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Dahme-Spreewald Die Tafel zieht in den Schulweg
Lokales Dahme-Spreewald Die Tafel zieht in den Schulweg
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17:36 15.03.2018
Im roten Backsteinhaus im Schulweg 1a in Königs Wusterhausen soll die Tafel vorläufig unterkommen. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

Die Tafel des Arbeitslosenverbandes räumt noch vor Weihnachten ihr angestammtes Domizil in der Scheederstraße 9 in Königs Wusterhausen. Ab 15. Dezember ist sie geschlossen. Voraussichtlich in der zweiten Januarwoche wird sie dann im Schulweg 1a wieder öffnen. Das leerstehende Gebäude neben dem Verwaltungssitz des Landkreises soll die Tafel vorübergehend beherbergen. Das bestätigte Vize-Landrat Chris Halecker (Linke) am Freitag der MAZ.

Der alte Standort in der Scheederstraße 9 war 12 Jahre lang das Tafel-Domizil. Quelle: Frank Pawlowski

„Wir wurden gebeten, zu helfen. Das tun wir“, sagte Halecker. Im Schulweg soll die Tafel aber nur für maximal ein Jahr bleiben. „Wir wollen gemeinsam mit der Stadt eine langfristige Lösung finden“, sagte Halecker. Die Stadt Königs Wusterhausen hatte der Tafel zum Jahresende gekündigt. Im Sommer hieß es, die Baracke in der Scheederstraße und ein weiteres Gebäude auf dem Grundstück sollen abgerissen werden, um Platz für Wohnungsbau zu schaffen. Stadtsprecherin Katja Klinner nannte am Freitag als Grund für die Kündigung, die schon vor anderthalb Jahren erfolgt sei, bauliche Mängel und Sicherheitsfragen. Die Suche nach anderen Räumen blieb seither ergebnislos. „Mehrere Varianten wurden durchdacht, mussten zum großen Teil wieder verworfen werden“, so Klinner. Eine dauerhafte Lösung werde weiter angestrebt.

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Ab 15. Dezember geschlossen. Am Montag, Mittwoch und Donnerstag kommender Woche ist die Tafel in der Scheederstraße letztmals geöffnet. Quelle: Frank Pawlowski

Im Kreistag am Mittwoch war die Tafel ein Thema. Der Bestenseer Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos) erkundigte sich in der Einwohnerfragestunde danach. Er berichtete von Überlegungen des Arbeitslosenverbandes, die Tafel in dessen Mehrgenerationenhaus nach Bestensee zu verlegen. „Wir sind gerne bereit, zu helfen“, sagte Quasdorf. Er nutzte das aber vor allem, um erneut einen Stopp des Regionalexpresses in Bestensee zu fordern. Ohne diese Möglichkeit sei der Weg für die Tafelbesucher, die überwiegend aus Königs Wusterhausen kommen, nicht zumutbar, wie er sagte.

Container im Neubaugebiet kommt nicht in Frage

Landrat Stephan Loge (SPD) ging auf die Äußerung zur Bahn nicht weiter ein. Er berichtete, dass es auch schon Überlegungen gegeben habe, für die Tafel-Ausgabe einen Container im Neubaugebiet aufzustellen. Lebensmittel sollten in Bestensee nur gelagert werden. „Für mich ist das unvorstellbar“, sagte Loge. Am Rande des Kreistags gab es den Vorschlag, Räume für die Tafel im Fontane-Center anzumieten, dort stünden Gewerbeflächen leer.

Arbeitsreicher Jahreswechsel für das Tafel-Team

Beim Arbeitslosenverband war am Freitag für eine Stellungnahme niemand erreichbar. Die Tafel gibt Lebensmittel, Möbel und Bekleidung an Bedürftige ab. Mehrere ehrenamtliche Helfer und Ein-Euro-Jobber sind im Einsatz. Sie holen unter anderem die Lebensmittelspenden aus Supermärkten in der Region ab. Die Leiterin der Königs Wusterhausener Tafel, Evelyn Neujahr, freut sich, dass nun wenigstens vorübergehend ein neues Quartier in Sicht ist. Für sie und ihr Team wird es ein arbeitsreicher Jahreswechsel. Das Haus in der Scheederstraße muss komplett geräumt werden. Am Freitag herrschte noch reges Treiben, Tafel-Mitarbeiter bereiteten die letzten drei Ausgabetage am Montag, Mittwoch und Donnerstag vor. Für Lebensmittelkisten und Pflegeartikel zahlen Besucher vier Euro.

Von Frank Pawlowski