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Eichwalde Warum die Gemeindevertreterwahl den Bürgermeister überrascht hat
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00:24 30.05.2019
Das Rathaus der Gemeinde Eichwalde. Quelle: Josefine Sack
Königs Wusterhausen

Neben Europaabgeordneten und Kreistagsmitgliedern haben die Eichwalder am Sonntag auch ihre Gemeindevertreter gewählt.

Und das Wahlergebnis könnte vielfältiger nicht sein: Gleich sechs Parteien und Wählervereinigungen nehmen jeweils drei Sitze ein. Dass SPD, CDU, Linke, AfD, Grüne und WIE zu gleichen Sitzen vertreten sind, freut auch Jörg Jenoch (WIE), Bürgermeister von Eichwalde.

„Das ist für mich ein klares Zeichen dafür, dass es keine starken Fraktionen mehr gibt, sondern mehrere Parteien mit gleichen Anteilen“, sagt der 54-Jährige.

Nun stelle sich die Frage, was die Parteien damit anfangen, wie die Gespräche zwischen den Gemeindevertretern laufen und welche Fraktionen sich in den nächsten Wochen bilden, bis es am 18. Juni die konstituierende Sitzung gibt, bei der die neu gewählte Gemeindevertretung das erste Mal zusammenkommt.

Bürgermeister freut sich über hohe Wahlbeteiligung

Dabei waren es vor allen Dingen zwei Aspekte, die für Eichwaldes Bürgermeister den Wahlsonntag zu einem Besonderen machten: einerseits die Wahlbeteiligung und andererseits das Wahlergebnis der AfD.

„Die Wahlbeteiligung von 70 Prozent ist wirklich fantastisch“, sagte Jenoch. „Solche Schlangen vor den Wahllokalen habe ich lange nicht gesehen.“ Im Vergleich zur letzten Kommunalwahl in 2014 gingen am Sonntag 13,5 Prozent mehr Eichwalder wählen.

Gleichzeitig ist das Abschneiden der AfD für Eichwaldes Bürgermeister ein kleines Kuriosum: „Die AfD nimmt zwar laut Wahlergebnis drei Sitze in der neuen Gemeindevertretung ein, von denen sie aber zwei nicht wahrnehmen kann, da sie in der Gemeinde Eichwalde nur einen Kandidaten zur Wahl gestellt hat“, erklärt der 54-Jährige.

Das hat zur Folge, dass die gesamte Gemeindevertretung von 18 auf 16 Sitze schrumpft. Das hat auch Auswirkungen auf die politischen Möglichkeiten der AfD in der Gemeinde Eichwalde selbst: „Sie haben keinen Fraktionsstatus und können auch keine Anträge stellen“, sagt der Bürgermeister.

Er hoffe dennoch darauf, dass sich die AfD konstruktiv an der Sachpolitik in Eichwalde beteiligt und damit zum Gemeindewohl beiträgt.

Ausnahmesituation für die Wahlhelfer

Jenoch betonte zudem, dass Europa-, Kreistags- und Gemeindevertreterwahlen Wähler und Wahlhelfer vor Herausforderungen stellten.

„Manche älteren Bürger waren doch überfordert, als sie eine von insgesamt 41 möglichen Parteien wählen sollten und saßen entsprechend etwas länger als üblich in der Wahlkabine.“

Gleichzeitig war der Wahlsonntag auch eine Ausnahmesituation für die Wahlhelfer, die in Eichwalde zum Teil vom Sonntagmorgen starteten und erst gegen 2 Uhr am Montag das Wahllokal wieder verlassen haben.

„Dieser riesige Einsatz macht mich froh und stolz zugleich. Vor den Anstrengungen, mit denen sie konfrontiert waren, ziehe ich den Hut.“

Von Fabian Lamster

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