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Dahme-Spreewald "Die haben uns den Hintern gerettet"
Lokales Dahme-Spreewald "Die haben uns den Hintern gerettet"
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20:56 22.07.2013
Sie halfen beim Löscheinsatz: Philipp Puhlmann (l.), Arved Piesalla von der Großbeerener Wehr. Quelle: Hartmut F. Beck
Radeland

Friedlich plätschert der kleine Springbrunnen vor der hölzernen Urlaubsdatsche mitten im Wald. Ein gelber Gartenschlauch versorgt ihn mit Wasser. Um die drohende Feuersbrunst zu verhindern, hätte er nicht ausgereicht.

Klaus Kolbow (76) erinnert sich: "Erst hat es komisch gerochen, dann gab es einen lauten Knall und unsere Hütte erzitterte. Da muss wohl eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert sein." Dann kam die Polizei und forderte alle Siedlungsbewohner im Radeländer Wald auf, ihre Sachen zu packen und die Häuser zu verlassen.

Klaus und Ingrid Kolbow sind den Feuerwehrleuten unendlich dankbar. Quelle: Hartmut F. Reck

Auch Klaus und Ingrid (78) Kolbow aus dem westfälischen Hagen mussten ihr kleines Urlaubsparadies Samstagnachmittag verlassen. Die Nacht verbrachten sie in ihrem Auto gleich neben dem Dorfgemeinschaftshaus. Das hatte Baruths Bürgermeister Peter Ilk den Evakuierten geöffnet und sie mit Mineralwasser und Kaffee versorgt. "Feldbetten hätten wir auch noch aufstellen können", sagte er, "aber die meisten durften ja wieder zurück in ihre Häuser."

Nur etwa 20 Waldbewohner, die nördlich der Hochspannungsleitung leben, mussten die Nacht woanders verbringen. Keiner nutzte das Dorfgemeinschaftshaus zum Übernachten. Alle schliefen lieber in ihren Autos. Als sie aufwachten, war niemand da, der ihnen sagen konnte, wie es weitergeht. "Wir sind dann einfach zurück zu unserer Hütte", so Klaus Kolbow. Die Feuerwehr fuhr ständig an seinem Grundstück vorbei, niemand sagte etwas, also war die Gefahr gebannt, schlussfolgerte das Ehepaar. Es ist den Feuerwehrleuten unendlich dankbar: "Die haben uns den Hintern gerettet", so der Rentner. Und ihre Datsche auch.

Die Besatzungen von elf Feuerwehr-Tanklöschfahrzeugen waren auch gestern im Radeländer Wald im Einsatz, um Brandnester zu löschen. Quelle: Hartmut F. Reck

Mehr als 20 Explosionen zählte die Feuerwehr während ihres Einsatzes am Wochenende auf dem munitionsverseuchten Waldgelände, davon acht große. "Wenn wir unsere Kräfte dort gehabt hätten, wären die jetzt tot", so Gerd Heine, Kreisbrandmeister in Teltow-Fläming. Mit Hilfe eines Löschhubschraubers konnte ein Brand der Baumkronen verhindert werden, sonst würde keins der Häuser mehr stehen. Und weil da auch noch die Verdichterstation der Opal-Erdgasleitung ganz in der Nähe steht, "haben wir alle Kräfte drangesetzt, die Gefahr zu bannen", so Heine. Insgesamt hätten bislang 17Hektar Wald gebrannt, so Heine. "Der Landkreis Teltow-Fläming hat 82000Hektar Waldfläche, davon sind 52000Hektar munitionsbelastet", sagt Gerd Heine. Wo es gerade brennt, sei aber entgegen anders lautenden Meldungen kein militärisches Übungsgelände gewesen. Hier fanden 1945 die letzten Kriegshandlungen statt. Deutsche Armeeverbände hinterließen während ihres Ausbruchs aus dem Halber Kessel jede Menge Munition, die seitdem im Boden verrottet und an heißen Tagen explodiert, entweder Waldbodenbrände verursacht oder zumindest verschlimmert. Deshalb dürfen auch keine Feuerwehrleute mehr in den Wald eindringen, sondern nur noch von geräumten Waldwegen aus das Feuer bekämpfen. Währenddessen kurven 65 Einsatzkräfte mit elf Tanklöschfahrzeugen zwischen Löschwasserentnahmestation und rauchendem Waldboden hin und her, um die immer wieder aufzüngelnden Flammen zu zügeln.

Von Hartmut F. Reck

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