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Eichwalde Alles auf Anfang bei der Schulerweiterung?
Lokales Dahme-Spreewald Eichwalde Alles auf Anfang bei der Schulerweiterung?
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17:01 28.08.2019
Die Humboldt-Grundschule in Eichwalde hat seit Jahren ein Raumproblem. Quelle: Josefine Sack
Eichwalde

Die Diskussion über die geplante Erweiterung der Humboldt-Grundschule in Eichwalde droht wieder von vorn zu beginnen. Während die Privatschule „Villa Elisabeth“ in der Uhlandallee nur innerhalb eines Jahres eine ganze Schule hochzieht, inklusive Abriss wohlgemerkt, ist für die Grundschüler in der Stubenrauchstraße weiter keine schnelle Lösung in Sicht.

Um die völlig überfüllte Humboldt-Schule zumindest kurzfristig zu entlasten, hatte Eichwaldes Bürgermeister Jörg Jenoch (WIE) zugesagt, nach den Sommerferien einen provisorischen Schulcontainer aufstellen zu lassen. Daraus wurde nichts.

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Container kommen frühestens im Sommer 2020

Wie ein Planer in dieser Woche im Ortsentwicklungsausschuss mitteilte, kann der Container frühestens im Sommer 2020 aufgebaut werden. Der Grund: Während der Planungen war bekannt geworden, dass es auf dem Schulgelände ein massives Problem mit der Regenentwässerung gibt.

Um sicherzustellen, dass die Klassenräume bei Starkregen nicht unter Wasser stehen, sei der Bau einer umfangreichen Entwässerungsanlage notwendig. Darüber hinaus gebe es neue Umweltrichtlinien, wonach in dem Provisorium auch eine Entlüftungsanlage eingebaut werden muss.

Kritik von den Eltern

Das alles kostet Zeit – und mehr Geld. Jenoch will die Containerlösung deshalb ganz auf Eis legen. Stattdessen hat er Pläne für einen Modulanbau von 2016 hervorgeholt – und erntet dafür in erster Linie Kritik bei den Eltern.

Denn auf deren Drängen hatte man Ende 2018 in der Gemeinde überhaupt erst für die provisorische Containerlösung gestimmt – auch deshalb, weil für einen richtigen Anbau das Geld fehlte. Einer aktuellen Kalkulation zufolge müsste Eichwalde für diesen mehr als 4 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Drei Klassen zu viel

„Wir werden seit Jahren hingehalten“, sagte Elternsprecherin Jana Milenz. Schon bei der Einschulung ihres älteren Sohns sei das Platzproblem das Thema Nummer eins an der Schule gewesen. Mittlerweile geht er in die sechste Klasse und getan hat sich nichts. „Es gab immer wieder Zusagen, die dann wieder verworfen wurden. Viele Eltern fühlen sich verschaukelt“, so die Mutter.

„Wir schnallen den Gürtel seit Jahren immer enger und haben aus dem Gebäude herausgeholt, was möglich ist“, bestätigte Schulleiterin Sabrina Wolf. Ursprünglich war das Schulgebäude nur für 15 Klassen ausgelegt. Zuletzt wurden dort mitunter 19 Klassen unterrichtet. Um die Kinder unterzubringen wurden bereits Fachräume, die Bibliothek sowie das Lehrerzimmer aufgelöst und zu Klassenräumen umfunktioniert.

Kein Konsens im Ausschuss

Die Ausschussmitglieder waren geteilter Meinung, was die beste Lösung sei. Während sich Bärbel Schmidt (SPD) für eine dauerhafte Lösung am Standort in Eichwalde aussprach, äußerten vor allen Wolfgang Burmeister (Grüne) und Martin Kalkoff (Linke) Bedenken. „Wir haben den Eltern, die ihre Kinder jetzt an der Schule haben, eine schnelle Lösung versprochen“, erinnerte Kalkoff.

„Wir haben die langfristige Lösung damals nicht gemacht, weil wir es finanziell nicht stemmen konnten. Außerdem haben wir eine Verpflichtung gegenüber den Eltern und sind bereits im Verzug“, fand auch Burmeister.

Kann die Gemeinde den Neubau finanziell stemmen?

„Wir verschieben das Problem bloß nach hinten. Wir sind an einem Punkt, an dem wir das Ruder noch herumreißen und für die Schule das Bestmögliche erreichen können“, entgegnete der Bürgermeister. Jenoch zufolge könnte der Modulbau bereits 2022 fertig sein. Vorausgesetzt, es kommt nicht wieder etwas dazwischen, so wie bei den Planungen für den Container.

Kämmerin Karolin Kunze äußerte sich angesichts des Projekts skeptisch: „Ja, es ist eine heiße Kiste“, gab sie zu. Ohne Kredite könne die Gemeinde den Neubau nicht stemmen. Doch auch mit dem Aufbau eines Containers, der knapp 60.000 Euro teurer wird als geplant, liege man nicht mehr im ursprünglichen Finanzplan.

Am 24. September entscheiden die Gemeindevertreter, wie es mit der Grundschule weitergeht.

Von Josefine Sack

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