Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Ex-Staatsschützer ist Ordnungs-Chef im Rathaus
Lokales Dahme-Spreewald Ex-Staatsschützer ist Ordnungs-Chef im Rathaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:30 15.01.2013
Anzeige
KÖNIGS WUSTERHAUSEN

Darunter fällt vieles, was das Leben in der Stadt ausmacht – Kitabau, Vergabe Kitaplätze, Schulspeisung, Friedhöfe, Ordnung, Feuerwehr. Für Ennulat ist das eine spannende Aufgabe. „Ich freue mich darauf“, sagt der 36-Jährige und fügt hinzu: „Königs Wusterhausen ist eine schöne Stadt“.

Das klingt aus seinem Mund überhaupt nicht wie eine Floskel. Ennulat weiß, wovon er spricht. Seit drei Jahren lebt er in der Stadt, genießt im Ortsteil Niederlehme mit seiner Frau und den zwei Kindern die Natur, die Freundlichkeit der Menschen, die kurzen Wege und die Freizeitangebote. „Ich bin hier schon mittendrin“, betont er. Deshalb ist ihm auch, als er noch beim Staatsschutz in Berlin arbeitete, die Ausschreibung für diese Stelle nicht aus dem Kopf gegangen.

Es war nicht das erste Mal, dass Ennulat einen Neuanfang ins Auge fasste. Seine Polizei-Laufbahn begann er nach dem Abitur sowie der Ausbildung in Sachsen-Anhalt. Dort gehörte er zu den drei Staatsschützern, die sich vor fünf Jahren beim Kampf gegen Rechtsextremismus von der eigenen Polizeiführung ausgebremst fühlten. Es war ihnen empfohlen worden, nicht so genau hinzgucken. Der Fall sorgte überregional für Aufsehen. Die Hoffnung, nach dem Skandal ungehindert rechte Straftaten verfolgen zu können, erfüllte sich nicht. Swen Ennulat war nahe dran, seinen Job an den Nagel zu hängen. Doch dann nahm er ein Polizeiangebot in Berlin an. Dort wurde er Leiter im Führungsdienst in Treptow und in Hellersdorf. 2011 ging er zum Landeskriminalamt, wo er als Staatsschützer im Bereich Islamistischer Terrorismus tätig sein konnte. „Das wollte ich unbedingt noch einmal erreichen“, sagt Ennulat. Doch dann sah er die Anzeige in einer Zeitung. Er bewarb sich und bekam unter 112 Bewerbern den Job.

Jetzt muss er sich an die neuen Aufgaben gewöhnen, die auf seinem Tisch in der Karl-Marx-Straße landen. Bescheide für Fördermittel sind zu verschicken und Kitabauten müssen besprochen werden. „Das sind unglaubliche Summen, die die Stadt ausgibt“, so Ennulat. Er war schon in den Ortsteilen unterwegs, um sich auch die Gerätehäuser der Feuerwehren anzuschauen. Bei dem Chef der Polizei stellte er sich vor und demnächst wird er mit Vertretern der Schulen über die künftige Schulspeisung sprechen. Jede Schule soll selbst entscheiden, worauf sie Wert legt. Ennulat kann da mitreden. Sein Sohn war auch von dem Sodexo-Brech-Skandal betroffen. Ein weiteres Thema wird die Barrierefreiheit in den Schulen sein. „Das ist nötig, wird aber richtig teuer“, meint Ennulat.

Nach den ersten Tagen kündigt er noch keine Veränderungen an. „Aber es wird sie geben“, meint er. „Wenn der Trainer wechselt, wechselt auch die Art des Trainings.“

Das neue Jahr fängt für ihn mit einer weiteren guten Nachricht an. Im Februar kommt sein erstes Buch beim Mitteldeutschen Verlag heraus. Es heißt „Alpendohle“ und handelt von einem mysteriösen Orden. (Von Liane Stephan)

Dahme-Spreewald Region auf Grüner Woche mit neuem Produkt und Bühnenprogramm präsent - Butterstulle und Lied fürs Dahmeland
15.01.2013
Dahme-Spreewald Die Fashion Week strahlt bis nach Selchow: Die MAZ verrät sieben Dinge, die Sie über Modemessen wissen sollten - Von Schößchen und Zauberjeans
15.01.2013