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Eichwalde Kunst versus Sport: Streit um den Schillerplatz
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16:43 22.05.2019
Kunstschaffende im Ort wollen das historische Gasmesserhäuschen in Eichwalde wiederbeleben. Doch es gibt längst andere Pläne für den Schillerplatz. Quelle: Josefine Sack
Eichwalde

Um die Nutzung des Schillerplatzes in Eichwalde ist ein Streit entbrannt. Seit 2014 wird in der Gemeinde über die Zukunft des dreieckigen Platzes mit dem historischen Gasmesserhäuschen an der Bahnhofstraße diskutiert.

Eigentlich sollten dort in diesem Jahr vier Outdoor-Fitnessgeräte aufgestellt werden. Die Gemeindevertreter hatten bereits im April 2018 einen entsprechenden Beschluss dazu gefasst. Die ursprüngliche Idee für den sogenannten Denk-Sport-Spiel-Parcours samt Boule-Fläche und ruhigen Ecken zum Verweilen stammt von Ajax-Trainerin Christel Marggraf (die MAZ berichtete).

Sportgeräte auf dem Schillerplatz – so sah es der ursprüngliche Entwurf der Arbeitsgruppe vor. Quelle: privat

Sportgeräte sind bereits angeschafft

Insgesamt 30.000 Euro hat die Gemeinde in 2019 für die Umgestaltung des Schillerplatzes veranschlagt. Hinzukommen die vier Sportgeräte im Wert von circa 8000 Euro. Die Finanzierung übernimmt der Verein Ajax.

Die Geräte wurden bereits angeschafft, ebenso sämtliche Baumaterialien. Dennoch liegt die Umgestaltung vorerst auf Eis. Der Grund: Eine Gruppe von Eichwalder Künstlern hat für den Schillerplatz andere Ideen. Die Gruppe um Brigitte Denecke, Kathrin Harder, Daniel Klawitter, Hinrich Beermann und Gisela Gräning will das Gashäuschen als ganzjährige Kunststätte etablieren (die MAZ berichtete).

Gisela Gräning, Hinrich Beermann, Brigitte Denecke und Kathrin Harder (v.l.) aus Eichwalde wollten den Schillerplatz zu einem Ort für Kunst machen. Quelle: Josefine Sack

Alles auf Anfang?

Anfang Mai trafen sich beide Gruppen – Sportler und Künstler – vor Ort, um auszuloten, wie eine Zusammenarbeit auf dem Schillerplatz aussehen könnte. Doch die Suche nach gemeinsamen Lösungen scheiterte. Seitdem sind die Fronten verhärtet.

Während die Arbeitsgruppe „Outdoor-Fitness auf dem Schillerplatz“ den Kunst-Plänen zunächst offen gegenüberstand, signalisierten die Künstler bereits frühzeitig, dass sie nicht nur beabsichtigen, das Gashäuschen zu bespielen, sondern den gesamten Schillerplatz im Blick haben.

Rückenwind von den Grünen

„Mit den Sportgeräten allein könnten wir uns ja noch arrangieren. Aber die Gesamtplanung widerspricht dem Konzept für einen Kunststandort. Welcher Künstler will schon auf einem Sportplatz ausstellen?“, sagte Gisela Gräning auf MAZ-Anfrage und verwies auf andere geeignete Plätze im Ort.

Unterstützung erhielten die Künstler von den Grünen. Die Fraktion brachte am Dienstag einen Prüfantrag in den Ortsentwicklungsausschuss (OEA) ein – mit dem Ziel, am Schillerplatz doch noch eine Lösung herbeizuführen. Es solle auch geprüft werden, ob die Sportgeräte, die ursprünglich für den Schillerplatz gedacht waren, auch woanders in der Gemeinde aufgestellt werden könnten. Der Antrag sorgte für heftige Diskussionen.

Brandbrief an die Gemeinde

Die Arbeitsgruppe Sport schrieb sogar einen Brief an die Gemeindevertreter. Von „Frust und Enttäuschung“ ist darin die Rede. Darüber, „dass auf einmal Prüfanträge gestellt werden zu einem Platz im Ort, über den doch eigentlich längst entschieden war. Wenn dann kurz Umsetzungsbeginn ein solches Thema wieder öffentlich aufgemacht wird, fühlen sich viele ehrenamtlich Involvierte vor den Kopf gestoßen“, heißt es in der Stellungnahme, die der MAZ vorliegt.

Eine Mehrheit im OEA erteilte dem Prüfantrag am Dienstag eine Abfuhr. „Wahrscheinlich ist dieser Platz für Kunst verloren“, bedauerte Gräning. Ein kleiner Trost bleibt den Künstlern: Immerhin hat die Gemeinde die geplante Installation am Gasmesserhaus zum Rosenfest am 14./15. Juni genehmigt.

Von Josefine Sack

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