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Eichwalde In LDS sind immer mehr Beschäftigte krankgeschrieben
Lokales Dahme-Spreewald Eichwalde In LDS sind immer mehr Beschäftigte krankgeschrieben
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17:00 26.09.2019
DAK-Servicezentrum-Leiterin Claudia Steltner (l.) und ihre Kollegin Anna-Lena Botterbrodt werten die deutschlandweite Befragung für Dahme-Spreewald aus. Quelle: Victoria Barnack
Königs Wusterhausen

Der Krankenstand ist in Dahme-Spreewald im Jahr 2018 deutlich angestiegen. Inzwischen sind täglich 54 von 1000 Beschäftigten krankgeschrieben, das entspricht 5,4 Prozent. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK hervor.Im Vorjahr lag der Wert in Dahme-Spreewald noch bei 5,1 Prozent.

LDS liegt im brandenburgischen Durchschnitt

„Wahnsinnig hoch“, kommentiert die Leiterin des DAK-Servicezentrum in Königs Wusterhausen, Claudia Steltner, das Ergebnis des jährlichen Berichtes. „Der Krankenstand liegt damit leider erheblich über dem Bundesdurchschnitt.“ In ganz Deutschland sind laut DAK täglich 42 von 1000 Beschäftigen krankgeschrieben.

LDS liegt mit seinen 5,4 Prozent inzwischen genau im brandenburgweiten Mittelwert. 2017 lag der Krankenstand im Landkreis noch unter dem Durchschnitt. Für die Erhebungen waren bundesweit tausende Versicherte verschiedener Krankenkassen zu Art der Erkrankungen, Häufigkeit und Dauer befragt worden.

Erkältungen und Grippe liegen nur auf Platz 2 der häufigsten Ursachen für eine Krankschreibung. Quelle: kkh

In Dahme-Spreewald leiden nach wie vor die meisten Beschäftigten unter Rückenschmerzen, Knieproblemen oder Bandscheibenvorfällen. 20,5 Prozent aller Krankschreibungen gehen auf eine Diagnose im Muskel-Skelett-System zurück. „Betroffen sind quasi alle Berufsgruppen“, sagt Claudia Stenzel, „das betrifft die körperlich hart Arbeitenden genauso wie jene, die im Büro arbeiten und deshalb viel sitzen.“

Auf Platz 2 rangieren mit den Atemwegserkrankungen viele klassische Fälle, wie Erkältungen. Hier gab es sogar noch mehr Fehltage als schon im Vorjahr. Am dritthäufigsten sind die Beschäftigten wegen psychischer Probleme krankgeschrieben.

Zahlen und Fakten

In Dahme-Spreewald ist der Krankenstand 2018 von 5,1 auf 5,4 Prozent gestiegen.

Am häufigsten krank die Beschäftigten aus dem Landkreis Barnim (6,0 Prozent). Am gesündesten sind die Beschäftigten in Potsdam (4,6), Cottbus (5,2) und Oberspreewald-Lausitz (5,2).

Die meisten Fehltage verursachten in LDS mit 20,6 Prozent Erkrankungen am Muskel-Skelett-System, wie Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle und Knieprobleme.

Ein krankes Atmungssystem sorgte für 17,1 Prozent aller Fehltage. Dazu gehören Erkältungen, Bronchitis und Mandelentzündungen.

Wegen psychischer Erkrankungen, also Depressionen, Neurosen aber auch Suchterkrankungen, entstanden 14,1 Prozent der Fehltage.

Verletzungen, also Unfälle im Haushalt oder auf der Arbeit, Schnittwunden oder Verstauchungen, machen mit 11,4 Prozent die viertgrößte Gruppe der Diagnosen aus.

Dass es in LDS zwar einen höheren Krankenstand gibt, der Landkreis damit aber noch immer im Durchschnitt liegt, schreibt Stenzel auch der Lage im Speckgürtel zu. Sie vermutet nämlich eine wichtige Ursache für viele Krankschreibungen bei langen Pendlerstrecken zwischen Wohn- und Arbeitsort.

Im Nachbarlandkreis Teltow-Fläming, wo die DAK im ländlichen Süden ihr Zentrum hat, liegt der Krankenstand beispielsweise deutlich über dem Durchschnitt. In der Landeshauptstadt Potsdam, wo die Arbeitswege vermeintlich kürzer sind, liegt er darunter. „Wer lange zur Arbeit pendelt, der schafft es am Ende des Tages oft nicht mehr, sich Zeit für sich selbst zu nehmen“, sagt Stenzel.

Thema Sucht: „Ergebnisse sind erschreckend“

Ein weiter Unterschied zum Nachbarlandkreis TF: In LDS machen psychische Erkrankungen einen weit größeren Anteil an den Krankmeldungen aus. Die DAK hat in ihrem Gesundheitsbericht auf diesen Bereich ihren Schwerpunkt gelegt.

In jedem Jahr wird ein Thema näher untersucht – diesmal die Abhängigkeit von Zigaretten, Alkohol, Spielen. „Die Ergebnisse sind erschreckend“, sagt Claudia Stenzel, „denn sie zeigen, wie viel von diesem Suchtverhalten während der Arbeitszeit stattfindet.“

Jeder Zweite war wegen Alkohol schon einmal unkonzentriert oder abgelenkt auf der Arbeit. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Besonders bemerkenswerte Auswirkungen hat der Alkohol auf das Berufsleben. Fast 50 Prozent aller Beschäftigten gestehen, dass sie innerhalb der letzten drei Monate wegen des Alkohols auf der Arbeit unkonzentriert oder abgelenkt waren. Ein Viertel gibt sogar zu, deshalb zu spät gekommen oder früher Feierabend gemacht zu haben.

„Bei denen, die nur vor dem PC sitzen mag das gehen“, sagt Claudia Stenzel, „wer aber mit dem Auto unterwegs ist oder auf Baustellen mit schwerem Gerät arbeitet, setzt sich und Andere einem großen Risiko aus.“

40 Prozent zocken am Arbeitsplatz

Zunehmend zum Problem wird auch die Computer-Spielsucht. Über 40 Prozent aller Beschäftigten zocken oder daddeln während der Arbeitszeit. „All diese Werte sind gravierend und viel höher als ich erwartet hätte“, sagt Stenzel.

Jüngere rauchen immer weniger

Ihre Kollegin und Kundenberaterin Anna-Lena Botterbrodt kann zumindest im Bereich der Raucher einen positiven Trend erkennen. Zwar gibt von den Befragten fast jeder Zweite zu, während der Arbeitszeit zu qualmen. „Von den jüngeren Menschen rauchen aber immer weniger“, sagt Botterbrodt. Nur 16 Prozent der 18- bis 29-Jährigen quarzen; bei den Über-50-Jährigen sind es über 23 Prozent. 

Wer raucht, macht das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch während der Arbeitszeit. Quelle: Jan Woitas/dpa

„Früher war rauchen einfach cooler“, vermutet Claudia Stenzel, „heutzutage ist es auch durch das Rauchverbot in Gaststätten eher verpönt. Der Trend unter den Jüngeren geht zu einem gesunden Lebensstil.“

Stenzel und Botterbrodt hoffen, dass sie diesen Trend auch auf die anderen Suchtbereiche erweitern können. Die DAK bietet wie viele andere Krankenkassen zahlreiche Angebote an. Die Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert heute beispielsweise schon ganz anonym per App.

Von Victoria Barnack

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