Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Eltern erleichtert über Kita-Beschluss
Lokales Dahme-Spreewald Eltern erleichtert über Kita-Beschluss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:28 27.04.2018
Die Zeesenerin Ines Kühnel (l.) un d die Niederlehmerin Katherina Toth-Butzke vom Vorstand des KWer Kitabeirates freuen sich über die Schaffung neuer Kitaplätze und hoffen, dass es in dem Tempo jetzt weitergeht. Quelle: Gerlinde Irmscher
Anzeige
Königs Wusterhausen

Königs Wusterhausener Eltern reagieren mit großer Erleichterung auf den einstimmigen Stadtratsbeschluss zum raschen Bau einer Kita im Ortsteil Zernsdorf. Die Einrichtung mit mindestens 132 Plätzen könnte Anfang 2019 fertig sein. „Wir können nur hoffen, dass die Stadtverordneten die dramatische Lage erkannt haben und gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister alles tun werden, um eine Lösung im Sinne des Wohles unserer Kinder zu finden“, sagten am Dienstag Katherina Toth-Butzke und Ines Kühnel vom Königs Wusterhausener Kitabeirat der MAZ.

Für ein bisschen Entlastung bei den Plätzen soll eine Modulbau-Kita sorgen, die an der Undinestraße in Zersndorf entsteht. Der Stadtrat hat den Bau gerade beschlossen, sie wird aber frühestens im ersten Quartal 2019 fertg sein. Quelle: Frank Pawlowski

In der SVV am Montag hatte sich Katherina Toth-Butzke bei den Stadtpolitikern bedankt. „Wir sagen aber auch, dass gleich der nächste Neubau geplant werden muss. Die Plätze reichen hinten und vorne nicht“, so die junge Mutter aus Niederlehme. Im Rathaus rechnet man damit, dass von Februar bis August 2018 mindestens 250 Kinder nicht mit Kitaplätzen versorgt werden können. Erst mit Beginn des neuen Schuljahres könne sich die Lage leicht entspannen.

Anzeige

Weitere Bauvorhaben müssen folgen

Für den Kitabeirat belegen die Zahlen, dass es weitere Bauvorhaben geben müsse. „Wir Eltern sind zutiefst enttäuscht, dass dem Kitaplatzproblem über mehrere Jahre nicht der nötige Stellenwert eingeräumt wurde“, so der Kitabeirat. Der neue Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW) ändere das nun. „Wir sind überzeugt, dass er Projekte beschleunigen möchte und hoffen, dass alle Stadtverordneten mit ihm an einem Strang ziehen.“

Im Stadtrat am 8. Januar wurde der Kita-Neubau für Zernsdorf beschlossen. Die Vorlage von Bürgermeister Swen Ennullat (3.v.l.) wurde im Dezember noch in die Ausschüsse verwiesen. Quelle: Frank Pawlowski

Im Stadtrat berichtete Katherina Toth-Butzke zudem von „großen Betreuungsengpässen“ durch erkranke Erzieherinnen. Eine andere Mutter, die alleinerziehend ist, schilderte einen solchen Fall. Sie musste ihre Kinder wiederholt kurzfristig selbst betreuen. Auf ihre Hilferufe habe man im Rathaus nicht reagiert. Bürgermeister Swen Ennullat will sich deshalb an den Kitaträger wenden.

Freie Träger wollen Kitas bauen

Er informierte, dass freie Träger Interesse an Kita-Neubauten hätten, es gebe auch Initiativen von Eltern. Die Gespräche zur Königspark-Kita würden nach dem Verkauf des Geländes fortgeführt.

Die geplanten Kitaneubauten allein in Zeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen kosten die Gemeinden viele Millionen Euro. Schulen, Straße und Wohnungen sind da noch nicht mitgerechnet. Quelle: dpa

In der Debatte zum Zernsdorfer Kita-Neubau äußerten sich Stadtpolitiker selbstkritisch. „Das haben wir in zwei Jahren vorher nicht geschafft“, sagte FDP-Fraktionschef Raimund Tomczak. Die Fraktionschefin von Freie Wähler KW/UFL, Birgit Uhlworm, sagte: „Wir sollten in Zukunft im Interesse der Familien solche Entscheidungen nicht zerreden.“

Der Aufschlag für die Herstellung des Rechtsanspruchs

Redner von SPD/Wir für KW und CDU betonten hingegen, dass es richtig war, die Bürgermeister-Vorlage von Mitte Dezember noch einmal in den Ausschüssen zu beraten. „Unsere Bedenken wurden geklärt. Das ist jetzt der Aufschlag bei der Herstellung des Rechtsanspruchs auf Kitaplätze“, sagte Fraktionschef Ludwig Scheetz (SPD).

Von Frank Pawlowski