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Eichwalde Deutsche Bahn beteiligt sich am Bürgerbus
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09:28 10.07.2019
Dorothea Schulze (Grüne), Mitinitiatorin der Petition an die Bahn, übergab dem Konzernbevollmächtigten Joachim Trettin eine Liste mit 700 Unterschriften. Mit dabei: CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke (l.) und SPD-Landtagsabgeordnete Tina Fischer (SPD, r.). Quelle: Josefine Sack
Eichwalde

Gute Neuigkeiten für alle Eichwalder: Die Bahn hat zugesagt, sich für die restliche Bauzeit rund um den Bahnhof am bestehenden Bustransfer zu beteiligen. Seit Ostern fährt der Shuttle, der die Menschen an den Markttagen von der einen auf die andere Seite im Ort bringt (die MAZ berichtete). Insgesamt kostet der Bus die Gemeinde bis zum Jahresende rund 10.000 Euro.

Bürgermeister Jörg Jenoch (WIE) und der DB-Bevollmächtigte für Brandenburg, Joachim Trettin, haben sich am Dienstagabend darauf verständigt, dass der Konzern das Bus-Projekt bis zum Ende der Bauzeit mit zusätzlich 5000 Euro bezuschusst. Damit könnte der Bus Jenoch zufolge künftig noch an einem weiteren Wochentag fahren.

Bauarbeiten fast ein Jahr in Verzug

Fast ein Jahr lang warten die Eichwalder nun schon darauf, dass der neue Personentunnel am S-Bahnhof Eichwalde fertig wird. Doch rund um den Bahnhof ruhen seit geraumer Zeit die Bauarbeiten. Der Grund: Zu viel Grundwasser in der Baugrube macht den Planern zu schaffen. Die erhebliche Verzögerung beim Bau bereitet nicht nur den Gewerbetreibenden Kopfzerbrechen. Für Unmut im Ort sorgt vor allem die steile Behelfsbrücke, die vor allem für gehbehinderte Menschen und Familien mit Kinderwagen ein Hindernis ist.

Der einzige Zugang zum Bahnsteig von der August-Bebel-Allee/Bahnhofstraße: Die steile Behelfstreppe ist zum langfristigen Provisorium am Bahnhof geworden. Quelle: Josefine Sack

In einem offenen Brief hatte eine Bürgerinitiative die Bahn aufgefordert, sich an den Kosten für den kurzfristig ins Leben gerufenen Ringbus zu beteiligen. Die Initiatorinnen Andrea Lübcke und Dorothea Schulze (beide Grüne) hatten sich auch an die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke gewandt. Diese hatte daraufhin vermittelt.

Petition mit 700 Unterstützern

Am Dienstag machte sich der Konzernbevollmächtigte Joachim Trettin selbst ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort. Der hochrangige Bahn-Vertreter kam mit der S-Bahn nach Eichwalde. Dort übergab Dorothea Schulze ihm eine Liste mit 700 Unterschriften.

Rein rechtlich sei die Deutsche Bahn nicht dazu verpflichtet, sich an dem Shuttle zu beteiligen. Denn bei dem im Umbau befindlichen Personentunnel handelt es sich, streng genommen, um einen reinen Zugang zum Bahnsteig, erläuterte Trettin. Weil die Unterführung keinen Status als offizielle Ortsteilverbindung habe, fehle aus Sicht der Bahn die Grundlage für eine finanzielle Entschädigung beziehungsweise eine Beteiligung an dem kurzfristig eingerichteten Transfer. Auch wenn der Bus quasi als Tunnel-Ersatz während der Bauzeit fährt.

Bürgermeister Jörg Jenoch (Mitte, WIE) im Gespräch mit dem Konzernbevollmächtigten der Bahn, Joachim Trettin (r., von hinten). Quelle: Josefine Sack

Vier-Augen-Gespräch bringt den Durchbruch

Dutzende Bürger, darunter Rentner, junge Familien mit Kinderwagen, Gewerbetreibende und Gemeindevertreter, waren am Dienstagnachmittag zum Bahnhof gekommen, um dem Konzernbevollmächtigten ihr Leid zu klagen. In den Gesprächen mit den Bürgern gab sich Trettin zuversichtlich, wollte zunächst aber noch nichts versprechen.

Erst in einem anschließenden Vier-Augen-Gespräch mit Bürgermeister Jenoch machte der Bahnbevollmächtigte verbindliche Zusagen. „Ich freue mich, dass uns so kurzfristig eine Lösung geglückt ist. Damit habe selbst ich nicht gerechnet“, sagte Schimke.

Ende Juli sollen die Bauarbeiten an der Unterführung wieder aufgenommen werden. Quelle: Josefine Sack

Ende des Monats soll es auf der Baustelle endlich weitergehen. Im November 2019 sollen die Bauarbeiten am neuen Personentunnel abgeschlossen sein. Die barrierefreien Rampen werden voraussichtlich im Frühjahr 2020 fertig.

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Von Josefine Sack

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