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Dahme-Spreewald Frühere Klinik Massow wird Flüchtlingsheim
Lokales Dahme-Spreewald Frühere Klinik Massow wird Flüchtlingsheim
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00:31 16.02.2015
In die ehemalige Rehaklinik sollen Flüchtlinge einziehen. Quelle: Karen Grunow
Teupitz

Zu dem im Halber Gewerbegebiet Massow geplanten Flüchtlings- und Asylbewerberheim gab es am Donnerstagabend in der Teupitzer Schule eine erste öffentliche Informationsveranstaltung. Vizelandrat Carsten Saß (CDU) erläuterte die aktuelle Unterbringungssituation im Landkreis und stellte sich den Fragen der Teupitzer. Die waren durchaus zahlreich erschienen, außerdem waren Bewohner angrenzender Gemeinden dabei und auch einige der ehrenamtlichen Bürgermeister der Kommunen des Amtes Schenkenländchen. Auffällig war die starke Polizeipräsenz, die denn auch bald von einer Tornowerin thematisiert wurde. Die Beamten seien vor Ort, „um mögliche Störungen von außen“ zu vermeiden, erklärte Saß.

Dirk Schierhorn (Bürgernettzwerk), Bürgermeister in Teupitz, Amsdirektor Thomas Koriath und einigen Bürgern wurde angesprochen, dass die ehemalige Rehaklinik auf dem einst vom Wachpersonal der Staatssicherheit als Unterkunfts- und Übungsareal genutzten Gelände in Massow ein denkbar ungünstiger Ort sei – zu abgelegen, ohne Einkaufsmöglichkeiten oder Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. „Wir sind froh, dass wir diesen Ort haben“, verwies Saß auf die schwierige Suche nach geeigneten Objekten im Landkreis. „Wir sehen aber durchaus, dass es in der Frage der Erreichbarkeit und Integration kein unproblematischer Ort ist“, lenkte er ein. Es werde, versprach Saß, einen Schulbus geben, der die schulpflichtigen Kinder nach Halbe beziehungsweise Groß Köris bringt. Außerdem sei das Gesundheitsamt regelmäßg in den Flüchtlingsheimen, neben ärztlichen Untersuchungen gibt es dann auch einen sozialpsychiatrischen Dienst, der im Bedarfsfall psychologische Betreuung, etwa für traumaisierte Kriegsopfer, organisieren kann.

Bereits binnen der nächsten acht Wochen könnten die ersten etwa 70 Personen in Massow ankommen, das gehe „ohne großen baulichen Aufwand“, so Saß. Weitere 80 Plätze entstünden „mit geringfügigem baulichem Aufwand“. Denkbar wäre auch, weitere Objekte in Massow zu Unterkünften umzuwandeln. Zwei Sozialarbeiter werden nicht nur für die Flüchtlinge und Asylbewerber da sein, sondern auch als Ansprechpartner für die Amtsverwaltung fungieren. Außerdem wird es einen Hausmeisterdienst geben und einen Wachschutz.

Die Sozialarbeiter, erläuterte Matthias Schulz von der Campanet GmbH, die das Heim betreiben wird, werden schon vor den ersten Bewohnern in Massow eintreffen, um „soziale Netzwerke aufbauen zu können“. Für dringliche Fahrten, etwa zum Arzt, steht den Bewohnern künftig auch ein Kleinbus zur Verfügung. „In der Klinik gibt es einen größeren Raum, der geeignet wäre für Sprachunterricht oder auch zum Sport treiben“, erzählte er. Die Campanet GmbH betreibt bundesweit Wohnheime für Studenten, seit vielen Jahren auch für Asylsuchende. In Jüterbog zum Beispiel betreut das Unternehmen eine solche Gemeinschaftsunterkunft. Das Dilemma der isolierten Lage der Massower Klinik ließe sich auch durch Fahrräder lösen, startete Schulz einen ersten Aufruf an die Bevölkerung.

Alles sei willkommen, um den Menschen das Ankommen so angenehm und leicht wie möglich zu gestalten, bat Saß auch um Hilfe der Anwohner. Um den erhöhten Lehrbedarf an den Schulen abzufedern, „wird es künftig zusätzliche Lehrerstunden-Kontingente geben“, hieß es laut Saß aus dem Bildungsministerium. Mit den Vokshochschulen und durch Lehrerfortbildungen werde der Deutschunterricht für Kinder, aber auch die Erwachsenen, geregelt. Mittel für die Feuerwehr würden bei Bedarf entsprechend angepasst.

Es wurde sachlich diskutiert, nur vereinzelt waren negative Kommentare aus dem Publikum zu hören. Nach der Veranstaltung kam ein Teupitzer zu Matthias Schulz und bot das erste Fahrrad für die künftigen Massower an.

Von Karen Grunow

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