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Dahme-Spreewald Der „Weihnachtsgarten“ im Spreewald
Lokales Dahme-Spreewald Der „Weihnachtsgarten“ im Spreewald
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12:55 02.12.2019
Viele Weihnachts- und Schneemannfiguren sind im Vorgarten von Gisela Liebsch und Gerd Mörl zu sehen. Wohin der Blick auch fällt - überall stehen, liegen, klettern und sitzen Weihnachts- sowie Schneemänner in allen Größen und Materialien. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
Straupitz

Im Garten von Gisela Liebsch und Gerd Mörl herrscht dichtes Gedränge. Überall stehen, liegen, klettern und sitzen Weihnachts- und Schneemänner in unterschiedlichen Größen und Materialien. Der „Weihnachtsgarten“, wie die beiden 72-Jährigen ihr Anwesen in Straupitz (Dahme-Spreewald) nennen, ist in warmes gelbes Licht getaucht. „Ich verwende keine LEDs, die sind uns zu grell“, erklärt der Hausherr. Auch andere Farben oder blinkende und flackernde Lichter sucht man vergebens.

Angefangen hat die Sammelleidenschaft der beiden vor 20 Jahren. „Wir lieben unseren 1800 Quadratmeter großen Garten. Im Winter aber ist alles so kahl“, erzählt Liebsch. In einem Geschäft in Lübben habe sie in der Adventszeit einen lebensgroßen Weihnachtsmann entdeckt, der dort als Dekoration stand. „Ich fand den toll, habe die Inhaberin des Ladens so lange bequatscht, bis sie ihn mir verkaufte.“

„Wir haben in Katalogen bestellt“

Noch heute hat dieser Weihnachtsmann einen Ehrenplatz bei den beiden Straupitzern: in einem hölzernen Schlitten direkt auf der Treppe zur Haustür. „Damals hat uns das Weihnachtsmann-Virus befallen. Wir haben in Katalogen bestellt. Auch auf den polnischen Grenzmärkten oder auf Flohmärkten wurden wir fündig“, erinnert sich die frühere Reiseleiterin. Viele Figuren hätten sie in den Folgejahren auch geschenkt bekommen.

Inzwischen sind es an die 400, die jedes Jahr pünktlich zum 1. Advent auf Tannengrün drapiert werden. „Wir fangen mit dem Aufstellen immer nach dem Totensonntag an“, sagt Liebsch. Die Vorbereitungen aber starten noch viel früher. An die 120 Fuhren Blautannenzweige hat Mörl auf seinem Autoanhänger in der Region gesammelt. „Die Leute wissen schon, dass wir für gefällte Nadelbäume dankbare Abnehmer sind“, erzählt Mörl, der noch immer als Sportlehrer arbeitet.

Garten wird in warmes Licht getaucht

Die Abende vor dem ersten Advent verbringt er dann damit, Kabel und Lampen zu überprüfen, im Garten zu verlegen und die fünf Zeitschaltuhren zu installieren. Pünktlich um 15.30 Uhr wird dann der bevölkerte Garten in warmes Licht getaucht und um 19.30 Uhr geht es wieder aus. Ärger mit genervten Nachbarn habe es so noch nie gegeben.

Im Carport finden die Exemplare aus Plüsch, Wolle oder Stoff Platz, die nicht witterungsbeständig sind. Und Kugeln, Tannenzapfen und Sterne lockern die Figurensammlung auf. „Die Dekoration ist mein Part. Ich ordne die Figuren in jedem Jahr etwas anders an, damit es nicht langweilig wird“, erzählt Liebsch, die jetzt eigentlich keine weiteren Weihnachts- oder Schneemänner mehr aufnehmen will. „Mein Mann kann sich nicht bremsen. Ist er allein unterwegs, schleppt er wieder welche an“, meint sie seufzend. Ursprünglich hätten sie den Aufwand vor allem für die fünf Enkel und die zwei Urenkel betrieben.

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„Der Garten der beiden ist schon eine Attraktion“

Inzwischen wird es im Straupitzer Weihnachtsgarten auch richtig voll, sobald das Licht angeht und die Besucher in Scharen anlockt. „Dann ist hier Völkerwanderung“, berichtet die Hausherrin schmunzelnd. Denn Liebsch und Mörl haben ihr Hoftor weit geöffnet und freuen sich, wenn sich auch andere durch sie in Weihnachtsstimmung versetzen lassen.

„Der Garten der beiden ist schon eine Attraktion in der Vorweihnachtszeit. Da kommen Besucher gezielt von sonst woher“, berichtet auch Matthias Welzel, Inhaber einer Gärtnerei in Straupitz. Über Geschmack lasse sich sicher streiten, aber der Aufwand, den Liebsch und Mörl da betreiben, sei bewundernswert. „Ein Besuch bei den beiden in der Adventszeit ist auch in unserer Familie Pflicht.“

Bis Mitte Januar ist das Ensemble zu bewundern

Der Straupitzer Bürgermeister André Urspruch (parteilos) ist ebenfalls voll des Lobes und spricht von einem touristischen Highlight. „Um attraktiv bei Gästen zu bleiben, müssen wir Besonderheiten bieten. Und diese Eigeninitiative trägt dazu bei, ist ein Alleinstellungsmerkmal unseres Ortes“, sagt er. Die Straupitzer hätten schon eine gewisse Erwartungshaltung, sagt der Bürgermeister. „Was gibt es bei den beiden wieder Neues zu sehen?“

Bis Mitte Januar ist das Ensemble zu bewundern. Dann verschwinden erst die Weihnachtsmänner wieder auf dem Dachboden. Die Schneemänner bleiben noch bis zum Ende des Winters. Anschließend wird umdekoriert: Dann bevölkern mehr als 300 Osterhasen das Grundstück, das laut Liebsch ja dann immer noch ohne frisches Grün ist. Nach Ostern ist für die Straupitzer aber endlich wieder Gartenzeit: An die zweitausend Töpfe und Kübel wollen bepflanzt werden. „Wir können von unserem Grundstück eigentlich nie länger weg, wollen es aber auch gar nicht.“

Lichterketten, leuchtende Sterne und geschmückte Tannenbäume

Auch bei Familie Muschner aus Berkenbrück (Landkreis Oder-Spree) versprüht der Garten weihnachtlichen Glanz. Lichterketten, leuchtende Sterne und geschmückte Tannenbäume gehören für sie zur Vorweihnachtszeit einfach dazu. Die Weihnachtsfans sind mit ihren Dekoideen noch längst nicht fertig und bauen ihren Garten immer weiter zu einem weihnachtlichen Wunderland aus.

 

Von RND/dpa/mot

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