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Eichwalde Pläne für Feuerwehr-Standort sind vom Tisch
Lokales Dahme-Spreewald Eichwalde Pläne für Feuerwehr-Standort sind vom Tisch
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00:24 15.06.2019
Vertreter der Feuerwehr, darunter Wehrführer René Schildberg (ganz rechts), verfolgten die Sitzung der Gemeindevertretung Eichwalde am 11. Juni, bei der es um den Ankauf von Flächen für die neue Wache ging. Quelle: Josefine Sack
Eichwalde

Am Ende weinte Andrea Funke Tränen der Erleichterung. Zwei Monate lang musste die Grundstückseigentümerin um ihren Traum, in der Grünauer Straße Ecke Waldstraße in Eichwalde ein Mehrfamilienhaus zu errichten, bangen. Seit Dienstagabend steht fest: Die Gemeinde wird von ihrem besonderen Vorkaufsrecht für das Bauland nun doch keinen Gebrauch machen.

Bürgermeister Jörg Jenoch (WIE) hatte im Frühjahr vorgeschlagen, dort mehrere Grundstücke zu erwerben, um diese für den Bau einer neuen Feuerwache zu sichern (die MAZ berichtete).

Jenochs Vorstoß sorgte für Unmut

Zudem wollte die Verwaltung für das Gebiet einen Bebauungsplan (B-Plan) im beschleunigten Verfahren aufstellen und eine generelle Bausperre für den potenziellen Feuerwehr-Standort verhängen. Der Vorstoß sorgte für heftige Diskussionen.

Hintergrund ist das mittlerweile zu kleine, 25 Jahre alte Feuerwehrgerätehaus in Rathausnähe, dessen Nutzung die Unfallkasse Brandenburg wegen sicherheitstechnischen Mängel theoretisch jederzeit untersagen könnte.

Das jetzige Feuerwehrgerätehaus in der Goethestraße ist zu klein. Quelle: Josefine Sack

>> Lesen Sie
hier, warum die Gemeinde Eichwalde dringend handeln muss.

Feuerwehrchef bat Gemeindevertreter um Zustimmung

Weil die Zeit drängt, wollte sich Jenoch für das umstrittene Projekt offenbar noch vor der konstituierenden Sitzung der neu gewählten Gemeindevertreter in der kommenden Woche das Votum der alten Gemeindevertretung holen. Dieser Plan ging nicht auf.

Dabei appellierte Eichwaldes Gemeindewehrführer René Schildberg vor der Abstimmung an die Kommunalpolitiker, für den Antrag zu stimmen: „Entscheiden Sie für die Gemeinde, die Bürger und für die Feuerwehrleute.“ Das Grundstück an der Waldstraße sei „optimal für die Feuerwehr geeignet“, so Schildberg.

„Ich möchte die Feuerwehr nicht verhindern“

Am Ende wurde namentlich abgestimmt: Bei acht Nein-, fünf Ja-Stimmen sowie einer Enthaltung fiel Jenochs Vorschlag durch – und Andrea Funke ein Stein vom Herzen. Sie hatte sich bereits auf einen Rechtstreit mit der Gemeinde eingestellt. „Ich hätte das ausgesessen, aus Prinzip“, sagte sie der MAZ im Anschluss an die Sitzung.

Grünauer Straße 1-2 Ecke Waldstraße in Eichwalde: Auf dem Grundstück hätte die neue Feuerwache enstehen können. Quelle: Josefine Sack

Was die Kaufabsichten der Gemeinde angeht, wäre sie durchaus gesprächsbereit gewesen, aber in der Verwaltung habe man ihr gleich die Pistole auf die Brust gesetzt, berichtete die junge Frau. „Ich möchte die Feuerwehr doch nicht verhindern. Aber ich hätte mir ein Gespräch auf Augenhöhe gewünscht“, so Funke.

Es werden weitere Standorte geprüft

„Ich bin nicht unglücklich. Der Bürgermeister hat jetzt bloß eine Option weniger und das goldene Ei ist vom Tisch“, kommentierte Wehrführer Schildberg die Entscheidung der Gemeindevertretung.

Als potenzielle Feuerwehrstandorte stehen derzeit noch weitere Grundstücke im Ort zur Diskussion, unter anderen das Birkenwäldchen sowie Grundstücke am Chopinplatz. Bis zum Herbst will Bürgermeister Jenoch das Ergebnis einer Standortuntersuchung vorlegen.

Von Josefine Sack

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