Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Erste Entzugserscheinungen
Lokales Dahme-Spreewald Erste Entzugserscheinungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:14 23.06.2014
Kollege Meyer freut sich über seinen Müll: Die Bananenschale, die er in der Hand hält. Der Müll auf dem Tisch stammt aus der Mittagspause seiner Kollegen. Quelle: Gerlinde Irmscher

Halbzeit! Zwei Wochen ohne Plastik sind geschafft, zwei liegen noch vor mir. Ich nutze deswegen die Möglichkeit, um eine kleine Leidensbilanz zu ziehen. Klar freue ich mich, dass ich kaum noch Müll produziere, die Umwelt entlaste und zeige, dass man auch ohne Plastik gut klar kommt.

Deswegen nervt der Plastikverzicht

  • Shampooflaschen flutschen beim Duschen nicht aus der Hand. Seife schon.
  • Frischkäseverpackungen laufen im Rucksack nicht aus. Alu-Dosen schon.
  • Obst bekommt im Jutebeutel schnell Druckstellen und wird matschig.
  • Cola gibt es oft nur in Plastikflaschen.
  • Auch Schokolade ist meistens in Kunststoff verpackt.

Aber das ist nur die eine Seite. Die andere nervt mich ziemlich. Denn ohne Kunststoff auszukommen, bedeutet viel Aufwand. Gerade beim Einkaufen. Über jeden Gang zum Supermarkt oder Fleischer muss ich mir vorher Gedanken machen, immer einen Beutel einstecken. Und außerdem sollte ich schon am Morgen wissen, was am Abend auf den Tisch kommt. Viele Lebensmittel, die nicht in Plastik verpackt sind, sollten frisch zubereitet werden.

So läuft das Projekt Kein Plastik für Meyer

Seit mehr als zwei Wochen verzichtet MAZ-Reporter Christian Meyer auf Plastik.

In der MAZ, auf MAZ-online und auf Facebook berichtet er über seinen Selbstversuch.

  • Nie wieder Plastik: Im ersten Teil schreibt Christian Meyer, warum er auf Kunststoffe verzichten will und wieviel wir eigentlich wegwerfen.
  • Der Geschmack von Holz und Schwein: Im zweiten Teil beschreibt der Plastikabstinzler, auf welche Probleme er im Alltag stößt und warum er inzwischen keine Lust mehr auf Zähneputzen hat.
  • Wenn Müll ein Tabu-Wort ist: Im dritten Teil besucht der MAZ-Reporter einen Recycling-Hof und schaut, wo all der Müll eigentlich so landet.

Genau diese Gedanken hatte ich mir eigentlich nie gemacht. Einkaufen lief bei mir immer so: Hunger, Supermarkt, Regal, Tüte, raus, kochen. Seit zwei Wochen muss ich nach dem Hungergefühl nun nachdenken. Das ist ganz schön schwer, wenn man richtig Knast hat.

MAZ-Reporter Christian Meyer verzichtet auf Plastik und wollte wissen, was mit dem Müll eigentlich so passiert. Auf dem Alba-Recyclinghof in Berlin-Mahlsdorf hat er eine Antwort bekommen.

Durch meine Aktion merke ich, wie abhängig wir tatsächlich vom Plastik sind. Es gibt ja kaum etwas, das ohne Kunststoff auskommt. Die Stereoanlage: Plastik. Die Hülle des Fotoapparats, mit dem obiges Foto gemacht wurde: Plastik. Mein Telefon: Plastik. Die Tastatur, auf der ich diesen Text geschrieben habe: Plastik. Ist natürlich keine schöne Erkenntnis.

Warum der Plastikverzicht sinnvoll ist

  • Seife macht auch sauber und ist außerdem noch wesentlich günstiger.
  • Alu-Dosen sind perfekt, um Stullen und Obst zu transportieren.
  • Frisches Obst vom Markt schmeckt viel besser als abgepacktes.
  • Wasser aus dem Hahn ist völlig in Ordnung.

Aber es gibt auch Dinge, die mich freuen. Wenn ich in Königs Wusterhausen auf den Markt gehe, wissen die Verkäufer an meinen Stamm-Ständen schon Bescheid, lassen die Plastikverpackungen liegen. Eine Kollegin hat mir kürzlich einen Jute-Beutel geschenkt. Überhaupt bekomme ich viel Zuspruch und Lob für mein Projekt. Und wenn ich sehe, dass ich in meiner Mittagspause nur eine Bananenschale wegwerfe, meine Kollegen hingegen unzählige Plastikschalen, dann merke ich, dass mein Verzicht sinnvoll ist. Und vor allem, dass er möglich ist. An den Aufwand gewöhnt man sich.

Meine nächste Herausforderung: Spülmittel herstellen. Ich habe kürzlich meinen Putzschrank geöffnet und vor lauter Plastik den Kunststoff kaum gesehen. Deswegen habe ich mir im Internet eine Anleitung heruntergeladen und werde mich gleich ans Werk machen, um auch beim Spüli kein Plastik mehr nutzen zu müssen.

Von Christian Meyer

Folgen Sie uns auf Facebook!

Können Sie unserem Kollegen Meyer helfen?

Wissen Sie, wo er frische und nicht in Plastik verpackte Nudeln bekommt? Oder haben Sie andere Tipps und Hinweise für ihn - dann schreiben Sie ihm eine E-Mail: Christian.Meyer@maz-online.de.

Sie können auch auf unserer Facebook-Seite eine Nachricht hinterlassen. Hier wird der Kollege auch über seine Aktion berichten.

Mehr zum Thema
Dahme-Spreewald MAZ-Reporter Christian Meyer verzichtet auf Plastik und muss einiges durchmachen - Der Geschmack von Holz und Schwein

Seit etwa einer Woche verzichtet MAZ-Reporter Christian Meyer auf Plastik. Viele Dinge meistert er ohne Probleme. Bier, Milch und Wasser gibt's in Flaschen. Obst ist unverpackt. Es sind eher die alltäglichen Dinge, die ihm Probleme bereiten.

14.06.2014
Dahme-Spreewald MAZ-Reporter Christian Meyer besucht Wertstoff-Anlage von Alba - Wenn Müll ein Tabu-Wort ist

Seit etwa zwei Wochen verzichtet MAZ-Reporter Christian Meyer auf Plastik. Jetzt hat er einen Recyclinghof von Alba in Berlin besucht. Dort wird der Abfall aus dem Gelben Sack sortiert und in handliche Ballen gepresst. Unser Reporter war bei seinem Besuch erstaunt über die Müllmengen und darüber, was damit passiert.

20.06.2014
Teltow-Fläming MAZ-Reporter Christian Meyer will einen Monat auf Kunststoff verzichten - Nie wieder Plastik

Ein Leben ohne Plastik ist unmöglich, aber sinnvoll. So oder so ähnlich denkt MAZ-Reporter Christian Meyer. Er hat sich vorgenommen, einen Monat auf Plastik zu verzichten. Er berichtet darüber regelmäßig in der MAZ und auf Facebook. Im ersten Teil schreibt er über seine Motivation.

09.06.2014
Polizei Auto wird in Mittenwalde beschossen, Fahrerin bleibt unverletzt - Schüsse auf Sicherheitsdienst

In Mittenwalde (Dahme-Spreewald) ist am frühen Montagmorgen das Auto eines Sicherheitsdienst mehrmals beschossen worden. Die 26-jährige Fahrerin blieb unverletzt. Die Hintergründe der Tat sind völlig unklar. Beim Wachschutzunternehmen will man sich nicht äußern.

23.06.2014
Polizei Dahme-Spreewald: Polizeibericht vom 23. Juni - Unbekannte zerkratzen 20 Autos

+++ Königs Wusterhausen: Kratzattacke verursacht hohen Schaden +++ Autobahn 113, Schönefeld: Frau wird bei Unfall verletzt +++ Autobahn 113, Schönefeld: Polizei holt Radfahrer von der Autobahn +++ Waltersdorf: Auto rammt Motorrad, Fahrer leicht verletzt +++

23.06.2014

Das Amt Schenkenländchen hofft auf einen neuen Radwanderweg. Die Fördermittel sind beantragt. 35 Kilometer soll der Weg lang werden und einmal durchs Amt Schenkenländchen führen. Stopps können zum Beispiel am Kaiserbahnhof Halbe eingelegt werden. Ob der Weg kommt, soll im Spätsommer feststehen.

23.06.2014