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Dahme-Spreewald Die reizenden Skatspieler
Lokales Dahme-Spreewald Die reizenden Skatspieler
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18:27 02.02.2010
ZERNSDORF

Auch die Spurensuche über den Maler Otto Marquardsen ist schwierig, obwohl er mehr als 20 Jahre im Ort gelebt und in dieser Zeit auch viele Einheimische gemalt hat. Der Künstler geriet in Vergessenheit. Egal, was passiert ist, Margit Mach will das ändern.

Sie hat sich an die Arbeit gemacht und wenigstens Teile eines Puzzles zusammenfügen können. Otto Marquardsen kam am 7. August 1887 in einer Arbeiterfamilie in Berlin auf die Welt. Mit seinem Talent wurde er später Meisterschüler bei Max Koch am Kunstgewerbemuseum. Margit Mach: „Er wurde schnell ein bisschen bekannt in Berlin.“ Ende der 20er Jahre zog er dann hinaus nach Zernsdorf. Im Strandweg 2 baute er sich seinen Wohn- und Arbeitssitz aus. Doch niemand kann sich heute so recht an ihn erinnern, hat die Chronistin nach vielen Gesprächen mit älteren Bürgern im Ort festgestellt.

Also nutzte sie das Internet für die weitere Recherche, stellte das Bild der Skatspieler, das auf einem Dachboden entdeckt worden war, auf die Seite des Heimatvereins und bat um Hinweise. Prompt tauchte ein Verwandter mit drei dicken Ordnern auf. Sie enthielten Fotografien der Gemälde von Otto Marquardsen ,Porträts, Alltagsszenen, Landschaften. „Er war offenbar ein sehr vielseitiger und fleißiger Maler“, meint Margit Mach. Und es gab eine Wandlung in seinem Werk. Warum er anfangs vorwiegend Arbeiter, einfache Leute, detailgetreue Alltagsszenen und dann später aber auch immer wieder Nazi-Lokalgrößen auf die Leinwand bannte, dafür hat sie noch keine Erklärung gefunden. „Er soll nicht viel Geld gehabt haben“, sagt sie. „Man ist wohl auf ihn aufmerksam geworden und hat ihm Aufträge gegeben.“

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam er ins Speziallager Ketschendorf, das die sowjetische Besatzungsmacht bei Fürstenwalde eingerichtet hatte. Dort ist er am 8. April 1946 gestorben. In den Unterlagen war sein Name falsch geschrieben. Otto „Marquardsek“ hatte jemand notiert.

Danach wurde es still um den Künstler. Der Name Otto Marquardsen ist heute kaum bekannt. Auch Margit Mach hatte noch nie von ihm gehört, als sie vor zehn Jahren in die Geschichte des Ortes eintauchte.

Inzwischen besitzt sie sogar ein kleines Landschaftsbild von ihm, das sie auf einer Versteigerung erwarb. Und in Beeskow entdeckte sie ein Bild des Künstlers in einer Kirche. Sie kann sich vorstellen, dass es auch mal eine Ausstellung über Marquardsen im Ort geben kann. „Man muss doch einfach nur darstellen, wie es war“, sagt sie. „Keine Schwarz-Weiß-Malerei.“ (Von Liane Stephan)

Zernsdorfer KünstlerIn Zernsdorf hat auch der Maler Erwin Hahs gelebt, über den MAZ kürzlich berichtete. Er ist im selben Jahr wie Marquardsen geboren. Beide lernten zuerst den Beruf eines Dekorationsmalers, ehe sie die künstlerische Laufbahn einschlugen. Doch dann gingen sie ganz andere Wege. Hahs, der Professor an der Burg Giebichenstein war, galt bei den Nazis als „entartet“ und in der DDR als „westlich dekadent“. Er zog erst 1956 nach Zernsdorf, starb dort 1970.

Auf dem alten Friedhof in Zernsdorf gibt es eine Grabstelle von Elise Marquardsen, der ersten Ehefrau von Otto Marquardsen.

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