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Dahme-Spreewald Essen, das verbindet
Lokales Dahme-Spreewald Essen, das verbindet
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19:00 16.11.2014
Die Flüchtlinge aus Eritrea und Kamerun präsentieren ihre Gerichte und erklären, was darin enthalten ist.
Die Flüchtlinge aus Eritrea und Kamerun präsentieren ihre Gerichte und erklären, was darin enthalten ist. Quelle: Irmscher
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Bestensee

 „Wer zusammen kocht und isst, schlägt sich nicht die Köpfe ein“, begrüßte am Samstag Jutta Vogel, Kreisvorsitzende der Linken 45 Menschen im Bestenseer Mehrgenerationenhaus. 25 Asylbewerber aus dem Übergangsheim in Pätz hatten für die Besucher typische Gerichte aus ihrer Heimat gekocht, um sich dann beim gemeinsamen Essen näher kennen zu lernen. Organisiert und finanziert wurde das Treffen durch die Linkspartei in Dahme-Spreewald mit Unterstützung durch das Übergangswohnheim Pätz und dem Mehrgenerationenhaus.

„Wir wollen es den Menschen hier leichter machen, sich auf die Neuen in ihrer Nachbarschaft einzulassen. Und was öffnet die Herzen leichter, als ein gemeinsames Essen“, erklärte Thorsten Kleist von den Linken. Die Asylbewerber fanden die Idee super und es dauerte nicht lange, bis die Kochmannschaft komplett war.

Mit einer langen Einkaufliste machte sich Thorsten Kleist auf den Weg nach Berlin, um die Zutaten zu beschaffen. „Am Freitag waren wir den ganzen Tag in Berlin unterwegs. Drei Afroshops haben wir abgeklappert, bis alles zusammen war“, sagt er. Grüne und gelbe Kochbananen, spezielle geräucherte Fischsorten, Bitterspinat, Chili, Paprika, Hähnchenfleisch, Rindfleisch und sage und schreibe zwölf Kilo Zwiebeln warteten auf die Köche aus Kamerun und Eritrea. Die machten sich ans Werk und zauberten daraus schmackhafte Gerichte. Manchmal etwas scharf für den deutschen Geschmack aber da galt Augen zu und durch.

Geschmeckt hat es jedenfalls, am Ende waren die Töpfe leer. Und nun wissen die Besucher, wie Kochbananen schmecken. Roh sind sie ungenießbar, haben aber einen hohen Stärkegehalt und werden ähnlich wie Kartoffeln gekocht oder gebraten. In Eritrea gibt es „Engera“ – ein Fladenbrot. Der Teig wird aus Mehl, Hefe und Wasser geknetet. Er sollte einen Tag stehen, bevor das Brot daraus gebacken wird. Auf die Fladen kommt „Dereho“, ein Hühnergericht oder „Zigni“, das aus Rindfleisch gemacht wird, „Alecha“ – ein Kartoffelgericht oder „Ades“ – rote Linsen. Gebru Asmenom aus Eritrea erklärt auch gleich noch, wie man das isst, nämlich nicht mit Messer und Gabel – man wickelt alles in kleine Fladenhäppchen und isst mit den Fingern.

An der gemeinsamen Tafel entwickelten sich intensive Gespräche zwischen den Köchen und den Besuchern. Es ist geplant „Kochen Kennen Lernen“ als Reihe fortzusetzen, dann mit Köchen aus anderen Ländern.

Von Gerlinde Irmscher

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