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Eichwalde Bücher führen sie durch ihr gesamtes Berufsleben
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16:00 10.05.2019
In der Eichwalder Buchhandlung von Petra Schattauer ist Thomas Kollowa seit vielen Jahren Stammkunde. Quelle: Mohr
Eichwalde

In wenigen Tagen wird in der Eichwalder Bahnhofstraße ein Gesicht fehlen, das die dortige Buchhandlung fast auf den Tag genau 40 Jahre lang prägte. Petra Schattauer geht in den Ruhestand.

Ein Berufsleben lang in Eichwalde

Die 64-Jährige begann nach ihrer Ausbildung in der Berliner Buchhandelsgesellschaft und dem Studium in Leipzig im Mai 1979 ihr Berufsleben im Buchhandel in Eichwalde und dort wird sie es auch beenden. Mit einem entscheidenden Unterschied allerdings: Anfangs war sie noch im damaligen Volksbuchhandel angestellt, ehe sie sich 1991 selbstständig machte.

Schon immer Traumberuf

„Buchhändlerin war schon als Kind mein Traumberuf. Daher gab es nach der Wende nicht viel zu überlegen. „Wenn ich meinen Job behalten wollte, musste ich fortan auf eigenes Risiko arbeiten“, sagt sie. In der Wendezeit sei alles sehr schnell gegangen. Sie unterschrieb den Kaufvertrag, es folgte eine Inventur - und schon ging es als Unternehmerin weiter. Eine Entscheidung, die Petra Schattauer, deren Liebe zu Büchern bis heute ungebrochen ist, nie bereute.

Sie kennt die Eichwalder

Dabei gesteht die freimütig, dass auch sie die Fülle der Buchtitel nach der Wende anfangs ein wenig irritierte. Aber schon über zehn Jahre im Beruf, kannte sie ihre Eichwalder. Sie wusste, was bei ihren anspruchsvollen, meist sehr gebildeten Kunden gefragt ist.

Nachholbedarf

Zuerst dominierte der Nachholbedarf bei Garten- und Kochbüchern sowie bei Reiseliteratur. Das hat sich mit dem Internet radikal gewandelt. Auch Ratgeber beispielsweise für Schwangere sind kaum noch gefragt. Anders ist es bei Krimis. „Dieses Genre hat eine unverändert große Fangemeinde“, sagt Petra Schattauer schmunzelnd.

Darf es ein isländischer Krimi sein?

Zu ihr gehört auch Martin Neulinger, der schon beim Betreten des Ladens fragt: „Haben Sie etwas für mich da?“ Und prompt erhält er eine Empfehlung für einen isländischen Krimi, den er sofort mitnimmt. Petra Schattauer kennt die meisten Kunden mit Namen, weiß um ihre literarischen Interessen und Vorlieben. So auch bei Thomas Kollowa. „Bücher kaufe ich lieber im Einzelhandel als im Netz. Ich will, dass die kleinen Buchhandlungen erhalten bleiben“, sagt der Stammkunde. Er wisse meist, was er will, werde hier aber auch sehr gut beraten.

Zeitgenössische Literatur besonders gefragt

Gefragt sind in Eichwalde viel zeitgenössische Literatur, historische Romane und Biografien wie Gregor Gysis „Ein Leben ist nicht genug“ oder „Oben und unten“ von Jakob Augstein/Nikolaus Blome.

Angebote im Blick behalten

„Heute muss man schnell sein, das Angebot von 25 bis 30 Verlagen sofort im Blick haben“, sagt Petra Schattauer. Werden Bücher in der Zeitung oder im Fernsehen vorgestellt, so möchten sie die Kunden möglichst schon am nächsten Tag kaufen. Eine Herausforderung, auf die sich die Buchhändlerin eingestellt hat. Ein Lieblingsbuch hat sie übrigens nicht. „Meine Mutter arbeitete in der Bibliothek in Schulzendorf, sodass ich schon als Kind unzählige Bücher in der Hand hatte.

Nicht alles entspricht ihrem Geschmack

Und fast alle sind auf die eine oder andere Weise lesenswert“, sagt sie. Jedoch habe sie in den vergangenen Jahren zahlreiche Leseexemplare der Verlage zur Kenntnis nehmen müssen, die nicht immer ihrem Geschmack entsprachen. Sie selbst favorisiert Biografien oder Familiengeschichten, liest aber auch gern Krimis. Der Abschied von ihren Stammkunden fällt Petra Schattauer schwer. Die gebürtige Eichwalderin tröstet allerdings, dass sie viele von ihnen bei der einen oder anderen Gelegenheit im Ort wiedertreffen wird.

Ostsee, Norwegen, Paddeln

Sie reist jetzt erst einmal – noch im Mai – an die Ostsee und dann zu ihrer Tochter nach Norwegen. Ihre Liebe zum Paddeln soll auch aufleben. Ansonsten stehen Ausstellungen, Theater und Kinobesuche auf dem Programm. Eben all das, was in den vergangenen Jahren aus Zeitmangel viel zu oft auf der Strecke blieb.

Nachfolgerin mit vielen neuen Ideen

Und ganz sicher behält sie auch den Eichwalder Buchladen im Blick, den künftig ihre Nachfolgerin Anette Sticker betreibt. „Die junge Frau hat viele neue Ideen, das macht mir Mut“, sagt Petra Schattauer und wünscht ihrer Nachfolgerin alles Gute für die Zukunft.

Von Franziska Mohr

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