Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Lila-Bäcker Schließung: Beim Personal herrscht blankes Entsetzen
Lokales Dahme-Spreewald Lila-Bäcker Schließung: Beim Personal herrscht blankes Entsetzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 09.06.2019
Die insolvente Kette schließt am Freitag die meisten ihrer Filialen. Ob sie wieder öffnen, ist derzeit ungewiss. Quelle: Bernd Gartenschläger
Eichwalde

Bis zur vergangenen Woche hatten sie noch Hoffnung. Aber am Donnerstag herrscht in bei den Angestellten der Backwaren-Kette „Lila Bäcker“ Endzeitstimmung.

In Eichwalde sitzen zwei Angestellte vor ihrer Filiale und fangen Kunden schon vor Betreten des Ladens ab. Sie bitten darum, ihren Namen nicht zu nenne, wer weiß, was noch alles wird, sagen sie. Aber über die Vorgänge bei ihrem Arbeitgeber in den vergangenen Tagen können Sie nur den Kopf schütteln. Der Gipfel: Am Mittwoch haben sie erfahren, dass Donnerstag ihr letzter Arbeitstag ist. Am Freitag bleibt ihr Geschäft geschlossen. Möglicherweise vorübergehend, möglicherweise aber auch für immer.

„Keiner fühlt sich verantwortlich“

„Es kann sein, dass wir am Mittwoch wieder für vier bis sieben Wochen öffnen. Aber genaueres sagt uns niemand. Keiner fühlt sich verantwortlich uns zu sagen, wie es weitergeht, keiner weiß Bescheid“, sagt die Filialleiterin.

Die Mitabeiterinnen haben die monatelange Suche der Bäckerei-Kette nach einem Investor mit bangem Gefühl verfolgt. Erst die Nachricht von der Insolvenz Anfang des Jahres, dann die Selbstverwaltung, das Scheitern der Gespräche mit einem potenziellen Investor. Am Montag dann hieß es, die beteiligten Banken übernehmen die Geschäfte. Und am Mittwoch sei der Hammer gekommen. Rund 60 Lila-Bäcker-Filialen in Brandenburg bleiben ab Freitag geschlossen, darunter viele eigenständige Filialen in der Region und wohl auch alle in Eichwalde und Zeuthen.

Verkäuferinnen müssen zum Jobcenter

Das ist schwierig für die Kunden, noch schwieriger aber für die Angestellten. Fünf Angestellte gibt es in der Eichwalder Filiale. „Wir sind alle unentgeltlich freigestellt, wir müssen zum Jobcenter gehen und uns arbeitslos melden und hoffen, dass das Jobcenter uns bezahlt“, sagt eine der Verkäuferinnen.

Sie fühle sich wie eine Leibeigene. Kündigen könne sie nicht, weil sie dann alle Ansprüche verliert. Welche Ansprüche sie aber überhaupt noch hat, sei völlig unklar. „Keiner hat Weihnachtsgeld bekommen, keiner Urlaubsgeld, und wir haben alle noch fast 20 Tage Urlaub, keine Ahnung, wie damit verfahren wird.“ Nicht mal einen Sozialplan soll es geben, hieß es intern.

Angestellte informieren Kunden persönlich

Die beiden Frauen haben inzwischen ein Plakat an ihrem Laden angebracht, dass die Kunden sich über Pfingsten ihre Brötchen woanders besorgen müssen. „Die sind natürlich nicht erfreut“, sagen die Frauen. Deshalb hat eine der beiden Verkäuferin sogar ihren Urlaub unterbrochen, um sich vor den Laden zu setzen und die Kunden zu beschwichtigen. „Wir mögen unsere Kunden und haben ein gutes Verhältnis zu ihnen, sonst würden wir das nicht machen“, sagen sie. Von ihrem Arbeitgeber können sie das derzeit allerdings nicht behaupten.

Lesen Sie mehr zum Thema

Von Oliver Fischer

Dahme-Spreewald Dahmeland-Fläming - Tag der Architektur

Die Wildauer Hochschule macht mit beim Tag der Architektur am letzten Juni-Wochenende. Vorgestellt werden außerdem Wohnhäuser in Schönefeld und Schulzendorf sowie das Hospiz in Luckenwalde.

05.06.2019

Sechs Waldbrände registrierten die Feuerwehren von Dahme-Spreewald allein in den ersten fünf Tagen des Juni. Kreisbrandmeister Christian Liebe mahnt deshalb zur Vorsicht im Wald.

05.06.2019

Die Dahme-Spreewälder Bündnisgrünen wählten gleich mehrere Neulinge in den Vorstand. Königs Wusterhausener sind dort wieder stark vertreten. Die Doppelspitze hat ein neues Gesicht.

04.06.2019