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Dahme-Spreewald So verlief der Schulstreik fürs Klima in Königs Wusterhausen
Lokales Dahme-Spreewald So verlief der Schulstreik fürs Klima in Königs Wusterhausen
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17:33 12.04.2019
Die Achtklässlerinnen Marie, Marie-Sophie und Tadewi haben sich für die Klima-Demo offiziell bei ihren Lehrern abgemeldet.
Die Achtklässlerinnen Marie, Marie-Sophie und Tadewi haben sich für die Klima-Demo offiziell bei ihren Lehrern abgemeldet. Quelle: Josefine Sack
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Königs Wusterhausen

Zum ersten Mal seit dem Beginn der „Fridays for Future“-Bewegung haben Schüler am Freitag in Königs Wusterhausen für mehr Klimaschutz demonstriert. Sophie Awe (15), Schülerin des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Königs Wusterhausen, hatte ab 13 Uhr zur Demonstration auf dem Bahnhofsvorplatz aufgerufen.

Mehr als 60 Schüler aus der näheren Umgebung sind gekommen. Auch Eltern, Umweltschützern und Politiker, darunter Clemens Rostock, Landesvorsitzender der Grünen, und der Landtagsabgeordnete Carsten Preuß (Linke), nahmen teil. Weil am Montag die Osterferien beginnen, war der Unterricht in einigen Schulen früher zu Ende als sonst. Viele Schülerinnen und Schüler machten sich gleich nach Schulschluss auf den Weg zur Klima-Demo.

„Fridays For Future“ ist ist Königs Wusterhausen angekommen. Mehr als 60 Schüler aus der näheren Umgebung haben am Freitag auf dem Bahnhofsvorplatz für eine konsequente Klima-Politik demonstriert.

Mit Lehrer-Erlaubnis zur Klima-Demo

Andere hatten die Lehrer um Erlaubnis gefragt. „Wir waren ganz brav und haben uns offiziell freistellen lassen“, sagte Tadewi vom Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Königs Wusterhausen. Ihre Lehrer unterstützen den Protest. „Sie haben uns sogar viel Erfolg gewünscht“, erzählte die Achtklässlerin. Sie war mit Freundinnen zur Demo gekommen. In der Hand hielt sie ein Schild aus Pappe: „Ich bin so wütend, ich hab sogar ein Schild“, war darauf zu lesen.

Sophie Awe war zufrieden mit der Resonanz: „Dass so viele kommen, hätte ich nicht gedacht“, sagte die Organisatorin, sichtlich stolz. Die 15-Jährige hatte bereits Ende März eine Demonstration nach Berliner Vorbild in Königs Wusterhausen geplant. Das Vorhaben scheiterte an organisatorischen Problemen. Es fehlten Ordner. Dass es nun geklappt hat, liegt auch daran, dass sich die Schülerin mit der Linksjugend und den Jusos zusammengetan hat. Vertreter beider Organisationen gingen am Freitag mit auf die Straße.

Unterstützung von Umweltschützern

Unterstützung gab es auch von den Grünen aus der Region. „Ich finde es gut, dass die Kinder auf die Straße gehen. Die Politik muss endlich handeln“, sagte Teresa Nordhaus, Mitglied im Kreisvorstand. Andrea Lübcke (Grüne) aus Eichwalde begleitete ihren Sohn Michele zur Demo. Als Physikerin unterstützt sie die Forderungen der „Fridays for Future“-Bewegung.

Auch Vertreter der Bürgerinitiative Wiesenhof waren mit von der Partie, verteilten Flyer und lobten die Jugendlichen in ihrer Ansprache für ihr Engagement. Zum Auftakt wandte sich Lambert Wolff, Landesschülersprecher und Vorsitzender des Jugendbeirats, an die Teilnehmer: „Schluss mit dem Verheizen von Ressourcen“, forderte er.

Weitere Klima-Demos in Königs Wusterhausen geplant

Von den Vertretern der AfD, die nur wenige Meter von der Kundgebung entfernt ihren Wahlstand aufgebaut hatten, ließen sich die Jugendlichen nicht beirren. Ein AfD-Mann begrüßte die Schüler auf dem Weg zur Demo mit einem Pappschild mit der Aufschrift „GRETA NERVT“. Unter dem Motto „Wer nicht hüpft, ist für Braunkohle“ sprangen sich die Demonstranten warm. Aus den Lautsprechern dröhnte „Hurra die Welt geht unter“. Der K.I.Z.-Hit ist auf den Klima-Protesten zur regelrechten Hymne geworden.

„Es wird sicher nicht die letzte Klima-Demo in Königs Wusterhausen gewesen sein“, sagte Sophie Awe. Sie wird auch weiter für den Klimaschutz auf die Straße gehen. „Wir brauchen einen Systemwandel, keinen Klimawandel.“

Von Josefine Sack

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