er bescheinige eine stark eingeschränkte Tragfähigkeit. Insbesondere seien die Brückenwiderlager desolat, die in Richtung Kanal wegdrifteten. Auch die Stahlträger wiesen laut TÜV-Bericht deutliche Verformungen auf.

Sanierung wirtschaftlich nicht sinnvoll

„Es besteht unter den Teilnehmern Einigkeit darüber, dass die Brücke unter verkehrssicheren Aspekten gegen weitere Benutzung gesperrt bleiben muss“, so Beese in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus sei man sich einig, dass eine Sanierung und provisorische Herrichtung für Fußgänger und Radfahrer aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll sei. Deswegen strebten die Vertreter der Ortsbeiräte einen Abriss an, dem aber ein Ersatzbau folgen soll. Dieser soll zwei Meter breit sein. Die notwendigen Mittel dafür sollten durch einen Nachtrag im Haushalt 2018 oder 2019 bereit gestellt werden. Parallel sollte von der Stadt die Verfügbarkeit und Höhe von möglichen Fördergeldern geprüft werden. „Bis dahin müssen Wanderer für die Strecke Gallun-Telz einen Umweg von 600 bis 800 Metern über die Autobrücke an der MEAB (Märkische Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft mbH) in Kauf nehmen“, so der Galluner Ortsbeiratsvorsitzende.

Alle mit ins Boot holen

Auch die zweite Brücke – die sogenannte Brücke über den Muckergraben oder auch Maxgraben – soll ebenfalls aus Sicherheitsgründen nicht benutzt werden. Es gebe jedoch einen Vorschlag des Wasser- und Bodenverbandes aus dem Jahr 2014 für eine preiswerte Ersatzlösung mittels „Verrohrung“. Genauere Informationen, wie dieses Modell aussehen könnte, liegen der Redaktion derzeit nicht vor. Diese Variante sei indes ein erster Schritt, um den Weg Gallun–Telz in beide Richtungen wieder zurück zu gewinnen. „Hierfür ist zu klären, inwieweit eine Unterstützung durch den Wasser- und Bodenverband möglich ist. Es sollten auch die in diesem Gebiet tätigen landwirtschaftlichen Betriebe in das Vorhaben eingebunden werden. Dies treffe auch auf den Spreewaldverein zu. „In diesem Sinne ist die Finanzierung noch zu klären“, meint Beese.

Eine Brücke ist mit Betonblöcken zugestellt, um zu verhindern, dass Leute darüber gehen oder fahren. Die andere Kuhbrücke jedoch ist befahrbar. Dies sei jedoch gefährlich, da die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist. Deswegen sollte strickt auf die Nutzung jedweder Art verzichtet werden.

Von Andrea Müller