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Eichwalde Gemeinde gießt mit 8000 Litern Wasser täglich
Lokales Dahme-Spreewald Eichwalde Gemeinde gießt mit 8000 Litern Wasser täglich
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14:38 28.06.2019
Gegen 5.30 Uhr an der Badewiese: Torsten B. wässert eine junge Linde. Quelle: Josefine Sack
Eichwalde

Mehr als 3000 Bäume stehen in Eichwalde an Straßen und Plätzen. Sie alle leiden unter der anhaltenden Hitze. Vor allem den circa 100 Jungbäumen macht die Trockenheit zu schaffen. Torsten B., Mitarbeiter des kommunalen Bauhofs, versorgt sie in den Sommermonaten mit ausreichend Wasser – bei extremem Wetter mit bis zu 8000 Litern täglich. Die MAZ hat ihn auf seinem Gieß-Marathon begleitet.

Wegen der Hitze beginnt die Schicht im Sommer um 5 Uhr. „Das frühe Aufstehen fällt mir schwer, bis 9 Uhr gieße ich quasi im Halbschlaf“, sagt der Mittfünfziger. Damit er pünktlich bei der Arbeit ist, klingelt sein Wecker spätestens um 3.45 Uhr. Torsten B. wohnt in Königs Wusterhausen und fährt täglich mit dem Rad zur Arbeit. Einen Vorteil habe das frühe Aufstehen: „Wenn die anderen noch schlafen, kann man die Ruhe, die Natur und die frische Luft genießen.“

Arbeit mit Wasserblick: Zeit zum Baden hat Torsten B. nicht, er muss die Bäume bei der Hitze mit ausreichend Wasser versorgen. Quelle: Josefine Sack

Nur im Notfall wird das Gießen unterbrochen

B. ist gelernter Anlagenbauer. Seit den 1990er Jahren arbeitet er im Garten- und Landschaftsbau und seit zweieinhalb Jahren bei der Gemeinde Eichwalde. Zu seinen Hauptaufgaben gehört neben dem Gießen auch Rasen mähen und Heckenschnitt. Er kennt nahezu alle Ecken im Ort. „Vor allem die Dreckecken“, sagt er.

Denn seine Kollegen und er sind nicht nur für die Grünpflege, für Reparaturen, den Winterdienst und Tiefbauarbeiten zuständig. Da, wo es nötig ist, sorgen sie auch für Ordnung. Kürzlich musste er seine Gieß-Tour unterbrechen, weil Unbekannte mutwillig Glasscherben auf dem Spielplatz am Händelplatz vergraben hatten. Dass auf den Spielplätzen im Ort Glas gefunden wird, sei keine Seltenheit. Aber dieses Mal steckten die Scherben vor dem Rutschenauslauf hochkant im Sand.

Alte Bäume halten bei Hitze länger durch

Am Freitag wird Torsten B. zu keinem Zwischenfall gerufen. Er kann sich, wie geplant, ganz den Bäumen widmen. Bevor es im polternden Multicar übers Kopfsteinpflaster zur Badewiese geht, fährt B. zum Platz der Republik. Denn nicht überall im Ort gibt es Entnahmestellen, an die sich zum Gießen ohne Weiteres einen Schlauch anschließen lässt. Am Platz der Republik gibt es einen Tiefbrunnen. B. stöpselt den Schlauch an und schon plätschert das Wasser aus dem Erdreich in den 1000-Liter-Kanister auf dem Multicar.

Am Platz der Republik gibt es einen Tiefbrunnen: Torsten B. füllt den 1000-Liter-Tank auf dem Multicar mehrmals am Tag. Quelle: Josefine Sack

B. gießt in erster Linie Jungbäume und Hecken. „Wenn so lange kein Regen kommt, müssen wir ran.“ Zwar leiden unter der extremen Hitze alle Bäume. Große, alte Bäume halten durch ihre tiefen Wurzeln trockene Phasen aber oft länger durch. Jüngere Bäume würden die Dürre ohne Wasser hingegen kaum überleben.

Tank reicht für zehn Bäume

Es ist 5.30 Uhr. Während Torsten B. an der Badewiese minutenlang den Schlauch in die Baumscheibe einer kleinen Linden hält, schlendert eine Anwohnerin im Bademantel, die Schaumstoff-Schwimmnudel unter den Arm geklemmt, vorbei und nickt zum Gruß. Sehnsüchtig schaut B. auf den See, der vor ihm in der Morgensonne glitzert. Um seinen Arbeitsplatz mit Wasserblick könnte man ihn in diesem Moment fast beneiden. Doch Zeit, um selbst ins kühle Nass zu springen, hat er nicht. Im Ort warten jede Menge Büsche und Bäume darauf, dass er ihnen vor dem heißen Wochenende Erfrischung bringt.

Circa 45 Minuten dauert es, bis Torsten B. sämtliche Jungbäume und Sträucher auf der Badewiese gewässert hat. Einige muss er zweimal gießen: „Die Menge ist entscheidend. Das Wasser muss richtig versickern“, erläutert der Experte. Der 1000-Liter-Tank reicht im Schnitt für zehn Bäume, sagt er. Dann muss er nachtanken. Sechs bis acht Mal holt er neues Wasser. Am frühen Nachmittag ist seine Schicht zu Ende.

Am längsten braucht er für die Zeuthener Straße. Dort stehen besonders viele Bäume. Eineinhalb Tage dauert es, bis er den gut einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Berlin-Schmöckwitz und dem Zeuthener Ortsschild gewässert hat.

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Von Josefine Sack

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