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Dahme-Spreewald Update: Alle neuen Corona-Infos für Dahme-Spreewald im Überblick
Lokales Dahme-Spreewald Update: Alle neuen Corona-Infos für Dahme-Spreewald im Überblick
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18:21 29.03.2020
Menschen mit Corona-Verdacht warten am Abstrichzentrum des Achenbach-Krankenhausees in Königs Wusterhausen Quelle: Oliver Fischer
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Dahme-Spreewald

Dahme-Spreewald befindet sich im Ausnahmezustand. Der Coronavirus legt das öffentliche Leben im Landkreis genau wie in andernorts zunehmend lahm. Das ist der derzeitige Stand.

Wie viele Fälle gibt es derzeit im Landkreis?

Aktuell sind in Dahme-Spreewald 113 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 bekannt.

In Königs Wusterhausen gibt es 36 Corona-Infizierte, in Lübben 15, in Zeuthen 14, in Mittenwalde neun, in Schönefeld sieben, in Heidesee sieben, in Wildau sechs, im Amt Schenkenländchen sieben, im Amt Unterspreewald vier, in Eichwalde drei, in Schulzendorf zwei, in Heideblick, Märkische Heide und im Amt Lieberose/Oberspreewald gibt es jeweils einen Betroffenen. 14 der nachgewiesenen Covid-19-Erkrankten sind zwischenzeitlich genesen. Derzeit werden vier Erkrankte stationär im Krankenhaus behandelt. Die übrigen Betroffenen befinden sich in häuslicher Isolation. Es wurden 303 Quarantänen verhängt. 216 als Verdachtsfall eingestufte Personen warten derzeit auf ein Testergebnis. Bislang ist ein 81-Jähriger in Folge einer Corona-Infektion verstorben.

Wo kann ich mich testen lassen?

Ein Testzentrum befindet sich im Königs Wusterhausener Achenbach-Krankenhaus. Getestet wird dort täglich zwischen 10 und 12 Uhr. Allerdings müssen Verdachtsfälle vom Hausarzt geschickt werden. Getestet wird nur, wer typische Symptome aufweist und einer Risikogruppe angehört oder Kontakt mit Infizierten hatte.

In sechs Schwerpunktpraxen werden Abstriche genommen. Eine ist das Wildauer Gesundheitszentrum, Freiheitstraße 98. Eine andere ist die Gemeinschafspraxis von Birgit Maack und Susanne Kieckebusch in Halbe, Kirchstraße 3. In Lübben bieten drei Hausarztpraxen Fiebersprechstunden an: Christine Wendt (Judengasse 13B), Beate Kruse (Bergstraße 7) und Barbara Zachert (Hinter der Mauer 9). In Luckau ist Ärztin Heide Zimmermann (Berliner Straße 4) Anlaufstelle für Menschen mit Corona-Verdacht. Es bedarf aber in jedem Fall unbedingt einer Voranmeldung.  

Welche Einschränkungen gibt es im Alltag?

Schulen und Kitas sind geschlossen. Für Familien, in denen beide Eltern in so genannten kritischen Infrastrukturen arbeiten, wird eine Notbetreuung in Einrichtungen in ihrem jeweiligen Heimatort angeboten. Bei Mitarbeitern in Gesundheitsberufen reicht es, wenn ein Elternteil in dieser Berufsgruppe arbeitet. Die Notbetreuung ist aber genehmigungspflichtig und muss beantragt werden. Aktuelle Informationen des Landkreises zu diesem und anderen coronabezogenen Themen sind hier abrufbar.

Geschäfte müssen geschlossen bleiben. Ausnahmen bilden Lebensmittelgeschäfte, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau-, Garten- und Tierbedarfsmärkte sowie Großhandel. Auch in Centern dürfen nur diese Geschäfte geöffnet bleiben. Im A10-Center öffnet derzeit nur noch der Real-Markt, die Drogeriemärkte, die Apotheke und der Baumarkt. Bei Spezialläden wie Tee- oder Kaffee-Geschäften obliegt die Entscheidung den Gemeinden.

Das geschlossene Capitol-Kino in Königs Wusterhausen. Quelle: Gerlinde Irmscher

Geschlossen sind alle Restaurants, Kinos, Museen, Konzerthallen, Theater, Diskotheken und ähnliche Einrichtungen. Auch Spielplätze sind im Landkreis wegen der Ansteckungsgefahr gesperrt. In Krankenhäusern gelten eingeschränkte Besuchszeiten. Die Cafeterien der beiden Krankenhäuser sind geschlossen. Es gibt keine Führungen mehr für werdende Eltern durch die Entbindungsstation.

Das Land hat die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen Anfang dieser Woche um zwei Wochen verlängert. Wer gegen die Beschränkungen verstößt, muss mit harten Strafen mit einer Höhe bis bis zu 25.000 Euro rechnen. Der Bußgeldkatalog trat bereits am 2. April in Kraft.

Sind die Verwaltungen erreichbar?

Grundsätzlich ja, allerdings wird um telefonische Kontaktaufnahme gebeten. Besucherverkehr ist bis auf das Rathaus Königs Wusterhausen, wo das Bürgerbüro geöffnet ist, untersagt. Die Arbeit der Krisenstäbe hat Vorrang, deshalb wurden viele andere Bereiche zurückgefahren. Die Meldeämter der Verwaltungen arbeiten aber nach wie vor.

Kunden des Jobcenters müssen sich in Dahme-Spreewald an die Hotlinenummer 03375 279 200 wenden. Persönliche Gespräche sind weder im Jobcenter noch in der Arbeitsagentur möglich.

Beim Straßenverkehrsamt werden derzeit nur noch Zulassungen für Fahrzeuge aus systemrelevanter Infrastruktur entgegengenommen. Dazu gehören Ärzte, Apotheken, Landwirtschaft, etc. Zulassungen für Privat-Pkw werden nicht bearbeitet.

Welche öffentlichen Veranstaltungen sind abgesagt?

Alle. Politische Gremien tagen vereinzelt, um die jeweiligen Kommunen arbeitsfähig zu halten.

Fährt der ÖPNV noch?

Ab Montag, 6. April, gilt der Ferienfahrplan. Die damit geltenden Änderungen sind den einzelnen Linien-Fahrplänen zu entnehmen, die über den Internetauftritt der Regionalen Verkehrsgesellschaft (RVS) einsehbar sind. Fahrgäste müssen hinten einsteigen, können keine Fahrkarte beim Fahrer erwerben und sollen auch keinen Kontakt zum Fahrer aufnehmen.

Wohin wende ich mich mit Fragen zum neuartigen Coronavirus im Landkreis?

Der Landkreis hat eine Telefonhotline geschaltet unter der Nummer 03375 262146. Die Hotline ist täglich zwischen 8 und 18 Uhr geschaltet.

Aktuelle Informationen gibt es auf der Internetseite des Landkreises.

An wen können sich Unternehmer mit Fragen wenden?

Die IHK Cottbus hat ein Krisentelefon eingerichtet unter der Nummer 0355 365 1111.

Die Handwerkskammer hat für Dahme-Spreewald eine Hotline geschaltet unter 03375 26 2146.

Die Wirtschaftsfördergesellschaft Dahme-Spreewald ist ebenfalls ansprechbar unter 03375 5238-0

Der Wirtschaftsdezernent des Landkreises, Stefan Klein, weist auf das Sofortprogramm der Landesregierung hin, mit dem kleine und mittlere Unternehmen sowie Selbstständige und Freiberufler unterstützt werden sollen, die durch die Corona-Krise in existenzbedrohende Schwierigkeiten kommen. Zwischen 5000 und 60.000 Euro sollen als Zuschuss ausgezahlt werden. Informationen stehen auf der Internetseite der Investitionsbank des Landes Brandenburg bereit. Unternehmen und Freiberufler können sich zum Programmstart direkt an die ILB, Tel. 0331/660-2211 oder E-Mail an beratung@ilb.de wenden.

 

Von Oliver Fischer

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