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Dahme-Spreewald Endspurt beim Kaiserbahnhof – Eröffnung im August
Lokales Dahme-Spreewald Endspurt beim Kaiserbahnhof – Eröffnung im August
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11:52 02.07.2019
Die Sanierung des Kaiserbahnhofs ist so gut wie abgeschlossen, auch der Garten wurde nach altem Vorbild wieder angelegt. Quelle: Karen Grunow
Halbe

Die Rosenbüsche haben schon wunderbar geblüht im neu gestalteten Garten am Kaiserbahnhof in Halbe. Am 18. August möchte Besitzer Peter Macky das ehrwürdige Gebäude mit einem großen Fest wiedereröffnen. Er erwartet allein aus seiner Heimat Neuseeland weit mehr als 100 Gäste. „Es dürften noch nie so viele Neuseeländer zur selben Zeit in der Spreewald-Region gewesen sein“, sagt er in Vorfreude auf das Fest. „Ich fühle mich sehr geehrt, dass so viele Freunde diesen Weg auf sich nehmen.“

Noch sieht der Bau allerdings nach Baustelle aus. Der Halber Willi Schwabe, die rechte Hand Peter Mackys vor Ort und seit vielen Jahren intensiv und mit großem Engagement in alles involviert, zeigt das Innere. Im eigentlichen Kaiserbahnhof, als herrschaftliches Ankunftsgebäude für die Hohenzollern bis 1865 durch August Orth errichtet, fehlt noch der Bodenbelag. Die Wohnung, die im oberen Geschoss entsteht, zeigt zwar schon deutliche Fortschritte, aber diese rechtzeitig fertigzustellen, hat nicht oberste Priorität. Wichtig ist vor allem der Neubau, in dem derzeit Küche und Toiletten entstehen.

Im Inneren des Bahnhofs fehlt noch der Bodenbelag. Quelle: Karen Grunow

Betreiber fürs Café fehlt noch

Denn im Kaiserbahnhof soll ein Café eingerichtet werden. Einen Betreiber dafür gibt es allerdings noch nicht. „Das ist das herausforderndste Puzzleteil“, findet Peter Macky. Denn die Vision ist, dass künftig auch Hochzeiten im prachtvollen Bahnhofsbau stattfinden können, auch der Garten soll genutzt werden. Dieser wurde erst kürzlich bepflanzt, nachdem die Beetstruktur nach historischem Vorbild neu angelegt worden war. Direkt neben dem Bahnsteig entsteht noch eine Rampe, die zu einem seitlichen Eingang führt.

Eine andere große Schwierigkeit sei, einen passenden Kronleuchter für den Saal zu finden, erzählt Peter Macky. Schon seit langem ist er auf der Suche nach einem stilistisch und vor allem eben von den Maßen her passenden Stück. „Es ist ein sehr wichtiger Teil des Innendesigns“, betont er. Insgesamt aber laufen die Arbeiten derzeit noch besser als erwartet, sagt er. „Diese Restaurierung ist ein sehr komplexes Projekt mit dem Altbau und dem Neubau.“

Peter Macky sucht noch einen Kronleuchter, der zum Inneren des Gebäudes passt. Quelle: Karen Grunow

Viele Tiefschläge

Im August 2009 radelte Peter Macky von Berlin nach Dresden. Zufällig kam er damals am Kaiserbahnhof vorbei. Der war damals schon sehr verwahrlost. Trotzdem entschied sich der frühere Anwalt, das Gebäude zu kaufen. Seit 2010 ist es in seinem Besitz. Seitdem bemühte er sich um die Restaurierung, erlebte viele Tiefschläge, wollte schon aufgeben. Es gab anfangs Probleme, fehlerhafte Planungen, dann dauerte es ewig, bis Macky das für den Neubau vorgesehene Grundstück von der Bahn erwerben konnte.

Doch viele machten ihm immer wieder Mut. Vor allem Willi Schwabe, der 1957 in Halbe seine Eisenbahner-Ausbildung begann. Zu der Zeit war der Kaiserbahnhof längst ein Wohngebäude. Schon nach dem Ersten Weltkrieg waren dort Büros und bald eine Wohnung eingerichtet worden. Schwabe hängt an dem Gebäude und hofft, dass sich vielleicht begeisterte Halber finden, die sich künftig gemeinsam um den Garten kümmern wollen. Seit 2014 arbeitet Peter Macky mit dem Architekten Stefan Zappe und seinem Team zusammen. Auch bei ihnen ist die große Begeisterung für den besonderen Ort spürbar. Zuletzt konnte Peter Macky auch Fördergelder aus dem EU-Programm Leader für die Sanierung nutzen.

Neben dem eigentlichen Bahnhofsgebäude ist ein Anbau entstanden, in dem Küche und Toiletten untergebracht werden. Quelle: Karen Grunow

Peter Macky plant herrschaftliches Essen im Bahnhof

Noch immer hält Peter Macky an der Idee fest, eines Tages ein 1876 in seinem Bahnhof im Beisein des Kaisers veranstaltetes herrschaftliches Essen nachzustellen. Er möchte Nachfahren der damaligen illustren Gäste einladen und ihnen wie anno 1876 Rheinlachs mit Anchovis-Sauce und Kotelette vom Fasan mit Trüffeln vorsetzen.

„Ich werde nicht ruhen, bevor nicht der restaurierte Adler wieder über dem Haupteingang ist und ich Kaffeeduft riechen kann im Café“, sagte Peter Macky im vergangenen Jahr. Der Adler wartet schon bei Willi Schwabe und das mit dem Café wird sich sicherlich auch finden.

Von Karen Grunow

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