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Eichwalde „Villa Elisabeth“ feiert 25-jähriges Bestehen
Lokales Dahme-Spreewald Eichwalde „Villa Elisabeth“ feiert 25-jähriges Bestehen
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20:42 20.08.2019
Sabine und Kristof von Platen auf dem Grundstück in Eichwalde, wo sie vor 25 Jahren die erste Privatschule im Landkreis gründeten. Aktuell lassen sie dort eine private Gesamt- und Oberschule bauen. Quelle: Franziska Mohr
Eichwalde/Wildau

„Wir haben uns unseren Traum erfüllt, auch wenn wir in den vergangenen 25 Jahren natürlich nicht jünger geworden sind“, sagt Sabine von Platen ein wenig nachdenklich und stolz zugleich. Gemeinsam mit ihrem Mann Kristof gründete sie vor einem Vierteljahrhundert das erste Privatgymnasium im Landkreis Dahme-Spreewald. Es befand sich damals noch in der Uhlandallee in Eichwalde, wo das Paar Anfang Juni 1994 vor dem ehemaligen Wohnhaus „Villa Elisabeth“ auf einer alten Schulbank saß und über seine Pläne für die künftige Schule sprach. Besser philosophierte, denn vieles hörte sich eher ein wenig nach Utopia an.

Die schriftliche Genehmigung für das neue Gymnasium in freier Trägerschaft, das künftig den Namen der alten Villa tragen sollte, traf am 21. Juni 1994 ein. Den von Platens blieben nur wenige Wochen für die Akquise ihrer Schüler. Der Pioniergeist war geweckt. Und wer Sabine von Platen kennt, weiß, davon besitzt diese energiegeladene Frau reichlich. Schon während ihres Lehrerstudiums, Mitte der 70er Jahre, träumte sie von einer eigenen Privatschule, wollte sie Schule anders machen. Bei ihren Kommilitonen erntete sie in der Blütezeit der DDR dafür allerdings nur ein müdes Lächeln.

Beginn mit 26 Jugendlichen

20 Jahre später – 1994 – begann sie nun, mit 26 Jugendlichen in drei Klassenstufen in ihrem eigenen Gymnasium Deutsch und Englisch zu unterrichten. Heute kaum noch vorstellbar, war die Privatschule damals ein Wagnis. Die von Platens stellten sich anfangs selbst die Frage, warum die Eltern bei ihnen Schulgeld zahlen sollten, während ihnen für ihre Kinder an den staatlichen Schulen eine weitaus bessere Ausstattung geboten wurde. Zu Beginn konnten sie den Schülern aufgrund fehlender Gelder im Physikunterricht nur mit einer schiefen Ebene und einem Newtonpendel dienen. Im Biologieraum hing ein Ikea-Plakat des menschlichen Körpers – das war’s.

Überzeugt waren die Eltern damals wie heute dennoch. „Wir machen Schule anders und Freude an der Leistung zählt“, sagt Sabine von Platen. Die wichtigsten Bausteine sind die Klassen mit maximal 20 Schülern sowie das Prinzip der Ganztagsschule, deren Schulalltag sich je nach Lebensalter von 8.30 bis nach 16 Uhr erstreckt. Auch der Stundenplan unterscheidet sich von den staatlichen Schulen. Jeweils eine Woche werden nur sprachlich-geisteswissenschaftliche, in der anderen naturwissenschaftliche Fächer unterrichtet. Ein Modell, das zur Erfolgsgeschichte wurde. Die PrivatschulenVilla Elisabeth“ umfassen heute neben dem Gymnasium auch eine Gesamt-, eine Ober- und eine Grundschule. Insgesamt werden knapp 500 Mädchen und Jungen unterrichtet.

Schulen an drei Standorten

„Mir gefallen vor allem die kleinen Klassen“, sagt die 17-jährige Selina Klostermann aus Telz, die die Gesamtschule besucht. Als unschätzbaren Vorteil empfindet ihr Mitschüler Maximilian Fromm aus Eichwalde, dass Hausaufgaben grundsätzlich in der Schule erledigt werden, sodass von Freitagmittag bis Montagfrüh Schulruhe herrscht. „Außerdem können die Lehrer gut auf die Schüler eingehen, die jederzeit nachfragen können“, sagt der Zwölftklässler.

Räumlich befinden sich die Schulen derzeit an drei Standorten. Kein idealer Zustand, sodass jetzt auf dem legendären Gründer-Grundstück in Eichwalde ein Neubau für die Gesamt- und Oberschule mit 14 Klassenräumen entsteht. „Gebaut wird modern, aber die Digitalisierung hat für uns auch ein Gesicht“, sagt Kristof von Platen. So wird die neue Schule mit Whiteboards zwar kreidelos sein, „aber unsere Schüler schreiben auch weiter in Heften und bekommen das Gefühl für ein gutes Buch vermittelt.“ Wichtig ist den Schuleigentümern aber auch eines: „Eltern, die glauben, dass sie sich bei uns ein Abitur für ihr Kind erkaufen können, unterliegen einem Irrtum.“ An den Schulen gelten die gleichen Anforderungen wie an den staatlichen Schulen.

800 erfolgreiche Prüfungen

Insgesamt legten an den PrivatschulenVilla Elisabeth“ bisher etwa 800 Jugendliche erfolgreich ihre Reifeprüfung ab. Wie nach Schweizer Tradition üblich, konnte in den vergangenen fünf bis sechs Jahren am Ende des Schuljahres allerdings nicht die weiße Fahne gehisst werden, weil pro Jahrgang mindestens ein bis zwei Schüler das Abitur nicht bestanden. Sabine von Platen zufolge aber gehört auch das zu einer Schule, an der Leistung zählt.

Von Franziska Mohr

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