Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Eichwalde Neuer Standort für die Feuerwache gesucht
Lokales Dahme-Spreewald Eichwalde Neuer Standort für die Feuerwache gesucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:08 25.03.2019
Zu kleine Tore, zu wenig Platz, zahlreiche Sicherheitsmängel: Die aktuelle Eichwalder Feuerwache ist nicht zukunftstauglich. Quelle: Nadine Pensold
Anzeige
Eichwalde

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den Neubau einer Feuerwache geht die Gemeinde Eichwalde erneut einen Schritt auf das Land Berlin zu. „Eine Zusammenarbeit wird geprüft“, bestätigt Eichwaldes Bürgermeister Jörg Jenoch (WIE). In diesem Zuge bewirbt sich die Gemeinde auch um ein Projekt der gemeinsamen Landesplanung. Ob es klappt, wird sich im Herbst herausstellen.

Gravierende Mängel

Aufgrund mehrer gravierender Sicherheitsmängel in der bisherigen Feuerwache in der Goethestraße muss die Gemeinde handeln. Ein Gutachten hat ergeben, dass das gerade einmal 25 Jahre alte Feuerwehr-Gerätehaus in Nachbarschaft des Rathauses nicht mehr auf neuesten Stand gebracht werden kann. Der Neubau wird mehrere Millionen Euro kosten.

Anzeige

Verschiedene Standort-Varianten

Die Gemeinde hat bereits begonnen verschiedene Standort-Varianten zu prüfen. Zu Beginn waren fünf Areale im Gespräch, eines habe sich aber bereits als ungeeignet herausgestellt, sagt Jörg Jenoch. Er fügt hinzu: „Zwei sind aber dazugekommen.“ Da aber nicht alle Grundstücke, die in Frage kommen, der Gemeinde gehören, ist das eine langwierige Sache. Bis Ende dieses Jahres will die Verwaltung ein Konzept erarbeiten, auf dessen Grundlage dann die weitere Planung der neuen Feuerwache erfolgen soll.

Multifunktionaler Bau

René Schildberg, Gemeindewehrführer in Eichwalde, hat einen Wunsch für den künftigen Standort: „Es ist wichtig, das dieser zentral gelegen ist. Nicht nur wegen der Erreichbarkeit der Schadensorte, sondern auch für die Kameraden.“ Das neue Gebäude solle zudem bestenfalls mit Ausbaureserven für spätere Erweiterungen und multifunktional geplant werden. „Man kann mit solchen Gerätehäusern Feuerwehr erlebbar machen“, sagt Schildberg. In einem solchen Nutzungskonzept würden beispielsweise auch Vereine die Räume nutzen und so auch eine Begegnungsstätte entstehen.

Übungsfläche auf dem Wunschzettel

Für Mike Bücksler kommt ein weiterer Wunsch dazu: eine eigene Übungsfläche. „Das haben wir aktuell nicht. Wir können keine Technikausbildung machen und für Übungseinsätze weichen wir auf den Lidl-Parkplatz und die Badewiese aus“, sagt der Sicherheitsbeauftragte der Eichwalder Feuerwehr. Er wirbt zudem dafür, dass schon vor der Festlegung auf ein Grundstück mit planerischen Überlegungen zu beginnen, um so Zeit zu gewinnen.

Inspiration aus Berlin

Eine Idee für die architektonische Gestaltung gibt es bereits. Inspiration holt man sich dafür aus Berlin. „Da wird eine Modulbauweise verwendet, die sich bewährt hat. Man muss das Rad ja nicht neu erfinden“, sagt Mike Bücksler.

Bis der Neubau kommt, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Daher sollen behebbare Mängel an der Feuerwache schnell aus der Welt geschafft werden. Bei der Jahreshauptversammlung Ende Januar hatte Bürgermeister Jörg Jenoch den Feuerwehrleuten zugesagt, dass diese Missstände bis Ende März behoben werden sein sollen. Ausgeführt wurden die entsprechenden Arbeiten aber noch nicht.

Problem mit dem Notausgang

Auf MAZ-Nachfrage teilte Jörg Jenoch mit, dass die Erneuerung der Außenleuchte bereits beauftragt wurde, ebenso der Reparatur beschädigter Fenster. Die Bedingung für die Glas-Erneuerung sei allerdings, dass die Temperaturen in der Nacht über längere Zeit wieder über fünf Grad liegen. Auch in das Thema Notausgang sei Bewegung gekommen. Zwei Fachfirmen hätten das Gebäude wegen der Anfertigung eines Geländers für einen zweiten Fluchtweg aus der oberen Etage seien besichtigt. „Angebote liegen noch nicht vor“, so Jenoch. In den kommenden Tagen soll auch die Reparatur der Blitzschutzanlage in Auftrag gegeben werden.

„Es ist ein Pokerspiel“

„Wir brauchen schnell kleine sichtbare Erfolge“, sagt Mike Bücksler. Denn auch die Beseitigung dieser Mängel trage dazu bei, dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bis zum Bezug eines neuen Gerätehauses sicherer arbeiten können. Mike Bücksler mahnt: „Es ist ein Pokerspiel. Die Frage ist nicht ob, sondern wann etwas passiert.“ Zum Glück sei bisher noch kein Schaden zu beklagen gewesen.

Von Nadine Pensold